Coburg
Innenstadt

Neuer Citymanager sagt dem Leerstand in Coburg den Kampf an

Der neue Citymanager Jörg Hormann sagt dem Leerstand den Kampf an. Aber zunächst muss er, der zuletzt in Heidelberg tätig war, ankommen und viele, viele Gespräche führen.
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Jörg Hormann - der neue Citymanager von Coburg Foto: privat
Jörg Hormann - der neue Citymanager von Coburg Foto: privat
Der Mann ist clever. Nach seinem Lieblingsgericht gefragt, antwortet der neue Citymanager: "Schweinekrustenbraten mit Coburger Klößen". Jörg Hormann - zur Zeit noch "Kümmerer von Heidelberg" weiß zwar noch nicht genau, wann sein erster Arbeitstag in Coburg sein wird, aber er weiß schon, was er sagen muss, um hier gut anzukommen. Bei seinem letzten Besuch hat er sich bereits kulinarisch einfangen lassen in der Vestestadt.

Ins Schwärmen gerät er auch, wenn er an die schöne Altstadt denkt. "Coburg hat so viele Highlights, die es zu entdecken gibt", sagt er und fügt an, dass er auch nur freundliche Menschen getroffen habe.

Schwieriger ist es da schon mit einer Wohnung. Er sucht noch: 50 bis 70 Quadratmeter, innenstadtnah. Angst, keine passende zu finden, hat er nicht. Hormann ist einer, der von guter Kommunikation etwas versteht. Schließlich ist das sein Job: Dialoge führen, Netzwerke knüpfen und gut zuhören.

Für den Noch-33-Jährigen ist klar, dass seine neue Aufgabe als Citymanager viel damit zu tun haben wird. "Ich muss die Stadt und ihre Akteure kennenlernen." Jörg Hormann will wissen, wo die Coburger Einzelhändler und Gastronomen stehen, wo sie hinwollen. Und er weiß, dass es ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept gibt, das es umzusetzen gilt.

Die Frage, ob es für ihn ein Aufstieg ist, vom "Kümmerer von Heidelberg" (das ist der offizielle Titel!) zum Citymanager von Coburg, entlockt ihm ein Schmunzeln. "Das sind doch nur zwei Namen. Kümmern muss ich mich in jedem Fall, hier und dort."

Ihm liegen die "Akteure", wie er sie immer wieder nennt, am Herzen. Die, die etwas machen und bewirken wollen. Um sie will er sich kümmern, sie möchte er zusammenführen, an einen Tisch bringen. Zum Beispiel mit einem Einzelhändler-Frühstück einmal im Monat, zu dem auch Vertreter der Stadt, der IHK und Marketingfachleute eingeladen werden sollen.

Kein Vergleich mit Heidelberg

Vergleiche mit Heidelberg, wo er mittlerweile seit neun Jahren in der Wirtschaftsförderung tätig ist, möchte er nicht ziehen. Zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen. Sowohl die Einwohner- als auch die Studentenzahlen lassen sich nicht vergleichen - und einen Leerstand von Geschäften gibt es auch nicht. Aber natürlich habe er viele Erfahrungen gesammelt und einen Methodenkoffer im Gepäck, in den man reingreifen kann, um neue Ideen umzusetzen. Eins zu eins lasse sich ein Projekt niemals von einer Stadt in die andere übertragen.

Das Citymanagement von Coburg habe in den vergangenen Jahren von sich Reden gemacht. Weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt, sei zum Beispiel der Mittagstisch-Planer. "Eine kleine Idee mit einer großen Wirkung", sagt Hormann voller Respekt. Ob er denn ein Konzept gegen der Leerstand in der Tasche habe, wollte auch der Betriebssenat beim Vorstellungsgespräch von ihm wissen. Ein schriftlich niedergeschriebenes habe er nicht, gibt Hormann zu, nennt jedoch gleich seine Vorgehensweise. Zunächst sei eine Flächenanalyse notwendig, die Bewertung von Quantität und Qualität. Ist es möglich Geschäfte zusammenzulegen, um sie attraktiver zu machen. Könnten gezielt Projektentwickler mit den Eigentümern der Häuser zusammenarbeiten?

Wichtig sei weiterhin, die ansässigen Händler nach ihren langfristigen Zielen zu fragen: Wollen sie ihre Geschäfte in den kommenden Jahren vergrößern oder vielleicht sogar umsiedeln? Welche Standortanforderungen haben die Bürger und welche die Einzelhändler?

Hormann möchte ein Netzwerk von Expansionsleitern schaffen und möchte die Kontakte zu großen "Häusern" pflegen. Gespräche will er mit regionalen Expansionsleitern aus Bamberg oder Bayreuth führen, die sich vielleicht vorstellen könnten, auch in Coburg eine Filiale zu eröffnen.

Auch er habe schon davon gehört, dass sich die Coburger einen Männer- und einen Kinder-H&M wünschen...












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