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Coburg
Tag der Heimat

Neue Existenzen aus dem Nichts

Bei der Großveranstaltung im Kongresshaus erinnerten Jürgen W. Heike und Thomas Nowak an die enormen Leistungen, die von den Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg vollbracht wurden.
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Die Banater Trachtengruppe begeisterte begeisterte beim "Tag der Heimat"mit ihren Auftritten im Kongresshaus.
Die Banater Trachtengruppe begeisterte begeisterte beim "Tag der Heimat"mit ihren Auftritten im Kongresshaus.
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Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat bei seinem "Tag der Heimat" gleich zwei Jubiläen gefeiert - einerseits wurde der BdV 50 Jahre alt, andererseits gedachten die Banater "70 Jahre Flucht und Evakuierung". Bei der Veranstaltung wurde der Landtagsabgeordnete Jürgen Heike (CSU) mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbandes im BdV ausgezeichnet. Zum "Tag der Heimat 2014" hatten die Landsmannschaften der Ost- und Westpreußen, der Ober- und Niederschlesier, der Danziger, der Pommern, der Siebenbürger Sachsen, der Banater Schwaben und die Sudetendeutsche Landsmannschaft eingeladen.

"Deutschland geht nicht ohne uns" - dies, sagte Jürgen Heike, versichere er aus tiefster Überzeugung. In seiner Festrede zum 50jährigen Bestehen des "Bundes der Vertriebenen" sagte Heike weiter: "Aus Asche ist Gold geworden." Aus dem Nichts, das so manch Vertriebener 1945 in die Fremde habe retten können, sei eine neue Existenz entstanden.
Das Deutschland von heute sei nicht denkbar ohne den Beitrag der Vertriebenen, das Engagement ihrer Nachkommen und die Erfahrung der Integration.

Vor fast sieben Jahrzehnten, als sich in den Nachkriegswirren zwölf Millionen entwurzelt und ihrer Vergangenheit beraubt fern ihrer Heimat wiederfanden, sei laut Heike klar gewesen: "Nun musste man zusammenhalten, an einem Strang ziehen und Gräben überwinden."

Nicht vergessen dürfe man den Beitrag, den die Flüchtlinge zum politisch-moralischen Fundament der neuen Bundesrepublik geleistet hätten: Sie waren es, die sich selbst 1950 in der "Charta von Stuttgart" zu einem Verzicht auf Rache und Vergeltung verpflichteten, wenn es um die Verwirklichung ihres Rechts auf Heimat ging. "Der Gedanke einer Versöhnung der Völker in einem geeinten Europa hat hier eine seiner Wurzeln", stellte Jürgen Heike heraus.

Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) erinnerte daran, dass der von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg und die Verbrechen der Nationalsozialisten die Ursache für Millionen von Toten und das unermessliche Leid vieler Völker gewesen seien. Rund 14 Millionen Deutsche, sagte Nowak, hätten die Schrecken von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt. "Wir, die Generation, die Vergleichbares nicht erleben musste, können die Schrecken nicht nachfühlen, die die Opfer von Flucht und Vertreibung erlebt haben." Die heutige Generation sei es den Vertriebenen aber schuldig, ihrer Schicksale zu gedenken und die Erinnerung wach zu halten.

Allein 2013 seien weltweit 51 Millionen Menschen vor kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen geflohen und die Zahlen würden täglich steigen. Die Brutalität, mit der gegen diese Menschen vorgegangen werde, verschlage ihm oft die Sprache. Sie sei durch nichts zu rechtfertigen und deswegen müsse Deutschland auch heute seine Stimme gegen die Vertreibung erheben.

Nowak: "Vertreibungen sind immer Unrecht!" Auch in Coburg würden Flüchtlinge und Vertriebenen ankommen, stellte Nowak heraus - und forderte: "Helfen Sie uns als Kommune dabei, Unterkunft zu finden und ihnen ein Gefühl des Willkommens und der Sicherheit nach schrecklichen Erlebnissen zu geben."

Ehrungen

Mi t der Ehrenurkunde des Landesverbandes des BdV wurde Manfred Jenke ausgezeichnet. Dank und Anerkennung erhielt Jenke, so hieß es in der Laudatio, für langen und verdienstvollen Einsatz als Kreisvorsitzender sowie für sein Engagement bei der Organisation und Gestaltung der "Tage der Heimat". In eindrucksvoller Weise sei es ihm gelungen, die Zusammengehörigkeit der Vertriebenen und Spätaussiedler zu fördern.
Hildegund Müller, Chorleiterin der "Siebenbürger Sachsen" wurde in Würdigung ihrer ehrenamtlich geleisteten Arbeit von Manfred Jenke die Ehrenurkunde des BdV-Kreisverbandes verliehen.
Die Stadtkapelle Coburg, der Chor der Siebenbürger Sachsen, die Banater Trachtengruppe und der Chor der Siebenbürger Sachsen gestalteten das Rahmenprogramm beim "Tag der Heimat".

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