Coburg
Auftritt

Mona Asuka Ott zeigt Hexenkünste am Klavier

In der Reihe Podium junger Künstler - international - einem Gemeinschaftsprojekt der Gesellschaft der Musikfreunde mit dem Kulturbüro der Stadt Coburg - gastierte erstmals die junge deutsch-japanische Pianistin Mona Asuka Ott im recht gut besuchten Kongresshaus.
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Ausdruckskraft und Virtuosität: Mona Asuka Ott gastierte im Coburger Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
Ausdruckskraft und Virtuosität: Mona Asuka Ott gastierte im Coburger Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
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Ihr anspruchsvolles Programm war im ersten Teil mit den zwei "Trauermarsch"-Sonaten von Beethoven und Chopin der Jahreszeit angemessen und gipfelte nach der Pause in der fulminanten Wiedergabe des teuflischen Mephisto-Walzers Nr. 1 von Liszt. Für ihr ausdrucksvolles wie virtuoses Spiel erhielt die am Anfang einer internationalen Karriere stehende Künstlerin reichen Beifall.

Am Beginn stand die Sonate As-Dur op. 26 von Ludwig van Beethoven, die entgegen der klassischen Tradition mit einem Variationssatz beginnt, den die Pianistin mit kultiviertem Anschlag und sparsamem Pedalgebrauch fein ziseliert gestaltete. Das kurze, intermezzoartige Scherzo wurde locker dargeboten, bevor der dynamisch verhaltene Trauermarsch mit dem energischen, akzentreichen Trio zu gebührender Wirkung kam. Fingerfertig und spielerisch- virtuos gelang ihr dann der fröhliche Kehraus des Schluss-Allegros.

Wilde Jagd als Finale

Technisch einige Stufen höher angesiedelt ist die Sonate b-Moll op.35 von Frédéric Chopin, die nach kurzer Einleitung in wild-dramatische Gefilde führt, aber auch mit einem wunderbar lyrischen 2. Thema aufwartet, von dem sich der Komponist nicht trennen kann und es auch im Trio des kraftvollen Scherzos nochmal anklingen lässt. Auch hier wie bei Beethoven als dritter Satz der berühmte Trauermarsch, den Mona Asuka Ott spannungsvoll und dynamisch differenziert gestaltete. Einige Begleitnoten zu Beginn des Mittelsatzes wurden etwas unsicher ausgeführt, ansonsten bot die Pianistin eine grandiose Leistung, die in der wilden Jagd des abschließenden Presto-Unisonos gipfelte.

Nach der Pause standen zunächst die vier Impromptus op. 90 von Franz Schubert auf dem Programm. Auch ernst das erste in c-Moll, das sich aber gegen Ende aufhellt. Perlende Geläufigkeit bot Mona Asuka Ott im perpetuum mobile des zweiten Impromptus Es-Dur. Großen Atem bewies sie in der gefühlvollen Wiedergabe des Ges-Dur-Andantes, bevor sie das abschließende "Wasserfall"-Impromptu filigran und geschmeidig bewältigte.

Verblüffende Treffsicherheit

Den krönenden Abschluss des gelungenen Debüts bildete der berühmte "Mephisto Walzer" Nr. 1 ("Der Tanz in der Dorfschenke") von Franz Liszt, ein Bravourstück, an das sich nicht jeder Pianist heranwagt. In diesem Parforceritt werden alle Hexenkünste der Klavierkunst aufgeboten, die Mona Asuka Ott scheinbar spielerisch in den Fingern hatte und so mit ihrer Treffsicherheit und gleichzeitiger Eleganz des Spiels verblüffte. Viel Beifall für die vielversprechende Nachwuchskünstlerin und eine passende, intelligente Zugabe in Form der Liszt-Transkription von Schuberts Klavierlied "Ständchen".

Stationen einer jungen Künstlerkarriere

Mona Asuka Ott Durch die CD eines Konzertmitschnitts vom Juli 2008 beim Klavier-Festival-Ruhr machte die damals 17-jährige Mona Asuka Ott ein breiteres Publikum auf sich aufmerksam. Inzwischen absolviert die junge deutsch-japanische Künstlerin bereits eine intensive Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Ihre Studien begann sie im Alter von 9 Jahren bei Karl-Heinz Kämmerling. Inzwischen ist sie Schülerin von Bernd Glemser. Inzwischen absolviert die deutsch-japanische Künstlerin bereits eine intensive Konzerttätigkeit.

Vorschau Montag, 10. Dezember, 20 Uhr; Kongresshaus: Alban Gerhardt (Violoncello), Olga Scheps (Klavier).

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