Laden...
Coburg
Nominierung

ÖDP positioniert sich als Familienpartei

Spitzenkandidat Klaus Klumpers wirbt für Ganztagsschulen, will es Eltern aber ausdrücklich selbst überlassen, ob sie ihre Kinder dorthin schicken. Ein deutliches Nein gibt es zu einem neuen Flugplatz und zu neuen Schulden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Klaus Klumpers, hie bei einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl 2013, bei der im Wahlkreis Coburg als Direktkandidat antrat, führt jetzt auch die Kandidatenliste seiner Partei zur Stadtratswahl in Coburg an. Foto: Albert Höchstädter/CT-Archiv
Klaus Klumpers, hie bei einer Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl 2013, bei der im Wahlkreis Coburg als Direktkandidat antrat, führt jetzt auch die Kandidatenliste seiner Partei zur Stadtratswahl in Coburg an. Foto: Albert Höchstädter/CT-Archiv
+1 Bild
In einer überschaubaren Runde stimmten die ÖDP-Mitglieder am Donnerstagabend im Gasthaus Felsenkeller einstimmig der Aufstellungsliste mit 26 Personen für die bevorstehenden Landtagswahlen zu. "Wir sind zwar arm an Kapital, jedoch reich an Geist", ließ ÖDP-Kreisvorsitzender Christoph Raabs wissen, der gleichzeitig als Wahlleiter fungierte.

"Nicht ins Handwerk pfuschen"

Coburgs einziger ÖDP-Stadtrat Klaus Klumpers streifte bei der Versammlung kurz einige Themen. Vor allem drei Ziele würden der ÖDP am Herzen liegen. "Erstens, wir wollen keinen Flugplatz in Neida, ganz eindeutig." Unter "Zweitens" positionierte Klumpers die ökologisch-demokratische Partei als ein "Bündnis für Familie". Man nehme das Thema Familie "sehr, sehr ernst" und spreche sich deshalb auch für Ganztagsschulen aus, jedoch nicht als Pflicht.
Klaus Klumpers: "Dort, wo es gewünscht wird, soll es diese Möglichkeit geben - niemand muss das, und wir wollen den Eltern nicht ins Handwerk pfuschen."

Die ÖDP glaube, so Klaus Klumpers, dass Eltern dies besser entscheiden können. Schließlich sei es "ein uraltes Recht der Eltern", selbst zu bestimmen. "Und das wollen wir nicht antasten", betonte Klumpers, "es reicht aus, dass wir eine Schulpflicht haben!" Den Eltern sollte vielmehr mit einer Ganztagsschule die Möglichkeit angeboten werden, sowohl gute Eltern als auch noch gute Arbeitnehmer sein zu können, wenn sich das kombinieren lässt. "Entscheiden sollen Eltern das selbst, das ist unser ganz großes Anliegen", bekräftige Klumpers und schimpfte regelrecht: "Diese Gleichmacherei von gesetzlichen Vorgaben ist uns ein Dorn im Auge!"

Immer mit Nein gestimmt

Als "Drittens" sprach Klumpers in ein paar Worten das Haushaltsrecht der Kommunen an. "Kommunen können sich beliebig verschulden, im Prinzip bis zum Konkurs. Man kann als Stadtrat entweder ganz unverantwortlich mit dem Geld der Kommunen umgehen oder man sagt Nein." Er habe in der jetzt zu Ende gehenden Legislaturperiode kein einziges Mal mit Ja gestimmt, wann immer eine Verschuldung damit verbunden war. "Wir, die ÖDP, sind gegenüber Verschuldungen der öffentlichen Hand äußerst kritisch eingestellt", stellte Klumpers klar. Dies könne nur bei Einnahmeerhöhungen von Kommunen zu akzeptieren sein. "Das, was jeder vernünftige Unternehmer auch praktiziert, das sollten auch Kommunen tun. Das ist in Coburg leider noch nie so gesehen worden, bedauerlich."

Auf der ÖDP-Stadtratsliste stehen 26 Kandidaten - der älteste ist Jahrgang 1933, der jüngste wurde 1989 geboren. Jeder Wähler kann am 16. März 40 Stimmen vergeben. Pro Person sind maximal drei möglich, auch wenn die ÖDP-Liste derart gestaltet werden musste, dass beispielsweise Spitzenkandidat Klaus Klumpers formell die Plätze 1 bis 3 einnimmt.
Auf die Aufstellung eines eigenen eigenen OB-Kandidaten verzichtet die ÖDP - allerdings auch deshalb, weil Klaus Klumpers, der vor sechs Jahren angetreten war, inzwischen die Altersgrenze überschritten hat.

ÖDP-Stadtratsliste
1. - 3. Klaus Klumpers; 4. - 6. Angela Priesnitz; 7.- 9. Günther Badewitz; 10. - 12. Jürgen Ott; 13./14. Peter Schramm; 15./16. Christin Güntel; 17./18. Kerstin Osterlänger; 19./20. Ulrike Weber;21./22. Marion Resch; 23./24. Stefanie Reiche; 25. Liesa Weber; 26. Dietrich Pax; 27. Christin Knoch: 28. Monika Blisse; 29. Michael Stelle; 30. Katja Thomas; 31. Helmut Weber; 32. Edda Schmöe; 33. Martina Liebkopf; 34. Elke Klumpers; 35. Bernd Osterlänger; 36. Friederike Rosenkranz-Pax; 37. Ulrich Priesnitz; 38. Iris Ott; 39. Inge Mohm; 40. Dagmar Murmann-Patzek.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren