Seßlach
Fasching

Paradiesische Zustände in Seßlach

Bei den vierstündigen Bunten Abenden in Seßlach begeistern Wortakrobaten wie Tänzer. Auf der Bühne regieren die Hattersdorfer Prinzenpaare, und in der Bütt geben Dietersdorfer und Merlacher den Ton an.
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Eines der vielen Glanzlichter an den Bunten Abenden in Seßlach setzten die "Flying Feet" aus Dietersdorf, die das Publikum als Vampire faszinierten. Foto: Bettina Knauth
Eines der vielen Glanzlichter an den Bunten Abenden in Seßlach setzten die "Flying Feet" aus Dietersdorf, die das Publikum als Vampire faszinierten. Foto: Bettina Knauth
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Wenn ein Stadtrat als singender Metzgermeister in die Bütt steigt, ein zweiter stumm mit dem Publikum kommuniziert, ein dritter als Märchenkönig auftritt und selbst der Bürgermeister beim Männerballett das Tanzbein schwingt, dann hat der Fasching in Seßlach (fast) seinen Höhepunkt erreicht. Am Freitag und Samstag hatte der Faschingsverein zu den ersten beiden von drei Bunten Abenden eingeladen. Gewohnt charmant führte Präsident Jens-Peter Scholz im Sportheim durch die bunte Mischung aus Tanz, Gesang und Wortbeiträgen.

"Den Seßlachern stehlen wir heute zu Schau!", hatten die Hattersdorfer Prinzenpaare Simone II. und Jens II. sowie das Kinderpaar Nele I. und Jannik I. versprochen. Tatsächlich waren es neben den sympathischen Regenten etliche Akteure aus kleineren Stadtteilen, die den Abend bestimmten.

Zu Beginn heizte Markus Brehm mit seiner Gitarre die Stimmung in der Narrenhochburg an. Das Fazit des Dietersdorfers: "Das wahre Paradies, das ist in Sasslich hier."

Eingangs hatte die Kindergarde mit ihrem Gardetanz bezaubert, bevor Tanzmariechen Mia Thein im Dschungeldress und mit viel Akrobatik ein weiteres tänzerisches Highlight setzte. Bei ihren perfekt einstudierten Showtanz-Darbietungen zeigten die Jugend- und Prinzengarde eindrucksvoll, wie befreiend Tanzen sein kann.

Stimmungsvoll gruselig in Kostümen und Ausdruck präsentierte sich die Kindertanzgruppe "Flying Feet" aus Dietersdorf mit ihrem Vampirtanz. Im Charleston-Kostüm tanzten die Schickendales ihren Präsidenten Scholz schwindelig. Zuvor hatten Conny Wäschen felder und Adele Gromhaus eine kesse Sohle aufs Parkett gelegt.

Sturz eines Tänzers

Neben allen Tanzdarbietungen kam die Bütt nicht zu kurz: Als alternder Ehemann schilderte Ottmar Höhn, der "Schmied aus Merlich", seine Nöte. Seine Frau scheine ihn nicht mehr zu lieben, klagte Höhn, denn sie habe seine Erkennungsmelodie auf ihrem Handy geändert: Statt "Sexbomb" kündige ihn nun das Lied "Lebt denn der alte Holzmichel noch?" an.

Bei den Geschichten, die Märchenkönig Wolfgang Brasch aus seiner Heimat erzählte, durfte das durch einen alkoholisierten Autofahrer zerstörte Hattersdorfer Tor nicht fehlen. Wie man ohne Worte das Publikum in seinen Bann ziehen kann, zeigten Maxi Neeb und Christian Finzel als "Stumm und Stümmer".

Am Samstag mussten die beiden letzten Programmpunkte entfallen: Nach einem Unfall von Sascha Bachmann bei der Zugabe von "Kustibas" entschlossen sich die Verantwortlichen, den Bunten Abend vorzeitig abzubrechen. Wie Präsident Scholz gestern mitteilte, erlitt der Tänzer bei seinem Sturz eine Stauchung der Wirbelsäule. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

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