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Coburg
Neujahrskonzert

Mit der rauschenden Moldau ins neue Jahr

Das Philharmonische Orchester des Landestheater Coburg gestaltete das 30. Coburger Neujahrskonzert im ausverkauften Saal des Kongresshauses.
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Anna Gütter und Nadja Merzyn beim Neujahrskonzert der Stadt Coburg.  Fotos: TimoGeldner
Anna Gütter und Nadja Merzyn beim Neujahrskonzert der Stadt Coburg. Fotos: TimoGeldner
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Wer oder was verbindet Wien und Coburg? Natürlich Johann Strauss, der - obwohl geborener Wiener - aus allseits bekannten Gründen die letzten zwölf Jahre seines Lebens Coburger Bürger war. So spielt seine unvergängliche Musik nicht nur bei den Neujahrskonzerten in Wien, sondern auch in Coburg die Hauptrolle.

In diesem Jahr gab es ein doppeltes Jubiläum: Es war das 30. Neujahrskonzert, das Oberbürgermeister Norbert Tessmar am Dreikönigstag zum 15. Male - wie immer mit launigen Worten und besten Wünschen für das neue Jahr - eröffnen durfte. Den Werken von Johann Strauss waren diesmal auch einige seiner böhmisch-mährischen Nachbarn Smetana und Dvorák gegenüber gestellt, die bestens miteinander harmonierten und einmal sogar gleiche Thematik aufwiesen.

Mit der wohl am häufigsten gespielten Sinfonischen Dichtung "Die Moldau" von Bedrich Smetana aus dem Zyklus "Mein Vaterland" begann die Vortragsfolge mit gewandtem Quellgeriesel der Flöten, expressivem Streicherklang im Hauptthema, stimmungsvollem Mondscheinreigen von Harfe und Geigen, kräftigem Bläsergewitter bei den St. Johannis-Stromschnellen und festlichem Vysehrad-Thema als Höhepunkt vor dem allmählichen Entschwinden des Flusses in der Ferne.

Schon hier präsentierte sich das Philharmonische Orchester unter der minutiös gestaltenden Leitung von Roland Kluttig in Höchstform, die den ganzen Vormittag über anhalten sollte.

Auch Johann Strauss Sohn bedachte den Hauptfluss Tschechiens mit einer Komposition, allerdings nicht mit einer Sinfonischen Dichtung, sondern mit einer behäbigen Polka ("An der Moldau" op. 366), die mit geschmackvollen Rubati und stürmischer Coda zur Aufführung kam. Schwungvoll und präzise geriet auch die folgende schnelle "Tritsch-Tratsch-Polka".


Kurzfristig eingesprungen

In zwei Auszügen aus der Operette "Die Fledermaus" begeisterten zwei Sängerinnen und ein Tenor des Landestheater-Ensembles, die teilweise wegen Erkrankung ursprünglich vorgesehener Künstler kurzfristig eingesprungen waren. So hörte man zuerst die schönen Stimmen von Nadja Merzyn, Anna Gütter und Peter Schöne in dem Terzett "So muss allein ich bleiben" und dann die beiden letzteren in dem neckischen "Uhrenduett".
Im zweiten Teil des Konzerts erlebte man dann noch sechs blutvoll musizierte, dynamisch-agogisch ausgefeilte "Slawische Tänze" von Antonín Dvorák und den berühmten "Kaiser-Walzer", klangschön mit geschmeidigen Tempowechseln vom Orchester unter Roland Kluttig dargeboten.

Für interessante, lehrreiche und kurzweilige Moderation sorgte Intendant Bodo Busse, der positive wie negative Ereignisse des vergangenen Jahres ansprach, die anstehende Theaterrenovierung in positives Licht setzte und Lustiges aus dem Gästebuch des Theaters zitierte. Oberbürgermeister Norbert Tessmer verpflichtete Busse prompt per Handschlag als Moderator auch des nächsten Neujahrskonzertes, obwohl Busse dann be hreits sein neues Amt als Generalintendant in Saarbrücken angetreten haben wird.

Das mit viel Beifall bedachte Konzert ging mit zwei immer wieder gern gehörten Kompositionen der Strauss-Dynastie zu Ende, der temperamentvollen Polka "Unter Donner und Blitz" von Strauss-Sohn" und dem zum Mitklatschen animierenden "Radetzky-Marsch" von Strauss-Vater.
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