Coburg
Spende

Otto Waldrich spendet 30.000 Euro für Epitaph in Morizkirche

Die Morizkirche in Coburg wird gerade saniert, auch das zwölf Meter hohe Epitaph, ein Grabmal. Für dessen Restaurierung hat Otto Waldrich nun 30.000 Euro gespendet. Coburgs Stadtoberhäupter haben den Scheck entgegengenommen.
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Eine großzügige Spende von 30.000 Euro hat Otto Waldrich nun zur Restaurierung des Epitaphs in der Morizkirche übergeben. Foto: Gabi Arnold
Eine großzügige Spende von 30.000 Euro hat Otto Waldrich nun zur Restaurierung des Epitaphs in der Morizkirche übergeben. Foto: Gabi Arnold
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Die Morizkirche kennt Otto Waldrich seit er ein kleiner Junge war. "Es ist ja meine Kirche", sagt der Coburger Unternehmer. Als er davon hörte, dass im Zuge der Sanierung Geld für die Restaurierung des Epitaphs fehle, überlegte er nicht lange und traf spontan die Entscheidung, die fehlende Summe zu spenden. Am Donnerstagmittag übergab Waldrich den symbolischen Scheck im Altarraum der Morizkirche an Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und die Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU).

Die Sanierungsarbeiten in der ältesten Kirche Coburgs sind in vollem Gange, hohe Baugerüste stehen im Kirchenschiff und im Altarraum, wo momentan die Kirche von Grund auf hergerichtet wird. Im Ostchor des Altarraums erhebt sich über sechs Ebenen das zwölf Meter hohe Epitaph. Es handelt sich dabei um ein Grabmal, das Herzog Johann Casimir anfertigen ließ. Es zeigt eine betende Figurengruppe, die die herzogliche Familie darstellt. Auch biblische Abbildungen, erklärt die Bauleiterin Sybille Fugmann, seien zu sehen. Das Grabmal wurde demnach im Jahr 1594 geplant und 1598 war die Anlage fertiggestellt.

Als Material, erklärt Fugmann, habe der Bildhauer Nikolaus Bergner Alabaster aus einem Steinbruch in Heldburg verarbeitet. "In den weichen Stein ließ sich besonders gut schnitzen, deswegen ist es so detailreich gearbeitet." In den 1970er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts sei das aufwendig gestaltete Kunstwerk bereits gereinigt worden, aber seitdem eben nicht mehr. Nun kann es dank der Spenden saniert werden, dies ist nötig, denn Staub und Schmutz haben dem Kunstwerk in den vergangenen Jahrzehnten zugesetzt, außerdem sind Salze im unterem Teil in den Stein eingedrungen, die Verklemmungen aus Eisen zur Befestigung sind rosig.

Eines der wichtigsten Renaissance-Kunstwerke

Birgit Weber zeigte sich fasziniert von den individuell gestalteten Gesichtern der Figuren. "Es handelt sich hier um eines der wichtigsten Renaissance-Kunstwerke Deutschlands", weiß sie. Laut Fugmann wäre es wünschenswert, es im Fünfjahresrhythmus zu reinigen, um die Schönheit zu bewahren und um hohe Restaurierungskosten zu sparen. Bei einer so kostbaren Darstellung geschieht die Restaurierung sehr sorgfältig von fachmännischer Hand in Feinarbeit.

Die Gesamtkosten für die Restaurierung des Epitaphs werden deshalb mit circa 160.000 Euro angegeben. Nachdem hierfür das Geld fehlte, wurde nach neuen Quellen gesucht und Stiftungen angeschrieben sowie Sponsoren gesucht, der Lions Club hat bereits 20.000 Euro gespendet, die Finanzierungslücke von 30.000 Euro hat nun Otto Waldrich geschlossen. Tessmer dankte auch im Namen der Kirche. "Bürger wie Sie sind für die Stadt ein Glücksfall, " so Tessmer.

Waldrich habe viel geleistet

Waldrich sei ein Unternehmer von altem Schrot und Korn und immer da, wenn er gebraucht werde. Vieles habe er in der Vergangenheit in Bescheidenheit und in Verborgenheit geleistet. Das Epitaph wird übrigens im November als letzte Maßnahme in Angriff genommen, zu Ostern 2016 sollen die Maßnahmen voraussichtlich abgeschlossen sein. Auf alle Fälle soll die Kirche zur Landesausstellung im Jahr 2017 in altem Glanz erstrahlen - und dazu trug Otto Waldrich bei.


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