Coburg
Morizkirche

Orgel von St. Moriz in Coburg aus Dornröschenschlaf erweckt

Die Generalsanierung des größten Coburger Gotteshauses steht kurz vor dem Abschluss. In dieser Woche sollen Stühle und der neue Altar aufgestellt werden.
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So leer wird die Morizkirche nicht mehr lange bleiben: In dieser Woche sollen die Stühle und der neue Altar aufgestellt werden. In voller Pracht zu bestaunen ist auch wieder das Epitaph, das gründlich gereinigt wurde. Fotos: Jochen Berger
So leer wird die Morizkirche nicht mehr lange bleiben: In dieser Woche sollen die Stühle und der neue Altar aufgestellt werden. In voller Pracht zu bestaunen ist auch wieder das Epitaph, das gründlich gereinigt wurde. Fotos: Jochen Berger
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Fast zwei Jahre lang schlummerte die Schuke-Orgel der Coburger Morizkirche im Dornröschenschlag. Während der Generalsanierung des Gotteshauses war das wertvolle Instrument sorgfältig eingerüstet und damit zum Schweigen gebracht worden.


Nun klingt sie wieder - wachgeküsst von einem Orgelbauer der Berliner Firma Schuke. "Alles hat prima funktioniert", freut sich Coburgs Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein: "Kein Staub, kein Schimmel - alles bestens."


Angst vor Schimmel und Staub

Denn bei aller Sorgfalt in der Vorbereitung: Eine fast zweijährige Ruhepause in staubdichter Verpackung kann durchaus ihre Tücken bergen. Jetzt ist klar: Luftentfeuchter und Klimamessgerät haben ihren Dienst tadellos versehen. Durchgestimmt wurde die Orgel ebenfalls schon, erklärt Stenglein: Alles klingt, wie es soll - "keine Heuler sind zu hören, nichts hat geklemmt." Nun bekommt die Schuke-Orgel etwas Zeit zum Akklimatisieren, bevor der Orgelmauer Anfang Mai zur abschließenden Generalstimmung nochmals nach Coburg kommt - rechtzeitig vor dem großen Festgottesdienst mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am 8. Mai.


Veränderte Akustik

In der vergangenen Woche war die Orgel von ihre Verpackung befreit worden. "Am Samstag konnte ich dann schon mal eine halbe Stunde üben", sagt Stenglein. In den nächsten Wochen will er dann immer wieder mal stundenweise an der Schuke-Orgel üben - auch, um sich auf die neuen akustischen Bedingungen einzustellen: "Die Akustik hat sich etwas verändert", sagt Stenglein - es gibt ein wenig mehr Nachhall als früher.


Das liegt nicht nur an den am Montag noch fehlenden Stühlen. "Staubfreie Wände reflektieren akustisch stärker", zitiert Stenglein die Erfahrungen des Berliner Orgelbauers. Der etwas längere Nachhall sei aber keineswegs im unangenehmen Bereich. Erstmals im Gottesdienst erklingen wird die Schuke-Orgel in der Osternacht. Dann nämlich wird die Kirchengemeinde ganz feierlich und offiziell wieder umziehen von der Salvatorkirche in die Morizkirche - genau zwei Jahre nach dem Umzug in umgekehrter Richtung vor Beginn der Sanierung. Stenglein weiß auch schon ganz genau, welches Stück zuerst erklingen wird: "Christ ist erstanden."


24. April erstes Konzert

"Das hat sich einfach so ergeben", sagt Stenglein: "Besser hätte man das gar nicht planen können." Ihre erste Bewährungsprobe im konzertanten Rahmen erlebt die Orgel dann am 24. April bei der Aufführung von Mendelssohns "Lobgesang".


Während am Montag noch die letzten Gerüstreste vor der Orgel abgebaut wurden, ist das Gerüst vor dem Epitaph inzwischen auch schon abgebaut.




Die nächsten Termine in der renovierten Morizkirche


27. März Osternachtgottesdienst in der Salvator- und Morizkirche (Beginn: 5 Uhr/ Achtung: Zeitumstellung)

24. April, 18 Uhr Bach "Himmelfahrtsoratorium", Mendelssohn "Lobgesang" - Vokalsolisten, Coburger Bachchor, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Leitung: Peter Stenglein

8. Mai, 10 Uhr Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Morizkirche; Predigt: Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.



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