Coburg
Albertsplatz

Markthalle Coburg: Sechs Mieter stehen fest

Mode, Sushi, Schokolade: Mit welchen Produkten Markthallen-Betreiber Werner Häfele und seine neuen Partner Kunden anlocken wollen.
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Sie werden in der Markthalle für Leben sorgen (von links): Janis Franz, Ngon Nguyen mit ihren Söhnen, Werner Häfele, Hubert Wall und Enrico Pizzaro. Zwei weitere Mieter stehen schon fest, mit einem wird noch verhandelt und eine Gastro-Fläche ist noch frei. Foto: Simone Bastian
Sie werden in der Markthalle für Leben sorgen (von links): Janis Franz, Ngon Nguyen mit ihren Söhnen, Werner Häfele, Hubert Wall und Enrico Pizzaro. Zwei weitere Mieter stehen schon fest, mit einem wird noch verhandelt und eine Gastro-Fläche ist noch frei. Foto: Simone Bastian
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Noch herrscht der rohe Charme von Beton. Aber Hubert Wall hat eine Käseplatte mitgebracht, Janis Franz rückt, unterstützt von Mutter Jasmin und Schwester Maxima die Kleidungsstücke auf dem Ausstellungstisch zurecht und Ngan Nguyen trägt einen großen Teller mit Sushi herein. Die künftigen Mieter der Markthalle am Albertsplatz präsentierten am Montag nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Produkte.

Bis auf zwei sind alle dafür vorgesehenen Flächen vermietet. Für eine laufen noch Verhandlungen mit einem regionalen Anbieter. "Das ist sehr weit gediehen", versichert Werner Häfele, der Betreiber der Markthalle. Mit ihm hat die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO), die Eigentümerin der Immobilie, den Vertrag geschlossen; er soll sich darum kümmern, dass die Verkaufsfläche gefüllt und an sechs Tagen die Woche jeweils mindestens elf Stunden geöffnet ist.

Von Anfang an wollte Häfele Händler regionale Produkte und/oder Spezialitäten anbieten. Inzwischen, sagt er, sei das Konzept etwas abgewandelt: Zu Gastronomie und Lebensmitteln sei der "Life-Style" gekommen. Dafür zuständig ist Janis Franz, Tochter von Jasmin Franz, die in der Ketschenvorstadt schon ein Schuhgeschäft und eine Boutique betreibt. Janis Franz wird auf 350 Quadratmetern Mode, Accessoires und Schuhe anbieten und will Events organisieren, die zu einer Markthalle passen, wie sie sagt.


Theke der "Genussregion"

Für die (Fein-)Kost ist Hubert Wall zuständig: Der Schwabe hat in Geifertshofen (Hohenlohe) eine Käserei mit aufgebaut, ging jedoch 2011 nach Eisenach und eröffnete dort mit seiner Frau ein Käsegeschäft. In der Markthalle Reutlingen betreibt er eine Filiale. Käse, dazu Obst und Gemüse, wird Wall auch in Coburg anbieten. "Was uns reizt, ist die Genussregion Coburg", sagt Hubert Wall. Deshalb will er auch regionale Produkte ins Sortiment nehmen.

Damit wäre ein Anliegen von Stefan Hinterleitner erfüllt, dem Regionalmanager. Die "Genussregion Coburger Land" kann zwar auf die Bauern- und Wochenmärkte sowie die Dorfläden verweisen, aber so etwas wie eine "Regionaltheke" gibt es bislang nicht. Außerdem sind die Produzenten sehr unterschiedlich - vom Freizeit-Imker bis zum Bauernhof mit Direktvermarktung und zur Obstkelterei. Für kleine Produzenten wären die Anforderungen einer Markthalle nicht zu stemmen gewesen, sagt Hinterleitner. Wall hingegen könne die geforderten Öffnungszeiten gewährleisten.

Ohne die Unterstützung des Regionalmanagers und der WSCO hätte sich das Konzept nicht verwirklichen lassen, betont Häfele. Das Genuss-Konzept für den Albertsplatz wird abgerundet durch eine Filiale der Bäckerei Nahrstedt (Meiningen) und das Geschäft von Birgit Ebert, "Liaison au Chocolat", das vom Steinweg an den Albertsplatz umziehen wird. Familie Nguyen hingegen wird einen zweiten Betrieb eröffnen: Im Steinweg bleibt der Imbiss, am Albertsplatz kommt ein Restaurant mit vietnamesischer Küche und Sushi dazu. Ngan Nguyen lobt die Lage am Albertsplatz, Hubert Wall verweist auf die Tiefgarage unterm Haus: Die Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe seien für ihn entscheidend gewesen.


"Belebendes Element"

Die Nguyens haben fast sofort unterschrieben, aber der erste Mieter, der eröffnet hat, war Enrico Pizzato im Juli mit seinem San Geladona Eis-Shop. Vorgesehen ist noch ein weiterer Gastronomiebetrieb an der Seite zur Kuhgasse hin, aber da ist laut Werner Häfele noch nichts entschieden: "Das haben wir absichtlich ein wenig zurückgehalten. Da wollen wir etwas ganz Besonderes bringen."

Nun, da die Mieter feststehen, kann es mit der Feinplanung der Markthalle weitergehen. Das sei genehmigungs- und bautechnisch einigermaßen kompliziert, sagt Häfele. "Die Textilien sollen ja nicht nach Käse riechen." Zielmarke für die Eröffnung ist das nächste Sambafestival, also Mitte Juli 2017, wobei Häfele und seine Mieter nichts dagegen hätten, wenn alles vorher fertig wird. Wer welchen Anteil der Ausbaukosten übernimmt, darüber schweigen sich die Beteiligten aus. "Wir haben da ein vernünftiges Gesamtkonzept", sagt Christian Meyer, Geschäftsführer der WSCO. Er lobt die städtische Politik: Die habe mit der Unterstützung des Markthallenkonzeptes Mut gezeigt. "Ich bin guter Dinge, dass das hier zu einem belebenden Element in Coburg wird."
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