Wüstenahorn
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Neue Perspektiven für den Wolfgangsee

Seit Jahren warten die Bewohner des Stadtteils darauf, dass sie ein neues Bürgerhaus am Wolfgangsee erhalten.
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Das ehemalige Postgebäude ist nur noch eine Ruine. Seitdem das Gelände vom Buschwerk befreit wurde, ist das in vollem Ausmaß sichtbar. Foto: Simone Bastian
Das ehemalige Postgebäude ist nur noch eine Ruine. Seitdem das Gelände vom Buschwerk befreit wurde, ist das in vollem Ausmaß sichtbar. Foto: Simone Bastian
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Es darf weiter geplant werden: Mehr ist in Sachen Bürgerhaus Wüstenahorn noch nicht beschlossen. Denn nach wie vor sind die Kosten für das Gebäude ein Thema, auch, wenn dafür nun schon 1,08 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt sind. Doch bei Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro bleiben rund 1,5 Millionen Euro, die die Stadt für diesen Neubau aufbringen müsste.

Wie wichtig das Projekt für den Stadtteil ist, sollten die Stadtratsmitglieder am Montagabend erfahren. Der Stadtteilarbeitskreis und das Quartiersmanagement hatten die Fraktionen zu einem "Stadtteilspaziergang" eingeladen.


Miteinander im Stadtteil steht im Vordergrund

Beide, Stadtteilarbeitskreis und Quartiersmanagement, sind Teil des ganzheitlich angelegten Sanierungsprogramms "Soziale Stadt" in Wüstenahorn. Da geht es nicht nur um die Sanierung von Wohnungen oder den Bau von Spielplätzen, sondern auch um das Miteinander im Stadtteil. Vor allem sollen die Bewohner solcher Sanierungsgebiete es selbst mit steuern, was in ihrem Stadtteil passiert.

Doch die Coburger Stadträte schien das wenig zu interessieren. Die CSU hatte wegen einer wichtigen internen Sitzung abgesagt, von anderen Fraktionen waren gar keine Rückmeldungen gekommen, Jürgen Heeb (Pro Coburg) hatte sich laut Quartiersmanagerin Gabriele Lehrke-Neidhardt angemeldet, kam aber nicht. So waren es lediglich die drei SPD-Frauen Petra Schneider, Gabriele Morper-Marr und Johanna Thomack, die sich den Standort und die Pläne fürs Bürgerhaus erläutern ließen. Zumindest für Schneider und Morper-Marr war dies nicht das erste Mal.


Vorbereitungen für den Bau des Bürgerhauses könnte im Herbst beginnen

Doch auch sie dürften das erste Mal seit langem die ehemalige Post am Wolfgangsee ohne Buschwerk davor gesehen haben. Das Grün hatte in den vergangenen Jahren gnädig verdeckt, wie heruntergekommen das Gebäude und die frühere Seeterrasse inzwischen sind.

Die Vorbereitungen für den Bau des Bürgerhauses könnten noch im Herbst beginnen. Doch vorher muss der Bau- und Umweltsenat die Detailplanung nebst Kostenschätzung für den Neubau absegnen. Vorgesehen ist das im September. Diskutiert wird dann vermutlich, ob neben dem Bürgerhaus eine öffentliche Toilette am See gebraucht wird. Der Verzicht darauf sowie auf die Kalträume könnte nämlich einiges an Baukosten sparen. Billiger würde es auch, wenn das Gebäude insgesamt etwas kleiner ausfiele. Es soll ein (ehrenamtlich bewirtschaftetes) Café sowie einen größeren Raum für Zusammenkünfte und Feiern enthalten.

Den drei SPD-Stadträtinnen geht es aber nicht allein darum, wie das Gebäude aussehen soll. "Bevor da der erste Spatenstich gesetzt wird, muss das Konzept stehen", forderte Petra Schneider. Das Konzept gibt es jedoch schon seit langem, wird immer wieder angepasst. Gabriele Lehrke-Neidhard sprach von einem Mittagstisch und einem Programmangebot, das sich hauptsächlich an die ältere Bevölkerung richten werde. Das Quartiersmanagement soll in dem Haus unterkommen, die "Stadtteilmütter" sollen hier ihren Treffpunkt haben. "Das Haus muss es leisten, dass immer mal etwas Neues kommt", betonte Pfarrer Ulrich Willmer (Johanneskirche). "Wir hätten vor anderthalb Jahren noch nicht über Deutschkurse für Flüchtlinge geredet." Quartiersmanagerin Lehrke-Neidhard wies darauf hin, dass die Wüstenahorner bereits sehr lange auf das Haus warten. "Viele glauben schon nicht mehr daran."


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