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Ottowind
Dialogpredigt

Ottowinder begaben sich auf die Spuren ihres Kirchenheiligen

Beim Kirchenfest zum 250-jährigen Bestehen der Barockkirche in Ottowind ging es bei einem Interview um Bartholomäus, nach dem das Gotteshaus benannt ist.
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Pfarrer Eberhard Wunder führte die Besucher in den 32 Meter hohen Kirchturm und erläuterte die Geschichte der alten und der neuen Glocken. Die C-Glocke zeigt ein Bildnis des heiligen Bartholomäus. Foto: Karin Günther
Pfarrer Eberhard Wunder führte die Besucher in den 32 Meter hohen Kirchturm und erläuterte die Geschichte der alten und der neuen Glocken. Die C-Glocke zeigt ein Bildnis des heiligen Bartholomäus. Foto: Karin Günther
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Eine etwas andere Predigt hatte Pfarrer Eberhard Wunder, der von Großwalbur aus die Kirchengemeinde Ottowind mit betreut, vorbereitet. Er befragte zum Kirchenjubiläum den gebürtigen Ottowinder Udo Wank, der in Kutte kam, nach der Namensgebung der Bartholomäuskirche. Er wollte unter anderem wissen, wer Bartholomäus eigentlich war.

Der Dialog zwischen Pfarrer Wunder und Udo Wank wurde in Mundart geführt und war sehr aufschlussreich sowie teilweise auch amüsant. Wank erläuterte, dass er seine Kenntnisse aus dem Computer habe, und er empfahl, alle Fakten zu Bartholomäus in Wikipedia nachzulesen.

Sie schlugen einen Bogen zu Martin Luther, der mit der Einführung der Reformation in Deutschland Erfolg gehabt habe. Letztlich solle es in der Kirche immer nur um den Glauben gehen. Der "Barthel" sei ein aufrechter Christ gewesen, aber angebetet werde er nicht.

Pfarrer Wunder wünschte sich einen fröhlichen Gottesdienst und freute sich über den überaus zahlreichen Besuch des Gottesdienstes. Der Gesangverein Ottowind mit Chorleiterin Bojanna Blohmann umrahmte die Feierlichkeiten mit dem Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" und mit einer Kostprobe des ersten Teils "Kyrie" der "Böhmischen Hirtenmesse" vom tschechischen Komponisten Jan Jakub Ryba. In der Adventszeit plant der Chor Auftritte in mehreren Kirchen. Die Kirchengemeinden Großwalbur und Ahlstadt gratulierten den Ottowindern zu ihrem Kirchenjubiläum mit Geschenken.


Ein Märtyrer

Die Barockkirche wurde 1767 erbaut und erhielt den Namen des Schutzheiligen St. Bartholomäus. Er zählt zu den Märtyrern, deren Legenden in der Zeit der Christianisierung Frankens eine große Rolle spielten. Die Kirche steht in einem Kirchgarten, der früher zugleich Friedhof war. Zu jener Zeit reichten die Gräber direkt an die Kirche heran. Ein Grabstein, der bis heute am Glockenaufgang liegt, erinnert an den alten Friedhof. Etwa ab 1880 wurde der Friedhof "aufgelassen". Die Orgel stammt aus dem Jahr 1729. Es wird vermutet, dass schon vor 1767 eine Kapelle vorhanden war. Die Kanzel und die Stuckdecken sind 250 Jahre alt und sind Schmuckstücke in der Kirche.

Ausgestellt waren herrliche Gemälde und alte Bilder vom Dorf und viele weitere Exponate. Martina Grosch, ehrenamtliche Heimatpflegerin, hat die Historie des Dorfes in Bild und Schrift zum Nachlesen zusammengestellt. Eine weitere Attraktion war die Glockenturmbesteigung. Pfarrer Wunder erläuterte den Besuchern die vier Glocken, eine davon stammt aus dem Jahr 1601. Neu kamen drei Glocken 1958 hinzu, die von Spendern finanziert wurden. Die C-Glocke zeigt ein Bildnis des heiligen Bartholomäus mit seinen Insignien, dem Messer und der abgezogene Haut.

Martina Grosch las zwei Aufsätze von Hans Carl aus dem Jahr 1947 vor. Sie handelten vom Leben vor 70 Jahren in Ottowind. Aus dem Büchlein "Meine einzige Hoffnung noch ..." aus dem Jahr 2004, verfasst von Stefanie Götz, trug Thomas Kreisler einige Geschichten von deutschen Auswanderern vor, die ihre Zukunft in Amerika suchten. Dazu gehörten auch Bürger aus Ottowind und dem Coburger Land. Am Fuße der Kirche stärkten sich bei herrlichem Sonnenschein zahlreiche Ottowinder Bürger und Gäste mit Kaffee, Kuchen und sonstigen Köstlichkeiten. Ein Dank ging an alle Mitwirkenden, die sich für das Gelingen des Kirchenfestes einsetzten.

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