Sonnefeld
Ausstellung

Liebhaber schauten bei der Bonsaischau in Sonnefeld genau hin

In der Domäne Sonnefeld präsentierten Bonsaizüchter aus ganz Bayern ihre schönsten Exemplare - mehr als 100 lebende Kunstwerke.
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Wie alt mag dieser Bonsai mit einem solch knorrigen Stamm sein, fragt sich dieser Besucher. Foto: Klaus Oelzner
Wie alt mag dieser Bonsai mit einem solch knorrigen Stamm sein, fragt sich dieser Besucher. Foto: Klaus Oelzner
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Für dieses Hobby braucht man Zeit, und billig ist es auch nicht. In einer rundum gelungenen Ausstellung im Dömänenbau waren mehr als 100 Bonsais zu bestaunen, allesamt liebevoll bearbeitete und gepflegte "Bäume in der Schale", wie diese lebenden Kunstwerke aus dem Japanischen übersetzt heißen. Über mehrere Räume erstreckte sich ein Verkaufsmarkt mit Spezialwerkzeugen, getöpferten Schalen und auf Bearbeitung wartenden Rohpflanzen. Für Interessenten, die sich erstmals mit dem Thema befassten, waren an beiden Veranstaltungstagen Schnitt- und Pflegedemonstrationen im Angebot.

Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens hatten die Bonsaifreunde Altenkunstadt und Umgebung die Ausrichtung der bayerischen Bonsaitage übernommen. Das Gründungsjubiläum der im April 1992 ins Leben gerufenen Gemeinschaft würdigte der Präsident des Bonsaiclubs Deutschland, Elmar Heil, in Anwesenheit zahlreicher Abordnungen gleichgesinnter Vereinigungen aus dem Freistaat mit Überreichung einer Erinnerungsurkunde an den Vorsitzenden Peter Schardt.


Bürgermeister war Schirmherr

Sonnefelds Bürgermeister Michael Keilich (CSU) hatte die Schirmherrschaft übernommen. Im Grußwort lobte er Begeisterung und Kreativität der Vereinsaktiven bei ihrer Hobbypflege. Die gestalterische Vielfalt der in Sonnefeld zur Schau gestellten schönsten Bonsai und Suiseki-Kreationen Bayerns lobte Elmar Heil (Künzell/Fulda), Präsident des Bonsaiclubs Deutschland. Regionalverbandsleiter Guido Braun (Nürnberg) freute sich über steigendes Interesse an dem "aus dem fernöstlichen Japan importierten Hobby". Für 2018 kündigte er die Jubiläumsausstellung zum 40-jährigen Bestehen der Bundesvereinigung in Augsburg an.

Obwohl Michael Hohner als aktives Vereinsmitglied in Bamberg beheimatet ist, waren die Bonsaitage in Sonnefeld für ihn ein Heimspiel. Als Bauleiter bekleidete der Architekt maßgeblich Renovierung und Umgestaltung des Veranstaltungszentrums im Herzen der Gemeinde.

Am Wochenende nutzte Hohner die Möglichkeit, mehrere seiner eigenhändig gestalteten Bonsais "in seiner Halle" zu präsentieren. Am liebsten schneide er Japanische Lärchen zurecht, erzählte er. Zusätzlich stand er an beiden Tagen Besuchern mit Ratschlägen, Anregungen und Erfahrungstipps zur Verfügung.


Was macht einen guten Bonsai aus?

Die üblicherweise unter freiem Himmel heranwachsendenkleinen Nadelbäume, Laubbäume oder Blühsträucher sollten ansehnlich gleichmäßig ausgebildet sein, einen knorrigen Stamm aufweisen und die Höhe von 20 bis 25 Zentimetern nicht überschreiten. "Zeitweise finden die Keramikschalen auch einen Hinguckerstandort im heimischen Wohnzimmer", sagte Vorsitzender Peter Schardt.

Nur selten seien die Kunstwerke für den Verkauf bestimmt, die Züchter behielten sie gerne selbst. Denn Ausstrahlung, Kraft, Charakter und Gesamtsilhouette des jeweiligen Baums übten eine enorme Faszination aus. "Die Gestaltung muss vom Wurzelansatz über den möglichst kräftigen Stamm bis hin zur feinen Verzweigung der Astformation im harmonischen Einklang stehen", lauteten die vom Vorsitzenden beim Rundgang durch die Domänenhalle erläuterten Grundsätze. Für die liebevolle, zeitaufwendige Gestaltung eignen sich Fichten, Kiefern, Eichen, Wacholderstöcke, Rot- und Weißbuchen, Schlehenbüsche oder Fächerahorn.

Zu Lieblingen haben sich inzwischen Japanische Lärchen, aber auch erst rot, dann weiß blühende fernöstliche Azaleen gemausert. Mehrfach bestätigten Züchter und Besucher, dass Bonsais kein billiges Hobby seien. Der Zeit- und Geldaufwand werde aber durch die Beobachtung des Pflanzenlebens von der Blüte bis farbenprächtigem Herbstlaub ausgeglichen.
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