Oeslau
Sanierung

Oeslau soll wieder ein richtiges Sportzentrum werden

In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Stadtrat Rödental, die Sportanlage in Oeslau für 1,3 Millionen Euro zu ertüchtigen.
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Blick vom Betriebsgebäude auf eine der Sportflächen: 2017 will die Stadt Rödental das ganze Gelände in Oeslau sanieren. Foto: Christiane Lehmann
Blick vom Betriebsgebäude auf eine der Sportflächen: 2017 will die Stadt Rödental das ganze Gelände in Oeslau sanieren. Foto: Christiane Lehmann
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"Es war eine nicht alltägliche Entscheidung", sagte Bürgermeister Marco Steiner (FW) in einem Gespräch. Der Stadtrat hat in seiner gestrigen Sitzung im nichtöffentlichen Teil beschlossen, die Sanierung der Sportanlage Oeslau zu vergeben. Immerhin sollen 1,3 Millionen Euro verbaut werden. Dazu zählt die energetische Sanierung und barrierefreie Umgestaltung des Betriebsgebäudes mit Umkleiden für 300 000 Euro, die im nächsten Jahr in Angriff genommen werden soll. Einen größeren Batzen wird die Sportanlage selbst schlucken. Für ein ganzjährig bespielbares Kunstrasenspielfeld, vier Rundlaufbahnen, sechs Kurzbahnen, eine Kugelstoßanlage, die auch für Beachvolleyball geeignet ist, und für eine Weitsprunganlage sind eine Million Euro vorgesehen. Die Baufertigstellung ist für Sommer 2017 geplant.


Spendenaktion läuft ganz gut

Erwartet werden von der Regierung von Oberfranken Zuweisungen in Höhe von 450 000 Euro, das sind 72 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Rest ist aus Eigenmitteln zu finanzieren, die, so Steiner, haushaltsmäßig ohne Kreditaufnahme abgesichert seien und noch in diesem Jahr in einem Nachtragshaushalt verankert werden sollen. An Spendenzusagen über eine Patenschaft für einzelne Quadratmeter sind von der Zielmarke 40 000 Euro bereits 24 000 Euro eingegangen. Die Spendenaktion ist erreichbar unter "kunstrasen.roedental.de". "Wir müssen also keine finanziellen Klimmzüge machen", sagte Steiner.

Neben den Schülern, insbesondere die der Mittelschule Rödental, die oft genug nach Neustadt ausweichen, wird die Sportanlage wieder zur Verfügung stehen.


Hier soll Breitensport getrieben werden

Daneben dient sie auch dem Breitensport, vorwiegend für ortsansässige Vereine, was auch eine Auflage der Regierung war. Auch auswärtige Vereine könnten die Anlage gegen Vermietung nutzen, was allerdings nachrangig geschehen solle, erklärte Steiner.

Die im Eigentum der Stadt Rödental befindliche Sportanlage, die ohnehin schon 20 Jahre lang Thema im Stadtrat war, musste im Jahr 2012 wegen Verletzungsgefahr gesperrt werden. Der Sportunterricht der Mittelschule konnte dort nicht mehr durchgeführt werden. "Der Mehrheitsbeschluss im Stadtrat ist ein Meilenstein für die weitere sportliche Entwicklung in Rödental und sorgt für große Freude bei allen Befürwortern", resümierte Steiner.

Ferner teilte er mit, dass ebenfalls in nichtöffentlicher Sitzung die Auftragsvergabe für einen Deckenüberzug der Ortsverbindungsstraße Fornbach-Schönstädt erfolgt sei. Die Kosten hierfür hätten 200 000 Euro betragen. Der Baubeginn sei noch in diesem Jahr. Gerechnet werde mit einer Bauzeit von fünf Wochen.


Bebauungsplan "Langer Rain" sieht 33 Wohneinheiten in Rödental vor

Willen des Stadtrates geht, soll auf dem Gelände der ehemaligen Living Glass eine Wohnlandschaft mit insgesamt 33 Wohneinheiten entstehen. Das Gremium fasste den notwendigen Beschluss, einen entsprechenden Bebauungsplan zu erstellen. Beginn der Maßnahme ist aber frühesten im Frühjahr 2018.

Das Anwesen im Langen Rain ist offiziell noch bis Ende Februar 2018 vermietet und wurde zunächst für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge genutzt. Derzeit stehen die Gebäude leer. Dem Stadtrat stellten Ralf Schopf (Schopf & Teig Rödental) als wirtschaftlicher Vermarkter und Jürgen Beck vom planenden Ingenieurbüro ihre Konzeption vor. Demnach sollen auf dem etwa einen Hektar großen Areal drei Wohnblöcke mit jeweils sieben Wohnungen, vier Reihenhäuser und vier Doppelhäuser entstehen.

Auf Nachfrage erklärte Jürgen Beck, dass für jede der 33 Wohneinheiten zwei Garagen oder Stellplätze für Pkw vorgesehen sind. Auch führte er aus, dass nach den Baumaßnahmen die versiegelte Fläche geringer sein werde, als sie derzeit ist.

Sehr tief drangen manche Stadträte ins Detail ein. So wurde die Frage aufgeworfen, ob in den Wohnblöcken, die allesamt als Eigentumswohnungen konzipiert sind, Dusche oder Badewanne eingebaut würden. Die Klärung dieser Frage schien manchen Stadträten wichtig für eine Entscheidung über den Bebauungsplan zu sein. Nach vielen Fragen und Antworten waren sich am Ende alle einig, dass der Bebauungsplan "Langer Rain" auf den Weg gebracht werden soll.

Intensiv setzten sich die Stadtratsmitglieder mit der Fortschreibung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes auseinander. Frank Schönfelder (Planungsgruppe Strunz) erläuterte die Ergebnisse der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürger. Besonders ging er auf die Stellungnahme der Regierung von Oberfranken ein, der seit Mitte 2015 die Planungen vorlagen und die am vergangenen Sonntag ihre Stellungnahme abgab. Frank Schönfelder betonte, dass durch die Fortschreibung keine signifikanten Eingriffe in den derzeitigen Flächennutzungsplan vollzogen werden, dennoch riet er, den Hinweisen der Regierung von Oberfranken Beachtung zu schenken. "Schließlich ist die Regierung wesentlich für Gewährung von Fördermitteln zuständig."


Kindergarten in der Martin-Luther-Straße ist erneut ein Thema

Ein großes Spektrum der Betrachtungen fanden die Planungen für den neuen Kindergarten in der Martin-Luther-Straße. Kernpunkte waren hierbei die Parksituationen und die Frage, wie viele Bäume dem Neubau weichen müssen. Ernsthaft Gedanken machten sich manche Stadträte darüber, wie viele Meter die Lieferanten des Mittagsessen zum Kindergarten laufen müssen. Dass es für die Mitarbeiterinnen keine Parkplätze direkt vor der Einrichtung gibt, sei nach Worten von Bürgermeister Marco Steiner (FW) für die Betroffenen kein Problem.
Stefan Zapf (CSU) regte eine Verkehrszählung im Bereich der Mittelschule an, um zu erfahren, über welche Zahlen gesprochen wird. Bei fünf Gegenstimmen aus der CSU-Fraktion wurde beschlossen, den Neubau ohne weitere Änderungen in die Planung aufzunehmen. Auch stand die Erweiterung des Gewerbegebietes in Einberg zur Diskussion. Nachdem Ulrich Leicht (Bündnis90/Grüne) seine Bedenken dahingehend geäußert hatte, dass aufgrund des Untergrundes "Pfahlbauten" entstehen müssten. Offensichtlich teilten fünf weitere Stadtratsmitglieder Leichts Meinung und stimmten gegen eine Erweiterung des Gewerbegebietes.

Nachdem auch die Einwände von privaten Grundstückseigentümern behandelt worden waren, die allesamt keine Berücksichtigung fanden, kam das Gremium überein, die Pläne wieder öffentlich auszulegen, um so das Projekt weiter voranzubringen.

Einen "Bart" haben die Bebauungspläne für das Gewerbegebiet Oeslau West. Seit 2006 ist die Planungsgruppe Strunz damit beschäftigt, die vier Bebauungspläne - mit bis zu acht Änderungen - auf ein Bebauungsgebiet zusammenzufassen. Bedingt durch Nutzungsänderungen, ungeklärte Eigentumsverhältnisse sowie Grenzregelungen und die Tatsache, dass die Stadt wenig finanziellen Spielraum hat, wurde die Ausarbeitung immer wieder verschoben.

Jetzt konnte Frank Schönfelder einen neuen umfassenden Bebauungsplan vorstellen. Für Gesprächsbedarf sorgte ein Verkehrskreisel, der im Bereich der Einmündung Rosenau vorgesehen ist. Bürgermeister Marco Steiner konnte die Gegner dahingehend beruhigen, dass dieser am Ende nicht unbedingt gebaut werden müsse. "Wir vergeben uns nichts, diesen in den Bebauungsplan aufzunehmen", sagte Marco Steiner.


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