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Coburg
Pilotprojekt

Kreis Coburg zieht Schuleingangsuntersuchung ein Jahr vor

Das Coburger Land ist eine der wenigen Pilotregionen in Bayern, in denen quasi ein Testlauf für eine um ein Jahr vorverlegte Schuleingangsuntersuchung erfolgen soll.
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Foto: Sandor Kacso/Fotolia
Foto: Sandor Kacso/Fotolia
von unserem Mitarbeiter Hermann Fechter

Außer dem für Coburg Stadt und Land zuständigen Gesundheitsamt sind noch fünf weitere bayerische Gesundheitsämter am Pilotprojekt beteiligt. Das neue Konzept sehe vor, dass die Schuleingangsuntersuchung künftig im vorletzten Kindergartenjahr erfolgen soll, erläuterte Medizinaldirektorin Dr. Roswitha Gradl vom Gesundheitsamt Coburg in der jüngsten Sitzung des (Landkreis-) Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Senioren am Mittwoch im Landratsamt Coburg.

Bisher habe diese Schuleingangsuntersuchung im letzten Kindergartenjahr, also unmittelbar vor dem Einschulungstermin, stattgefunden. Hintergrund der Vorverlegung ist der Wunsch, mögliche Entwicklungsrückstände aufzudecken und eventuell eine angemessene Förderung rechtzeitig in die Wege leiten zu können.

Für das Coburger Land kam das Pilotprojekt unter der Federführung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eigentlich wie gerufen, denn im Landkreis Coburg ist bereits in den Handlungsempfehlungen des "Moro-Arbeitskreises Schulen und Bildung" eine verpflichtende Schuleingangsuntersuchung für Kinder im Alter von vier Jahren angeregt worden.

Der Freistaat fördert das Ganze

Eigentlich muss sich der Landkreis um die Finanzierung des Pilotprojektes nicht viel Sorgen machen. Für die Dauer des Projektes, 1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2017, wird die halbe Stelle eines Arztes oder einer Ärztin und zusätzlich eine 75-Prozent-Stelle für eine sozialmedizinische Assistentin oder einen sozialmedizinischen Assistenten vom Freistaat finanziert.

Kreisrätin Heidi Bauersachs empfahl: "Man sollte den Empfehlungen des Personals in den Kitas mehr Gehör schenken, diese sind ja im ständigen Kontakt mit den Kindern."

Kreisrat Carsten Höllein bedauerte die Beratungsresistenz mancher Eltern. Im Beschluss des Ausschusses wurde festgehalten, dass sich die Förderung im vorgestellten Rahmen bewegt und keine wesentlichen Veränderungen der Kriterien oder des Förderrahmens deutlich werden.

Weniger Praxen und Apotheken

Die "Mobilität im Alter" war das Thema beim letzten Treffen der insgesamt mittlerweile fast 40 Seniorenbeauftragten aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Coburg, über das Verena Freund berichtete. Im Jahr 2030 werde voraussichtlich ein Drittel der Bürger im Landkreis 60 Jahre oder älter sein. "Mobilität ist die Grundvoraussetzung für Lebensqualität und Engagement im Alter", stellte die Referentin dazu fest. Kritisch beobachten die Seniorenbeauftragten in ihren Kommunen den Rückzug von Einzelhandel und Dienstleistern; dazu gehören etwa auch Arztpraxen und Apotheken. Die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs gäben oft auch keinen Anlass zur Freude. Abhilfe könnten mobile Tante-Emma-Läden oder Gemeindebusse schaffen. Dazu kommen soziale Bedürfnisse, zum Beispiel der Besuch von Konzerten oder Theatervorstellungen. Vize-Landrat Rainer Mattern, der auch den Ausschuss leitete, hatte dazu die Idee, in Anlehnung an den Partybus, den es für junge Leute gibt, ein entsprechendes Angebot für Senioren zu schaffen.

Aktuell 294 Asylsuchende

Der Zahl der Asylbewerber verändert sich ständig. So war die Vorlage von Regierungsamtsrätin Ismene Simon zum Thema "Asyl - Winternotfallplan und dezentrale Unterbringung im Landkreis Coburg" schon gar nicht mehr so topaktuell. So seien ja auch die in der Neustadter Frankenhalle spontan untergebrachten Kosovaren mittlerweile in Forchheim angekommen. Knapp über 200 000 Antragsteller seien im vergangenen Jahr in Deutschland registiert worden. In diesem Jahr rechne man wohl mit über 300 000 Asylbewerben, so Ismene Simon. Im Landkreis Coburg seien zur dezentralen Unterbringung 54 Wohnungen angemietet worden. Derzeit, also genau am Sitzungstag Donnerstag, gab es 294 Asylbewerber mit vorläufigem oder längerfristigem Wohnsitz im Landkreis Coburg. 63 davon seien in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. 14 Asylbewerber seien unbegleitete minderjährige Jugendliche.

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