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Coburg
Museumsnacht

Nächtliche Tour durch die Historie

Fränkische und thüringische Einrichtungen hatten eingeladen und für ihre Besucher viel Interessantes vorbereitet.
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Julius Engel und Wieland Engel-Schneider lauschen den Klängen des Minnesängers Jürgen Hofmann.
Julius Engel und Wieland Engel-Schneider lauschen den Klängen des Minnesängers Jürgen Hofmann.
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Wie viele Schäfchen sind wohl im Muster verborgen? Interessiert blicken Petra Schuchardt, Patricia und Marcel Baetz auf den blauen Fayence-Kachelofen im Ludwig-Otto-Museum in Eisfeld. Hier beginnt der nächtliche Streifzug der drei jungen Leute aus dem Coburger Landkreis. Im Hof des historischen Ensembles spielt das Gitarren-Pop-Orchester "Die heißen Drähte" zum Auftakt der 10. Auflage der regionalen Museumsnacht. Diese lädt diesmal unter dem Motto "Schatzsuche" zu einer Reise durch die Museen in Franken und Thüringen ein.


Gute fränkische-thüringische Zusammenarbeit


Thomas Müller, Landrat von Hildburghausen (CDU), erinnert an die Anfänge im Jahr 2003. "Wir waren skeptisch, ob es gelingt, nachts die Besucher in die Museen zu bringen." Mittlerweile sei die Veranstaltung Tradition geworden, die nach wie vor Besucher anlocke.
"Vieles, was für uns selbstverständlich ist, wird von Fremden als ein Highlight wahrgenommen" sagt Thomas Müller. Für Coburgs Landrat Michael Busch (SPD) ist die Museumsnacht ein Beweis für die gute Zusammenarbeit von fränkischer und thüringischer Seite. Die Museumsnacht bringe die regionale Geschichte ins Bewusstsein.


Per Shuttlebus von Station zu Station


Wilfried Luther, stellvertretender Landrat von Sonneberg (FDP) räumte ein: "Auch ich kenne nicht alle Museen."
Deshalb sind auch Petra Schuchardt, Patricia und Marcel Baetz unterwegs. "Vier Museen möchten wir uns anschauen", sagen die Gäste aus Untersiemau und Ahorn. Mehr Besichtigungen sind auch kaum zu schaffen, denn um die Einrichtungen zu erreichen, müssen einige Kilometer zurückgelegt werden. Die drei Nachtschwärmer sind mit dem Auto unterwegs. Wer sich nicht selber hinter das Steuer setzen möchte, wird bequem mit dem Shuttlebus von Station zu Station befördert, zum Beispiel in das Zweiländermuseum nach Streufdorf, wo Horst Gärtner, Elfi Arnold und Hans-Jürgen Dinter die Besucher in historischen Gewändern warten.


Elfi Arnold von der Initiative Rodachtal führt in den hinteren Teil des Museums, wo "Schätze" aus dem Fundus der Bürger lagern: Flachs, Puppen, Leinenkleider oder vergoldete Krüge. I m Hof unterhält derweil zum ersten Mal der Minnesänger Jürgen Hofmann mit allerlei Schabernack kleine und große Zuschauer. Weiter geht der abendliche Streifzug nach Bad Rodach in das Heimatmuseum. Vor der historischen Schmiede in der oberen Etage bestaunen Adriano und Angelina Watzek und Lilly Roth das alte Inventar. Zum dritten Mal, verraten die Kinder, seien sie zu nächtlicher Stunde unterwegs. Toll finden die drei zwar vieles, aber: "Am schönsten ist es in Eisfeld, da klettern wie den Turn rauf und runter."


In der Lernwerkstatt Frieden in Meeder schlüpfen Schulkinder in die Rolle der Anna B. Eckstein und begeistern die Zuhörer. Zum Beispiel erzählt die kleine Emilia Sommer aus dem Leben der Friedensaktivistin. Im Heimatmuseum Seßlach gibt es ein Kontrastprogramm: historisches Inventar, Musik von Schülern des Bildungsinstitutes für Musik und Musiktheater und auch eine Schatzsuche. Aber auf moderne Art: Florian Fischer erklärt, was es mit Geo-Caching auf sich hat. Schatzsuche hin oder her: Für Petra Schuchardt, Marcel und Patricia Baetz endet die nächtliche Reise im Schlosspark Rosenau. "Wir waren im Nautiland und in der Sternwarte Sonneberg.

Zum Schluss sind wir hier, weil der Park so schön beleuchtet ist", schwärmen sie. Ganz ohne Gedränge und in Ruhe erkunden die Besucher die Schätze der zehn Museen der thüringisch-fränkischen Kulturlandschaft.
Am gestrigen internationalen Museumstag war das Glasmuseum in Rödental ein Besuchermagnet. 600 Besucher wurden gezählt und damit 100 mehr als im vergangenen Jahr.
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