Coburg
Bildungsprojekt

Mädchen probieren bei Brose technische Berufe aus

Im "Mädchen-für-Technik-Camp" tauchen 13 Schülerinnen bei der Firma Brose in die Welt der technischen Berufe ein.
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Christina fräst begeistert einen Messingwürfel für ihr Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Foto: Vivian Hopf
Christina fräst begeistert einen Messingwürfel für ihr Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Foto: Vivian Hopf
Kleine Mädchen träumen häufig davon, später einmal Tierärztin oder auch Ballerina zu werden. Einige Jahre später sind diese Ideen zwar zumeist wieder aus den Köpfen verschwunden, doch werden sie kaum von Berufswünschen wie Mechatronikerin oder Maschinen- und Anlageführerin ersetzt. Im Rahmen der Bildungsinitiative "Technik-Zukunft in Bayern?!" gibt es seit 2002 das Projekt "Mädchen-für-Technik-Camp". In diesem Jahr haben 13 Schülerinnen aus der Region die Möglichkeit, bei der Firma Brose in technische Berufe hineinzuschnuppern.
Die Mädchen sind während des Projekts in Gruppen aufgeteilt und rotieren in drei Bereichen, wo sie von Auszubildenden betreut werden. "Das Coolste war bisher, dass wir selbst etwas am Computer designen durften", findet die 14-jährige Jasmin aus Schweinfurt. Das können die Schülerinnen im Bereich des technischen Produktdesigns tun. "Wir haben hier eine Lego-Figur zusammengebaut. Die stellen wir jetzt am Computer nach", erläutert Jana, 14 Jahre alt, aus Coburg. "Anfangs fand ich das ein wenig schwer, aber mit ein bisschen Übung geht's und macht auch Spaß." "Du machst das super", lobt Azubi Annika Manger. Für sie ist das Projekt eine willkommene Abwechslung zum normalen Arbeitsalltag.
Im Metallbereich bauen die Mädchen ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aus einer Plexieglasplatte sowie Spielfiguren und Würfel aus Kupfer und Messing.
Im dritten Bereich blicken die Schülerinnen in den Beruf des Mechatronikers hinein. Die zwölfjährige Fiona aus Ingolstadt ist begeistert: "Ich möchte später auch Mechatronikerin werden oder vielleicht auch Maschinenbau studieren."
Azubi Lisa Bögendörfer ist im ersten Ausbildungsjahr und findet das Projekt klasse: "Ich war zwar in meiner Schulzeit auch beim Girls' Day und habe in technische Berufe reingeschnuppert, aber ich hätte auch gerne mal eine ganze Woche gehabt. Da bekommen die Mädchen einen guten Einblick." Im Gegensatz zum Girls' Day arbeiten die Schülerinnen im Camp fünf Tage lang im Unternehmen. Außerdem ist das Camp mit gemeinsamen Freizeiten und Ausflügen verbunden. "Wir übernachten alle im Jugendhaus in Neukirchen. Am ersten Abend haben wir Kennenlernspiele gemacht und heute Nachmittag gehen wir zusammen in den Klettergarten", freut sich Fiona.

Nicht jeder ist am Ende begeistert

"Natürlich sind auch Schülerinnen dabei, für die nach dem Camp klar ist, dass der technische Bereich überhaupt nichts für sie ist. Aber darum geht es ja auch. Die Mädchen sollen die Möglichkeit haben, einfach etwas auszuprobieren und einen Einblick bekommen", erläutert Seminarleiterin Hanna Lindmeier.

Hemmschwellen überwinden

"Laut der Studie ,Arbeitslandschaft 2035' werden im Jahr 2020 bayernweit 23 000 akademische Kräfte fehlen. Dagegen müssen wir vorgehen", sagt Franz Brosch von der Firma "bayme vbm". "Sie sollen hier Spaß an der Technik erleben und Hemmschwellen überwinden", ergänzt Michael Stammberger, Ausbildungsleiter bei Brose. "Das ist auch für unsere Firma wichtig. Wir wollen die Mädchen im jungen Alter für Technik interessieren und sie fördern, denn wir brauchen Nachwuchs."
Die Camps werden finanziell vom bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber "bayme vbm" gefördert. Bayernweit tauchen in diesem Jahr rund 200 Schülerinnen in insgesamt 15 Camps in die Welt der Technik ein.
Wer in den Herbstferien mit dabei sein möchte, kann sich jetzt schon unter www.tezba.de bewerben. Weitere Informationen zum Projekt gibt es auch bei facebook.com/technikzukunftinbayern .



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