Ein orangefarbener Turm ragt über das Geländer der Alexandrinenbrücke zwischen Viktoria- und Lossaustraße. Was für einen Zweck er erfüllt, lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen. Erst wer unter die Brücke schaut, sieht dort Kay Hoffmann und Thomas Schortmann beim Bohren und Messen. Sie arbeiten für ein Kronacher Ingenieurbüro und untersuchen den Materialzustand der Brücke. "Es geht vor allem um die Qualität des Betons. "Im Beton befinden sich Hohlräume. Die bohren wir an und überprüfen, ob es dort Feuchtigkeit oder irgendwelche Schäden gibt." Dazu benutzen die beiden modernste Technik. In die Bohrlöcher schieben sie ein Endoskop, wie man es auch aus der Medizin kennt.

65 Brücken gibt es derzeit in Coburg und alle werden durch den Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) betreut. Mindestens einmal im Jahr macht sich ein Mitarbeiter auf den Weg. "Er hat ein Formblatt dabei und notiert darauf den Zustand der jeweiligen Brücke", erläutert Jürgen Stammberger, der beim CEB für eben diese Bauwerke zuständig ist.

Dass es bei der Alexandrinenbrücke Schäden gibt, überrascht ihn nicht sonderlich. Im Jahr 1980 gebaut, muss sie täglich rund 14 000 Fahrzeugen standhalten. Das verschleißt. "Wir haben Hinweise auf Schäden. Der Belag ist gerissen", sagt Jürgen Stammberger. Auch an der sogenannten Übergangskonstruktion zur Fahrbahn hin gebe es Risse.

Aber die Schäden seien nicht vergleichbar mit denen an der Mohrenbrücke. "Bei der Alexandrinenbrücke kommen wir mit einer normalen Sanierung hin." Die könnte im nächsten oder übernächsten Jahr in Angriff genommen werden. Auf jeden Fall werde der Asphalt neu abgedichtet. "Wir schauen aber auch hinter die Sandsteinverblendung. Eventuell muss der Beton noch saniert werden."

Gibt es in Coburg Brücken, die besonders anfällig sind? "Das kann man so nicht sagen", antwortet Jürgen Stammberger. Natürlich seien die Bauwerke aus Beton, über die täglich der Verkehr in einem großen Ausmaß rollt, stärker belastet. "Wir haben immer wieder Probleme durch die Salzstreuung im Winter." Aber auch die kleineren Holzbrücken, von denen es in der Stadt einige gibt, müssen ständig kontrolliert werden. "Durch Pflanzenbewuchs hält sich dort die Feuchtigkeit, sie werden oft gar nicht richtig trocken. Dadurch wird das Holz angegriffen." Auch hier drohen Schäden.