Ahorn
Betreuung

Krippenplätze gab es in der "Pusteblume" Ahorn frühzeitig

Die Mädchen und Jungen des Kinderhauses "Pusteblume" in Ahorn proben ein buntes Programm ein, denn am Sonntag feiert die evangelische Einrichtung ihren 50. Geburtstag. Das Haus war dabei all die Jahre immer etwas seiner Zeit voraus.
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Unter den schattigen Bäumen fühlen sich die Kinder des Kindergartens Pusteblume wohl. Die evangelische Einrichtung feiert am Sonntag 50.Geburtstag. Foto: Gabi Arnold
Unter den schattigen Bäumen fühlen sich die Kinder des Kindergartens Pusteblume wohl. Die evangelische Einrichtung feiert am Sonntag 50.Geburtstag. Foto: Gabi Arnold
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Die Kinderbetreuung habe in der Gemeinde Ahorn eine lange Tradition, sagt Pfarrer Rolf Gorny. Bereits im Jahr 1905 kamen demnach Mädchen und Buben in den evangelischen Kindergarten, damals war dieser in einem Haus im Finkenweg untergebracht.

Im Jahr 1964 zogen die Kinder und Erzieherinnen in ein neues Gebäude in die Ringstraße. Damals, weiß Gorny aus Chroniken, sei dies nicht selbstverständlich gewesen. "Für die Kinderbetreuung musste hart gekämpft werden." Im Malzgarten der evangelischen Kirchengemeinde, unter der Federführung von Pfarrer Albert Drechsler und unter Mithilfe der Bevölkerung, wurde der Neubau schließlich errichtet. Um die 40 000 DM an Eigenleistung seien bei der Realisierung des Projektes erbracht worden.

Notgruppe wurde eingerichtet

In den Anfangsjahren diente das Haus sowohl als Kindergarten als auch als Gemeindehaus.
Im Parterre hatte die Kirchengemeinde ihr Domizil, oben hielten sich die Mädchen und Jungen in den zwei Gruppen auf. Die Zahl der Kinder stieg und das Obergeschoss reichte bald nicht mehr, eine weitere Gruppe zog in einem Raum der Kirchengemeinde ein. Im Jahr 1982 erhielt das Haus einen Erweiterungsbau, in dem auch ein Mehrzweckraum und ein Turnraum untergebracht waren. Acht Jahre später entstand ein neues Gemeindehaus, und alle Räume in der Ringstraße wurden nun von Kindern belagert. Immer mehr kleine Besucher waren es in dieser Zeit, sodass im Jahr 1990 eine Notgruppe eingerichtet werden musste. "In Spitzenzeiten hatten wir um die 200 Kinder", erinnert sich die Kindergartenleiterin Sabine Tirsch.

Vorausschauender Träger

Die evangelische Kirche in Ahorn war in vielerlei Hinsicht vorausschauend. Lange bevor andere Gemeinden das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" überhaupt diskutierten, bot die Kirche eine Schulkinderbetreuung an. Im Jahr 1997 wurden ohne jegliche staatliche Zuschüsse im Kindergarten am Nachmittag Schulkinder aufgenommen. Bis zum Jahr 2012 kamen die Schüler, ab dann übernahm die Gemeinde die Betreuung.

Sehr früh hat die evangelische Kirche in Ahorn auch begonnen, für die Kleinsten Krippenplätze anzubieten. "Wir haben uns immer am Bedarf der Eltern orientiert", sagt Sabine Tirsch. Samstags oder in den Abendstunden bestehe demnach nach einer aktuellen Erhebung noch keine Nachfrage.

Kinderhaus gleicht einem Dorf

Stolz sind Pfarrer Gorny und Sabine Tirsch, dass sie den Eltern eine 100-prozentige Abdeckung an Krippenplätzen anbieten können. Heute gleicht das Kinderhaus "Pusteblume" einem kleinem Dorf, das sich in die Ortsmitte einfügt. Das ehemalige Gebäude wurde generalsaniert und ein Krippen-Neubau auf gemeindlichem Grund errichtet, der im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Zwischen den Häusern spielen und toben 141 Kinder, davon 42 Krippenkinder unter schattigen, alten Bäumen, im Moment sind sie alle eifrig damit beschäftigt, Lieder für das Fest einzustudieren.

Früher war mehr Ruhe

Die dienstälteste Erzieherin in der Einrichtung ist übrigens Ingrid Bohl, die im Jahr 1975 ihre Arbeit aufgenommen hat. Freilich, sagt sie, seien es damals noch andere Zeiten gewesen. "Es gab noch mehr Betreuung und es war viel ruhiger." Am den Nachmittagen konnte Ingrid Bohl mit ihren Kindern Ausflüge unternehmen und in der Natur rings um Ahorn spazierengehen, abgeholt wurden die Kinder alle nach einem gemeinsamen Verabschiedungsritual um 17 Uhr. Die Arbeitswelt hat sich geändert, Eltern müssen heute immer flexibler reagieren, so sind die Abholzeiten dem angeglichen. Der Bildungs- und Erziehungsplan sieht zudem Kurse und Projekte vor, die ebenfalls am Nachmittag angeboten werden.

"Macht nach wie vor viel Spaß"

Eines ist gleich geblieben: "Die Arbeit mit den Kindern macht nach wie vor sehr viel Spaß", sagt Ingrid Bohl. Übrigens hat sie drei Pfarrer in ihrer Zeit erlebt, seit 20 Jahren ist Pfarrer Rolf Gorny in der Gemeinde. Die Kindergartenleitung von Anfang der 1950er-Jahre bis 1987 war Elisabeth Städler-Wittig, von 1997 bis 1990 Monika Franz, von 1990 bis 1993 Kerstin Zimmermann-Doppel, danach leitete drei Jahre lang Andreas Motschmann die "Pusteblume" und seit dem Jahr 1996 steht Sabine Tirsch an der Spitze des Teams.

Im Moment muss sie umdisponieren, wegen der Hitzewelle wird mehr Eis bestellt und das geplante Bobbycar-Rennen durch einen Rasensprenger ersetzt. Das bunte Fest steigt am Sonntag ab 14.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst.





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