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Coburg
Basketball

Manager Bobby Fischer: "Wir kennen nur Vollangriff"

Ein Jahr früher als geplant haben die Coburger Basketballer den Aufstieg in die ProB realisiert. Der Manager steht Rede und Antwort.
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Hatte auch die BBC-Fans im Griff: Manager und Hallensprecher Manuel "Bobby" Fischer. Foto: Sebastian Buff
Hatte auch die BBC-Fans im Griff: Manager und Hallensprecher Manuel "Bobby" Fischer. Foto: Sebastian Buff
In den nächsten drei Jahren möchte der BBC den Sprung in die ProA schaffen. Geschäftsführer Bobby Fischer spricht im Interview mit dem Tageblatt über die abgelaufene Saison und die Zukunft des Coburger Basketballs.

Herr Fischer, in vielen Spielen hat der BBC seine Gegner wahrlich dominiert. Was hat die Mannschaft so stark gemacht?
Bobby Fischer: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Hausaufgaben waren eigentlich ganz einfach. Du musst einen tieferen Kader haben als jeder Gegner. Damit waren unser Trainer Simon Bertram und der Sportliche Leiter, Matthias Haufer, betreut und diese Aufgabe haben sie geschafft. Wir haben es in vielen Begegnungen gesehen, in denen wir nicht mit allen zwölf Spielern unterwegs waren, wie wichtig es war, dass du nicht gleich zusammenbrichst und Spiele verlierst.

Welche Hausaufgaben stehen nun nach dem Aufstieg abseits der Kaderplanungen an?
Auch diese Hausaufgaben haben wir quasi schon gemacht.Wir mussten rechtzeitig einen Ligaantrag stellen, den wir schon abgegeben haben. Bis zum 8.April müssen wir jetzt noch alle relevanten Unterlagen abgeben und alle Nachweise erbringen - da geht es nicht nur um sportliche Dinge. Sportlich ist es immer relativ einfach aufzusteigen, aber die ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse, um die man sich kümmern muss, sind viel komplizierter. Man braucht beispielsweise eine bestimmte Anzahl an hauptamtlichen Mitarbeitern und an Jugendtrainern, man muss eine Halle nachweisen oder detaillierte Sponsorenlisten erstellen. Hauptaufgabe wird sein, den Kader final festzulegen.

Noch immer hat sie die 2. Basketball-Bundesliga nicht festgelegt, welche Ausländerregelung in der nächsten Saison in der ProA und der ProB gilt. Wie sehr beeinflusst das die Kaderplanung?
Extrem. Da bleibt uns als Verantwortliche nur immer bisschen Kopfschütteln übrig, weil du nicht weißt, wie du planen kannst. Das betrifft aber nicht nur uns, sondern alle Mannschaften, die in der ProB spielen. Vielleicht trifft es die Mannschaften mehr, die aktuell viele Ausländer und wenige Deutsche im Kader haben. Denn wenn die Regel kippt, müssen die mehr an der Mannschaft schrauben als wir. Der Großteil unseres Kaders steht ja schon mit vielen aktuellen Spielern. Wir können halt noch nicht festzurren, wenn wir jetzt noch dazunehmen. Aber deswegen laufen ja Gespräche. Und das Schöne an Coburg ist ja, dass die Leute hier gerne spielen wollen und dann gerne mal ein paar Wochen warten, bis eine Zusage von uns kommt.

Welchen Platz peilen Sie nächstes Jahr in der ProB an?
Wir haben in unserem Plan noch einen Aufstieg vor uns, der sollte in drei Jahren klar sein. Und dieses Ziel wollen wir erreichen. Da wir in diesem Jahr schon aufgestiegen sind, haben wir jetzt ein Jahr länger Zeit. Wir wollen nächstes Jahr nicht gegen den Abstieg kämpfen, sondern auf jeden Fall einen Play-off-Platz erreichen, das heißt wir wollen uns irgendwo im Mittelfeld wiederfinden. Ich denke, dass wir das mit unserem Kader und einigen Verstärkungen schaffen.

Und in der Saison 2018/19 dann richtig angreifen?
Wir kennen nur Vollangriff. Und da zieht der ganze Verein mit. Es ist ja nicht so, dass wir nur die 1. Mannschaft haben. Man muss von unten viel nachziehen. Man muss Jugendteams und Jugendtrainer haben und irgendwann auch ein JBBL-Team (Anm. d. Red. Nachwuchs-Bundesliga).
Vor der Saison kam Brose als neuer Hauptsponsor dazu. Sind zur neuen Saison weitere Großsponsoren zu erwarten?
Wir brauchen immer mehr Sponsoren. Wir müssen uns auf eine solide wirtschaftliche Basis stellen, da die Liga nach oben ja teurer werden - auch wenn man keine neuen Spieler kauft. Die Auswärtsfahrten werden weiter, die Schiedsrichter, die Lizenzgebühren: all das kostet mehr, als es bisher war. Also braucht man selbst, wenn man mit dem gleichen Kader spielt, mehr Geld. Brose hat signalisiert, uns in den nächsten drei Jahren zu begleiten. Das ist gut und gibt Sicherheit. Aber es ist ja nicht so, dass mit einem Sponsor alles in trockenen Tüchern ist. Wir brauchen einen Pool an Sponsoren und da ist jeder willkommen.

Das Gespräch führte
Maximilan Glas

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