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Coburg
Schulleitung

Ohne die Eltern geht es nicht

Veit Schmitt, der neue Rektor der Heinrich-Schaumberger-Schule in Coburg, hat ein Konzept zum Aufbau von Stütz- und Förderklassen erarbeitet. Seine Hauptaufgaben sieht der 52-jährige Sonderpädagoge in Elternarbeit und Lehrerfortbildung.
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Landrat  Michael Busch (links) überreicht Veit Schmitt den Haushaltsplanentwurf des Vereins "Sonderpädagogik für Kinder im Coburger Land", damit der neue Leiter der Heinrich-Schaumberger-Schule "weiß, was er für das Jahr 2013  ausgeben darf". Foto: Florian Hecky
Landrat Michael Busch (links) überreicht Veit Schmitt den Haushaltsplanentwurf des Vereins "Sonderpädagogik für Kinder im Coburger Land", damit der neue Leiter der Heinrich-Schaumberger-Schule "weiß, was er für das Jahr 2013 ausgeben darf". Foto: Florian Hecky
Mit Veit Schmitt hat die Heinrich-Schaumberger-Schule nicht nur pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres einen neuen Leiter bekommen, der 52-Jährige ist auch für viele seiner neuen Kollegen kein Unbekannter. Schmitt hat in Coburg schon mehrere Lehrerfortbildungen gehalten - über den Schwerpunkt seiner Tätigkeit: die Fortbildung im sozial-emotionalen Bereich. Gestern stellte Landrat Michael Busch (SPD), zugleich Vorsitzender des Vereins "Sonderpädagogik für Kinder im Coburger Land", den neuen Leiter der Heinrich-Schaumberger-Schule offiziell vor.
Veit Schmitt ist 52 Jahre alt, hat zwei Kinder und leitete zuletzt das sonderpädagogische Förderzentrum in Pfaffendorf im Landkreis Ebern. Ausgebildet ist er zum Sonderschullehrer für Schwererziehbare - eine Berufsbezeichnung, die glücklicherweise längst keine Verwendung mehr findet. Heute würde man angemessener sagen: Studienrat im Förderschuldienst mit der Fachrichtung sozial-emotionale Entwicklung.
Eine wichtige Station in Schmitts Werdegang war ein Projekt zum Aufbau von Stütz- und Förderklassen, das 2002 in Forchheim ins Leben gerufen wurde und mittlerweile an vielen Schulen umgesetzt wird, darunter auch die Schaumberger-Schule.
Die Stärkung des Lehrpersonals ist für den 52-Jährigen von größter Bedeutung: "Ich möchte ihnen einen Werkzeugkoffer an die Hand geben", sagte Schmitt im Pressegespräch.
Die Schüler hätten nämlich "gute Antennen" und bemerkten daher schnell, ob ein Lehrer hinter seinen Methoden stehe oder nicht. Der neue Schulleiter möchte daher ein breites Spektrum an Unterrichtsmethoden präsentieren, aus dem sich die Lehrkräfte individuell und adäquat bedienen können.

Kompetenzen schulen


Außerdem wolle man sich weiter von der Lernzielgleichheit distanzieren, dafür verstärkt Kompetenzen schulen und entwickeln. Dazu müsse man jeden Schüler erst einmal annehmen und nicht in ein fertiges Schema pressen. "Stärken sehen, an Schwächen arbeiten", gab Veit Schmitt als sein Motto bekannt.
Besonders wichtig ist dem Sonderpädagogen auch, die Eltern mit ins Boot zu nehmen: "Nur mit Eltern, die ihr Kind unterstützen, ist unsere Arbeit sinnvoll", sagte Schmitt. Noch immer gebe es große Akzeptanzprobleme bei den Eltern. Viele von ihnen kämen einfach nicht zurecht und schämten sich für ihr Kind, bestätigte auch Landrat Busch. Dies zeige sich etwa, wenn Klassenfotos gemacht werden und sich manche Eltern dagegen wehrten, dass ihr Kind darauf abgebildet werden soll. Dabei leiste die Schule einen wichtigen Dienst. Viele Kinder könnten schon nach den ersten Schuljahren zurück an eine reguläre staatliche Schule wechseln, auch oftmals einen Abschluss schaffen und später einen Ausbildungsplatz im ersten Arbeitsmarkt bekommen. Diese Erfolgsgeschichten müssten in den Mittelpunkt gerückt werden und die Scham mancher Eltern ablösen.

Mit den Kinder identifizieren


Um Akzeptanzproblemen entgegenzuwirken, wollen das sonderpädagogische Förderzentrum und Buschs Verein verstärkt aufzeigen, dass sie und die Eltern sich mit den Kindern identifizieren. "Unser Ziel muss es schließlich sein, dass jeder Schüler einen Abschluss bekommt", betonte der Landrat. Die Elternarbeit sei dabei ungemein wichtig und das Förderzentrum ein zentraler Baustein in der Bildungslandschaft von Stadt und Landkreis.
Veit Schmitt ist bisher sehr zufrieden mit der angenehmen und unterstützenden Zusammenarbeit mit dem Förderverein, der nicht nur als Sachaufwandsträger, sondern als echter Bildungspartner agiere. Die bestehenden Strukturen vor Ort seien mit ausschlaggebend gewesen für seinen Wechsel in die Vestestadt und sie ermöglichen es ihm hoffentlich, die "bestmöglichen Ressourcen anzuzapfen".

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