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Coburg
Aktionstag

Manschen, kneten, tröten...

Den bundesweiten "Tag der kleinen Forscher" nutzten 235 Kinder zu einem spannenden Ausflug ins Coburger Naturkundemuseum.
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Tom (vorn) hat sich für eine Tiermaske entschieden. Foto: Ulrike Nauer
Tom (vorn) hat sich für eine Tiermaske entschieden. Foto: Ulrike Nauer
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Die Klangstation hört man schon von Weitem: In allen Tonlagen trötet und flötet es dem Besucher des Naturkundemuseums lautstark entgegen. Die Rohrflöten, die die Kinder aus den Grundschulen Ketschendorf und Scheuerfeld aus Schilfrohr und Kork gebastelt haben, wollen schließlich gleich ausprobiert werden.
Das Museum ist an diesem Dienstag fest in der Hand der "kleinen Forscher". Seit zehn Jahren gibt es die Stiftung und das soll am bundesweiten Aktionstag - gefördert von der Industrie- und Handelskammer zu Coburg - entsprechend gefeiert werden. 235 Kinder von fünf bis zehn Jahren werden bis zum Nachmittag die sechs unterschiedlichen Forschungsstationen durchlaufen. Eine runde dreiviertel Stunde bleibt an jeder Station, dann geht's weiter zur Nächsten.
An der Klangstation erfahren die Kinder, wie Töne entstehen.
Zunächst erleben sie das Wort- und Klangspiel des "Schirmtheaters Musenkuss". Anschließend wird gebastelt und ausprobiert. Dass sie heute ausnahmsweise nicht in der Schule sitzen müssen, finden alle Teilnehmer "cool!", aber es ist nicht das Wichtigste. "Hier kann man echt noch was lernen", findet beispielsweise Anton.


Löwenkopf und Glitzerblüten

Im ersten Stock des Museums geht es deutlich leiser zu als im Klanglabor im Erdgeschoss. Monika Messerschmidt, Maskenbildnerin vom Landestheater leitet eine Gruppe aus dem Kindergarten Regenbogen (Untersiemau) beim Maskenbasteln an. Die Jungs malen und kleben an Tier- und Fantasiemasken, während es bei den Mädchen deutlich mehr Glitzer und Glamour sein darf.
Einen Raum weiter ist es ganz still: Konzentriert schauen die Kleinen aus dem Niederfüllbacher Kindergarten Waldwiese in ihre weißen Mikroskope. Hier geht es darum, den Kindern die Welt stark vergrößert zu zeigen. Auf dem Glasträger liegen Euro- und Centstücke. Anschließend nehmen sie einen Prospekt des Naturkundemuseums unter die Lupe.


Apfelgrün im Erdbeerrot

Hinter der nächsten Tür riecht es interessant, so ähnlich wie ein Smoothie, meint Marc Holland, der Koordinator des Landkreises Coburg, lachend. Kein Wunder, hier wird gemalt - allerdings nicht mit normaler Farbe, das wäre ja zu einfach. Ihre Farbe müssen die Kinder erst einmal selber herstellen: aus allerlei Obst und bunten Blütenblättern. Eines der Mädchen mörsert dunkelviolette Stiefmütterchen, während die beiden Jungs zu ihrer Linken Erdbeeren zu einer knallig-roten Malerpaste zermanschen. "Bei mir ist noch Apfel mit drin", verrät der eine und rührt begeistert mit einem Holzstöckchen weiter in seiner Schale herum.
Um die Ecke ist die zweite Gruppe der Waldwiese-Kinder gerade dabei, Seife zu kneten. Kräuterpädagogin Lydia Fuchs zeigt den Kindern, was sie in ihre Stücke hineinkneten können: Mohn, Blütenblätter oder Sand für den Peelingeffekt, dazu ein paar Tropfen Duftöl. So macht Händewaschen Spaß!
Die Vermittlung von Kenntnissen stehe am "Tag der kleinen Forscher" weniger im Mittelpunkt, wie Kerstin Lindenlaub, Koordinatorin bei der Stadt Coburg, betont. "Es geht vor allem darum, bei den Kindern das Interesse an den Naturwissenschaften zu wecken und zu fördern", ergänzt Marc Holland. Und das Interesse scheint groß zu sein, wie Kerstin Lindenlaub bestätigt: "Innerhalb von einem halben Tag war die Veranstaltung praktisch ausgebucht."
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