Grub am Forst
Freizeit

Langsam, aber Marathon

Man läuft nicht ganz so lang und nicht ganz so schnell: Die Volkswanderer in Grub haben die großen Distanzen für sich entdeckt.
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Die Hauptorganisatoren des Marathons, Anke und Thomas Förtsch, auf der Strecke (Foto oben). Pokale erhielten die teilnehmerstärksten Vereine sowie Ortsvereine. Mit im Bild Schirmherrin Biedefeld (4.v.l.) Fotos: ake
Die Hauptorganisatoren des Marathons, Anke und Thomas Förtsch, auf der Strecke (Foto oben). Pokale erhielten die teilnehmerstärksten Vereine sowie Ortsvereine. Mit im Bild Schirmherrin Biedefeld (4.v.l.) Fotos: ake
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Ideale Rahmenbedingungen, gutes Wetter und große Beteiligung waren die Erfolgsgaranten für die 47. Internationale Volkswanderung (Internationaler Volkssportverband, IVV) von den Wanderfreunden Grub am Forst. Im zweijährigen Turnus wird bei dieser Großveranstaltung für Teilnehmer, die gern auf noch längeren Strecken unterwegs sind, auch eine Marathondistanz angeboten. Heuer geschah das bereits zum dritten Mal - wie auch die IVV-Wanderung - mit gutem Erfolg.

Neben den 1260 Wanderern, die auf den sechs-, elf- und 20-Kilometer-Strecken durch die Grüber Flur unterwegs waren, konnten auch 156 Marathon-Teilnehmer verzeichnet werden. Die kürzeste Strecke führte zum Pöhlholz. Für die elf Kilometer wanderten die Teilnehmer bis nach Rohrbach, während die 20 Kilometer bis zum Flugplatz Steinrücken führten.
Auf diesen drei Routen waren an den zwei Tagen 76 Wandergruppen unterwegs sowie vier Ortsvereine, die insgesamt 82 Teilnehmer stellten.

"Jedes Jahr können wir bei unserer Wanderveranstaltung viele treue Teilnehmer begrüßen und freuen uns auf sie", betonte Vorsitzender Wolfgang Dreilich. Er freute sich, dass die Teilnehmerzahl durch den Marathon sogar angestiegen ist und führte die große Resonanz auch auf die eigenen Mitglieder zurück.



Viel Aufwand beim Vorbereiten

Insgesamt waren heuer rund 60 Ehrenamtliche im Einsatz, um für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu sorgen. Bereits im Vorfeld wurde enorme viel gearbeitet. Musikalisch unterhielt in der Turnhalle "Schorschi's Music".

Aus den Reihen der Wanderer kam der Wunsch, eine längere Strecke anzubieten. Diese Idee nahm das Ehepaar Anke und Thomas Förtsch auf, die beide seit 16 beziehungsweise 17 Jahren bei den Wanderfreunden Mitglieder sind. Beide mussten im Verein für den Marathon Überzeugungsarbeit leisten, da Mitglieder Bedenken hatten, ob ein zusätzlicher Wettbewerb überhaupt geschultert werden könnte.


Fürsprecher

"Der damalige Bürgermeister aus Grub am Forst, Kurt Bernreuther, hat uns sehr unterstützt", erinnert sich Anke Förtsch noch gut an die Anfänge. Während die erste Veranstaltung als der "Stufenmarathon Deutschlands" in die Annalen einging, weil die Strecke 800 Stufen beinhaltete, hatten die Teilnehmer diesmal eher leichtes Spiel, erläuterte Thomas Förtsch. Die Strecke konnte in der "Sollzeit" von zehn bis zwölf Stunden gut bewältigt werden.
Die Schnellsten liefen bereits nach rund drei Stunden ein. Für den Marathon, der wie die Internationale Volkswanderung an den IVV gemeldet werden muss, sind ebenfalls lange Vorbereitungen und eine umfangreiche Organisation notwendig. Dabei laufen die Fäden beim Ehepaar Förtsch zusammen.

Beide haben den Marathon vor einigen Jahren für sich entdeckt und sich von den Distanzen her kontinuierlich gesteigert. "Diese Steigerung, das regelmäßige Wandern und die Selbsteinschätzung sind wichtig", betont Anke Förtsch. Auch wenn im Gegensatz zum Lauf-Marathon die Zeit eher sekundär ist, müssen die Teilnehmer auf kohlehydratreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Sie kommen auch ganz schön ins Schwitzen. Bei wärmeren Temperaturen werden locker fünf bis sechs Liter getrunken. Außerdem ist es wichtig, die richtige "Fußbereifung" zu haben.


Einzig in der Region

Da der Wander-Marathon in Grub am Forst die einzige Veranstaltung dieser Art in der Region ist, ist das Ehepaar in ganz Süddeutschland sowie bei Großveranstaltungen in Köln oder Österreich am Start. Dieser große Idealismus hat sich für die Veranstaltung in Grub gelohnt, denn dort traten auch Marathonwanderer aus sechs Bundesländern sowie aus Österreich an. An der Marathon-Wander-Szene schätzt das Ehepaar Förtsch den festen Teilnehmerstamm und die familiäre Atmosphäre.

Wolfgang Dreilich freut sich über die Entscheidung für den Marathon. "Allerdings würde das nicht ohne Anke und Thomas gehen, die hier die Hauptarbeit machen", fügt er an.

Die Schirmherrin, Bundestagsabgeordnete Susann Biedefeld,zeichnete bei der Pokalvergabe die teilnehmerstärksten Vereine aus. Anerkennung zollte sie den Mitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz.



Pokalübergabe

Über Trophäen konnten sich 1. Wanderfreunde Dörfles-Esbach (42 Teilnehmer), 2. Wanderverein Großmehring (41 TN), 3. Wanderfreunde Küps (40 TN), 4. TSV Untersiemau und Sportverein Tambach (je 35 TN), sowie 5. Wanderfreunde Weißenbrunn (33 TN) freuen. Als Ortsverein wurden ausgezeichnet: 1. CSU-Ortsverband Grub am Forst (30 TN), 2. SKC Freier Schwung Grub am Forst (22 TN), 3. Wanderclub Rohrbach (20 TN).




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