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Mönchröden
Hauptversammlung

Nachdenken über den Sinn eines Obst- und Gartenbauvereins

Heimischer Obst- und Gemüsebau geht zurück. Welchen Stellenwert haben da noch Obst- und Gartenbauvereine, fragte man sich in Mönchröden.
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Ehrung beim Obst- und Gartenbauverein Mönchröden (von links): Ingrid Ott, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Beier, Walter Nageisky, Schriftführerin Andrea Hager, Ehrenmitglied Margarete Schwenk, Bürgermeister Marco Steiner, Ehrenmitglied Manfred Wohlleben, Beisitzer Robert Simolka und Kassiererin Karin Beier Foto: Martin Rebhan
Ehrung beim Obst- und Gartenbauverein Mönchröden (von links): Ingrid Ott, stellvertretender Vorsitzender Jürgen Beier, Walter Nageisky, Schriftführerin Andrea Hager, Ehrenmitglied Margarete Schwenk, Bürgermeister Marco Steiner, Ehrenmitglied Manfred Wohlleben, Beisitzer Robert Simolka und Kassiererin Karin Beier Foto: Martin Rebhan
Auch wenn nach Ansicht von Ingrid Ott, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Mönchröden, der Hauptgrund der Vereinsgründung im Jahr 1907 nicht mehr so ganz passe, wolle sie nicht den Kopf hängen lassen. Bei der Hauptversammlung führte Ott vor Augen, dass der Obst- und Gemüseanbau in heimischen Gärten angesichts der Angebots- und Preisgestaltung im Einzelhandel weit in den Hintergrund getreten sei. Ingrid Ott: "Bei den Preisen von Erdbeeren schon im März von 95 Cent ist der eigene Anbau einfach lächerlich." Ott sieht aber zwei andere Aufgaben im Obst- und Gartenbauverein, die geblieben seien. So wurde in der Präambel 1907 die Brüderlichkeit festgeschrieben. "Brüderlichkeit bedeutet Wärme und Gemeinschaft, gemeinsames Lachen, Anteilnahme und Zusammengehörigkeit", stellte die Vorsitzende fest. Auch verwies sie auf die Satzung aus dem Jahr 1985, in der unter anderem die Ortsverschönerung, Heimatpflege und der Umweltschutz festgeschrieben sind. Die Mitglieder forderte sie auf, diese Ziele des Obst- und Gartenbauvereins zu verinnerlichen. Eine deutliche Absage erteilte sie Überlegungen, dem allgemeinen Trend einer Vereinsauflösung zu folgen. "Es ist schön, in einer Dorf- und einer aktiven Vereinsgemeinschaft zu leben und sich wohlzufühlen", war ihre Botschaft an die Anwesenden.


Verein unternimmt viel

Dass der OGV Mönchröden lebt, lasse sich an den Aktivitäten ersehen. So wurden alle drei Brunnen geschmückt, Feste gefeiert und eine Busfahrt zur Landesgartenschau nach Schmalkalden unternommen. Gern hätte man auch wieder einen Weihnachtsbaum geschmückt, aber nachdem der städtische Bauhof nach Worten von Ingrid Ott keinen Baum liefern wollte und es dem Verein nicht möglich war, ein entsprechendes Gewächs aus dem Wald zu holen, musste dies ausfallen.

Die Vorsitzende verbarg ihre Enttäuschung darüber nicht, dass sie als einzige Vertreterin des OGV an der Dorfweihnacht teilgenommen hat. Dass in der Präambel des Vereins ausschließlich von Männern die Rede ist, denen es zugetraut wurde, an der Spitze des Vereins zu stehen, konnte Bürgermeister Marco Steiner (FW) nicht unkommentiert lassen. "Die Vereinslandschaft würde ohne Frauen nicht funktionieren", betonte das Stadtoberhaupt. Auch mache es keinen Sinn, sagte er, wehmütig auf eine vergangene Zeit zurückzuschauen. "Man muss sich auf das Jetzt konzentrieren", unterstrich Steiner.

Großes Lob zollte er dem OGV für die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. Marco Steiner zeichnete die Vereinsmitglieder Margarete Schwenk und Manfred Wohlleben für ihre besonderen Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft aus. Ingrid Ott sagte über die neuen Ehrenmitglieder: "Sie helfen, ohne groß darüber zu reden."
Seit einem Vierteljahrhundert hält Klaus Pohl dem Verein die Treue. Auf 40 Jahre Zugehörigkeit können Manfred Bitteroff und Walter Nageisky zurückblicken.
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