Coburg
Designtage

Mit "Chaos" die Besucher anlocken

Das Coburger Designforum Oberfranken startet am kommenden Dienstag mit einem frischen Konzept und pfiffigen Ideen aus Holz in die 27. Designtage auf dem ehemaligen Güterbahnhof.
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Dieser Teil der ehemaligen Pakethalle sollte eigentlich abgerissen werden. Jetzt wurde er für die 27. Designtage herausgeputzt. Fotos: Ronald Rinklef
Dieser Teil der ehemaligen Pakethalle sollte eigentlich abgerissen werden. Jetzt wurde er für die 27. Designtage herausgeputzt. Fotos: Ronald Rinklef
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Die 100 Meter lange "Mikadowall" an der ehemaligen Pakethalle des Güterbahnhofs sticht schon bei Tag ins Auge, bei Nacht wird sie durch die Beleuchtung erst richtig spektakulär. Wer - Tag oder Nacht - durchs Weichengereuth fährt, kann gar nicht anders, als hinschauen. Das wilde Durcheinander an Holzlatten ist aber absolut gewollt, "denn durch Chaos können Sie Aufmerksamkeit erzeugen", sagt Auwi Stübbe, Hochschulprofessor an der Fakultät Design und Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken (CDO). So mancher Autofahrer, der die Mikadowall von weitem gesehen hat, mache sogar den Schwenk über den Güterbahnhof, um sich das Werk mal aus der Nähe anzusehen, wie Stübbe beim Pressetermin am Freitag erzählt.

Die 8000 Holzlatten erfüllen also genau ihren Zweck als Werbung für die Coburger Designtage, die das CDO ab kommenden Dienstag zum 27. Mal insgesamt und zum zweiten Mal rund um die frühere Pakethalle ausrichtet. Das Gelände und gerade die Pakethalle lieferten den idealen Rahmen für Kreativität, Design und Innovation, sind sich die Veranstalter einig.

Abriss verhindert

Dabei sollte der Teil der Pakethalle, an dem jetzt die Mikadowall - vorrangig als Absturzsicherung - angebracht ist, eigentlich schon abgerissen werden. Die Veranstalter beknieten Bau-Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) jedoch, das Gerüst stehen zu lassen und nur das marode Dach zu entfernen. Nun wird schon seit gut acht Wochen da ran gebaut, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

"Wir sind heuer überhaupt sehr holzlastig", erläutert Auwi Stübbe. Rund 80 Kubikmeter Holz wurden bislang verbaut. Nicht nur für die Mikadowall, auch die Ausstattung des Biergartens auf dem Bahnsteig ist aus Holz: von der einfachen Sitzbank bis zum durchdachten Biertisch, an dem locker 20 Mann Platz finden - alles aus sägerauhen Holzbrettern, die perfekt zum maroden Charme der Pakethalle passen.

Hochbeete aus Paletten

Auf dem Freigelände an der Halle stehen bereits wieder die bewährten weißen Pavillons. Für die weitere Gestaltung setzen die Veranstalter heuer auf Holzpaletten, an denen sich sehr gut zeigen lässt, wie Design auch mit einfachen Mitteln umsetzbar ist. Die Paletten dienen nämlich nicht nur als Absturzsicherung, sondern lassen sich auch problemlos in Möbel oder Hochbeete verwandeln, die gleich in das neue Bepflanzungskonzept integriert werden können.

Geöffnet ist das Ausstellungsgelände am Dienstag von 19 bis 24 Uhr, sowie vom Mittwoch, 13. Mai, bis Sonntag, 17. Mai, immer von 12 bis 24 Uhr. Bei den Ausstellungen geht es beispielsweise um die Vernetzung von Ausbildung und Wirtschaft, um die Ausbildungsmöglichkeiten, die in Bayern zum Designstudium führen und darum, wie sich oberfränkische Unternehmen mit Hilfe von Design und Innovation strategisch im Wettbewerb positionieren können.

Neben einer Plattform, auf der junge Designer mit Unternehmen der Region zusammenkommen können, seien die Designtage auch "ganz wichtig für das Stadtmarketing", wie dessen Koordinator Mick Böhm feststellt. "So etwas braucht man in Zeiten, wo Coburg von anderen Themen etwas überschattet ist."


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