Coburg
Konzert

Mitreißende Freuden-Fantasie in Coburg

Das Gymnasium Casimirianum bot für das Weihnachtskonzert 2016 erneut eine Vielzahl von engagierten und begabten jungen Musikern und Sängern auf.
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Viele schöne, junge Stimmen sangen bei der Weihnachtsfeier des Gymnasiums Casimirianum von Frieden und Freude.  Fotos: Carolin Herrmann
Viele schöne, junge Stimmen sangen bei der Weihnachtsfeier des Gymnasiums Casimirianum von Frieden und Freude. Fotos: Carolin Herrmann
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Gemeinschaft, Freude, Engagement im Schulalltag. - Ob sich tatsächlich alle Schüler (oder auch Lehrer) am "Casi" dem das ganze Jahr über verpflichtet fühlen? Da wollen wir ein bisschen schmunzelnd zweifeln dürfen. Doch umso wichtiger ist es ja, regelmäßig die grundsätzliche Ausrichtung, die Ziele, die "Idee" einer Einrichtung, erst Recht eines humanistischen Gymnasiums wie dem Coburger Casimirianum in Erinnerung zu rufen, appellierend aufrecht zu erhalten.
Das tut ein Schulleiter wie Burkhard Spachmann selbstverständlich in seiner Rede zur Weihnachtsfeier. Doch was wären die Worte ohne die Taten, die musikalischen in diesem Fall. Am Dienstag führte das "kleine, aber feine" Gymnasium (so der Eigenanspruch) sich und der Öffentlichkeit einmal mehr vor, was in ihm steckt. Die casimirianische Weihnachtsfeier in der vollen St. Moriz-Kirche wurde zu einer ergreifenden Stunde der Sammlung, ja der Freude.


A Spaceman Came Travelling

Wieder einmal beeindruckte die Vielzahl der musizierenden Schüler, beeindruckte - je nach Entwicklungsstadium - die Qualität der Ensembles, ja, gelang zum Höhepunkt tiefe, gemeinschaftliche Ergriffenheit zwischen Chor, Orchester und Zuhörern. (Da wurden doch tatsächlich auch die Fregger aus der Fünften ein bisschen aufmerksamer.) Chris de Burghs hymnenartig empor steigender Song "A Spaceman Came Travelling" brachte diesen Moment der Ehrfurcht auf die Gesichter der vielen CaSingers und der Zuhörer.
Dem musikalischen Leiter, Hans-Jürgen Hofmann, war bis auf die Höhe dieses Programmteils heuer wieder einmal gelungen, was in den ständig wechselnden Schülerwogen nicht immer gelingt, die unterschiedlichen Ensembles je nach Entwicklungsstand in einem einnehmenden und abwechslungsreichen Programm zu einem genussvollen Gesamtwerk zu führen.
Wobei Hofmann ja vom Posaunenchor über die erweiterte BigBand, den Kinderchor, die auch Anspruchsvollerem gewachsenen CaSingers bis zum Orchester alles selbst zu lenken und zu leiten hat.


Die Hymne des Casimirianums

Nur das sogenannte Vororchester mit den Instrumentalisten der untersten Klassen wurde von Beatrix Seidlitz geführt; es entzückte in seinem bedächtigen, aber schon schön sauberen Klang mit seiner Weihnachtsphantasie von Carl Mehler. Auch die CaSinfoniker setzen sich gegenwärtig aus vielen jüngeren Musikern zusammen, waren trotzdem zuverlässige Begleiter und zeigten im Handelmania-Medley von John Whitney bereits beachtliche Wendigkeit, zusammen mit dem großen Chor bei dem herrlichen Schnulzenreiter "Conquest of Paradise" von Vangelis sogar richtig Power. Zu all dem setzten eine Reihe von Solisten Glanzpunkte, etwa in Georg Hollers von Chor und Orchester einnehmend präsentierter Missa pastoralis.
Als Dankesgeschenk für sein Stipendium ließ der Ehemalige Arno Seifert die Schuke-Orgel erhebend und machtvoll mit seiner Fantasie und Fuge über der Casi-Hymne ertönen. 251 Prämien und Würdigungen, die aus den zahlreichen Casi-Stiftungen gespeist werden, verlas Schulleiter Spachmann dann. Da waren viele stolz.
Zwischen den Musikbeiträgen klärten Valentina Gaudiello und Luca Schenk im "Interview mit einem Engel" temperamentvoll auf, wie die Verniedlichung doch sehr der Bequemlichkeit des Denkens und Fühlens dient. Hinter der Engelsfigur stand einst die Vorstellung von durchaus erschreckenden, machtvoll fordernden Himmelsboten, wie im Kurs unter Leitung von Michaela Albrecht-Zenk und Tobias Narr herausgearbeitet worden war.
Zum Abschluss fanden Sänger und Instrumentalisten mit den Zuhörern zusammen im traditionell zelebrierten Weihnachtsmotto: Oh du fröhliche...

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