Michel ist vier Jahre alt und konnte bisher nicht laufen. Der Grund: In seiner Heimat Angola hatte er sich irgendwann einmal am Bein verletzt. Und weil die Wunde nicht fachgerecht behandelt wurde, entwickelte sich daraus eine Infektion, die den Oberschenkel des Jungen zerstört hat. Michel litt unter unerträglichen Schmerzen und rutschte er zum Schluss nur noch auf dem Po. Durch die Initiative der Hilfsorganisation Friedensdorf, die sich für kranke Kinder aus Krisengebieten einsetzt, kam der Junge zur Behandlung ins Klinikum Coburg.
„Wir haben in diesem Jahr wieder zwei Kinder aufgenommen. Das eine konnte schnell wieder entlassen werden – bei Michel war die Sache kompliziert“, erzählt Prof. Dr. Martinus Richter, Chefarzt der II. Chirurgischen Klinik. Dem Jungen wurde der befallene Knochen entfernt. Danach fehlten ihm elf Zentimeter Knochen. „Wir haben acht Metallstäbe in den verbleibenden Knochen eingelassen und außerhalb des Körpers ein Gestell angebracht.“ Das wurde pro Tag einen Millimeter hin- und hergeschoben. Der Knochen wuchs auf diese Weise hinterher und schließlich wieder zusammen. „Wir haben jeden Tag mit wenig Strahlung geröntgt, um den Prozess verfolgen zu können“, erläutert Prof. Richter. Das sei ein komplizierter Prozess gewesen. Michel konnte mit Hilfe des Gestells laufen lernen, was für ihn eine völlig neue Erfahrung war.
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