Neustadt bei Coburg
Antrag

Neustadt und Sonneberg für gemeinsamen Tag der Franken

Neustadt und Sonneberg fühlen sich beide als fränkische Städte. Jetzt wollen sie gemeinsam den "Tag der Franken" als Großveranstaltung ausgestalten.
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Einst verlief die tödliche innerdeutsche Grenze zwischen Neustadt und Sonneberg, heute ist es die Grenze zwischen zwei Bundesländern - aber eine fränkische Grenze war sie nie. Fotos: Rainer Lutz
Einst verlief die tödliche innerdeutsche Grenze zwischen Neustadt und Sonneberg, heute ist es die Grenze zwischen zwei Bundesländern - aber eine fränkische Grenze war sie nie. Fotos: Rainer Lutz
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Gerade haben Sonnebergs Bürgermeister Heiko Voigt (parteilos) und Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) die besondere Nähe beider Städte durch den Antrag auf ein gemeinsames Oberzentrum betont, da laden beide schon zur nächsten gemeinsamen Pressekonferenz. Die Partnerstädte haben beschlossen, sich gemeinsam für die Ausrichtung der Großveranstaltung "Tag der Franken 2019" zu bewerben.
Der Tag der Franken geht zurück auf ein historisches Datum: Am 2. Juli des Jahres 1500 wurde auf dem Reichstag von Augsburg die Einteilung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Reichskreise in die Wege geleitet. Der Fränkische Reichskreis hatte dann bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 Bestand. 2006 wurde der Tag der Franken erstmals gefeiert. Seither rotiert das Fest durch die drei fränkischen Regierungsbezirke Bayerns. Im vergangenen Jahr fand er in Hof statt. Heuer ist das unterfränkische Kitzingen an der Reihe. Nächstes Jahr lädt Mittelfranken nach Ansbach ein.
Dann, 2019, ist Oberfranken wieder an der Reihe. Eine Gelegenheit, auf die Landesgrenzen überschreitende Ausdehnung Frankens aufmerksam zu machen, fand Neustadts Oberbürgermeister. Er fragte den Kollegen in der Nachbar- und Partnerstadt nach seiner Meinung. "Ich glaube, ich habe keine drei Sekunden gebraucht, um positiv zu antworten", sagt Heiko Voigt.
Neustadts Heimatpflegerin Isolde Kalter ging der Frage nach, ob sich die Sonneberger als Franken fühlen dürfen. Die kulturelle Zugehörigkeit war schnell geklärt. Der Sonneberger Dialekt gehört zur Itzgründischen Mundart wie der in Neustadt und dem Coburger Land. In alten Fuldaer Urkunden finden sich die Grenzen der ostfränkischen Gaue des 9. Jahrhunderts. Das Sonneberger Gebiet gehört dazu. Im 14. Jahrhundert dokumentierten die Grafen von Henneberg ihr Gebiet im ehemaligen Grabfeldgau. Coburg wird als Zentrum genannt. Neustadt und Sonneberg gehörten dazu. Erst 1735 wurde Sonneberg politisch vom Coburger Gebiet abgetrennt und Sachsen-Meiningen zugeschlagen. An der kulturell fränkischen Ausrichtung änderte das nichts.
Zu Zeiten der DDR, erinnert Heiko Voigt, sei Wert auf die Trennung vom anderen Teil Deutschlands gelegt worden. Der Gedanke, Sonneberg und das ganze Gebiet südlich des Rennsteigs gehöre irgendwie zu Franken, wurde unterdrückt. "Heute kehren wir zu den Wurzeln zurück", sagte Voigt.
Über den Austragungsort entscheidet der Bezirkstag des fränkischen Bezirks, der an der Reihe ist. Frank Rebhan ist Bezirksrat. Er hat den Antrag vorgetragen und durchaus positive Resonanz erzielt, wie er sagt. Mit einer Entscheidung kann im Laufe des Jahres gerechnet werden. Heiko Voigt hat mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow über die Idee gesprochen. Der, so Voigt, stehe einer Zusammenarbeit mit Neustadt positiv gegenüber. Das gelte für alle Bereiche. Der Antrag ist gestellt. Jetzt heißt es warten. Die Details über Orte und Art der möglichen Veranstaltungen rund um den Tag der Franken, wollen beide Städte erst klären, wenn sie eine Zusage für 2019 haben.

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