Coburg

Opernabend in Coburg: Wo Rusalka auf Don Giovanni trifft

Zwei junge Solisten gestalten im Coburger Theater in der Reithalle einen anspruchsvollen Opernabend mit Wunschkonzert-Charakter.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Tränen der Bühne": Michaela Katráková und Jiri Rajnis gestalteten einen Opernabend in der Coburger Reithalle. Foto: Jochen Berger
"Tränen der Bühne": Michaela Katráková und Jiri Rajnis gestalteten einen Opernabend in der Coburger Reithalle. Foto: Jochen Berger
+14 Bilder
Das ist das Vorrecht junger Sänger. Einfach mal etwas riskieren, etwas ausprobieren - Rollen erkunden, die eigentlich vielleicht doch erst in ein paar Jahren auf dem Programm stehen werden. "Tränen der Bühne" - unter diesem Motto gestalteten die Sopranistin Michaela Katráková und der am Landestheater Coburg engagierte Bariton Jiri Rajnis einen ehrgeizigen Opernabend mit Arien und Duetten von Mozart bis Leoncavallo. Am Flügel: Claudio Rizzi.


Gesangsstimmen brauchen Zeit zum Reifen - und Sänger brauchen auf dem Weg zum künstlerischen Erfolg kluge Ratgeber mit feinem Gespür für Entwicklungsmöglichkeiten.


"Lied an den Mond"

Wohin zum Beispiel mag der Weg der jungen Sopranistin Michaela Katráková führen, die sich als Gast dem Coburger Publikum mit einer überaus anspruchsvollen Auswahl vorstellte? Sie wagte sich ebenso an die Arie der
Leonora "Pace, pace, mio Dio" aus Verdis "Macht des Schicksals" wie an Dvoráks wunderbares "Lied an den Mond" aus "Rusalka" und an die Arie der Tosca "Vissi d"arte" aus Puccinis gleichnamiger Oper.


Ihr hell timbrierter Sopran überzeugte dort besonders nachhaltig, wo schlanke Koloraturgeläufigkeit gefragt ist wie in der funkelnd virtuosen Arie der Linda aus Donizettis "Linda di Chamounix". Dass sie sich dabei kurz im Dickicht der Koloraturen verirrte - kein Problem, weil sie die kleine Panne charmant zu korrigieren wusste.


Der junge Bariton Jiri Rajnis, seit der Saison 2013/2014 Ensemblemitglied des Landestheaters Coburg, besitzt große Bühnenpräsenz und feines Gespür für das szenische Potenzial der ausgewählten Arien. Den Prolog des Tonio aus Ruggero Leoncavallos "Bajazzo" gestaltete er ebenso packend wie das Torero-Lied des Escamillo aus Bizets "Carmen". Und mit der Champagner-Arie aus Mozarts "Don Giovanni" bewies er, dass sich auch ein junger Sänger schon an diese Partie wagen kann.


Drei Zugaben

Immerhin hatte Rajnis bereits 2013 genau in dieser Partie im Rahmen der Bamberger Sommer-Oper so nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht, dass er postwendend ans Landestheater Coburg engagiert wurde.
Erfolgsgarant dieses Opernabends am Flügel: Claudio Rizzi, der die beiden Solisten ebenso einfühlsam wie reaktionsschnell begleitete und so zum Garanten dafür wurde, dass sich die Reithalle in ein Laboratorium der großen Gefühle verwandelte.


Am Ende gab es verdientermaßen reichlich Beifall und insgesamt drei Zugaben von Rossini, Lehár und Puccini.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren