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Seßlach
Kreativität

Kinder können Kunst - das beweisen sie in Seßlach

Mit einer Vernissage und einer Versteigerung fand in der Kindertagesstätte "Struwwelpeter" in Seßlach das Projekt "Kinderkunstwelten" seinen gelungenen Abschluss. Eines der Kunstwerke wird einen besonderen Platz bekommen.
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Das Acrylbild mit den Glitzersteinen hat Hugo angefertigt - und Mama Yvonne ist mächtig stolz. Foto: G. Bertram
Das Acrylbild mit den Glitzersteinen hat Hugo angefertigt - und Mama Yvonne ist mächtig stolz. Foto: G. Bertram
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Julius, Antonia, Laura, Fabian und die anderen Kinder der Vorschulgruppe sind ganz aufgeregt und stolz. Ihre Kunstobjekte stehen im Mittelpunkt der Vernissage, zu der die Kita "Struwwelpeter" eingeladen hat. Ein Jahr lang haben die 17 Großen verschiedene Gestaltungstechniken gelernt und ausprobiert. "Kinderkunstwelten" heißt das Projekt, für das Eva Ehret die Idee hatte, Naturmaterialien sammelte, Sand färbte und sich von manch bedeutendem Kunstwerk inspirieren ließ.

"Altersspezifische Projekte", sagt Kita-Leiterin Gabriele Oehrl, "gehören bei uns zum Bildungsprogramm. Aber mit so einer Vernissage haben wir noch keine Erfahrungen und Neuland beschritten." Entstanden sind im Kunst- und Käfer-Atelier Aquarellbilder, Blütenkarten, Meeres-Windlichter, herbstliche Deko und Kohlezeichnungen. Die Kinder klebten, malten, bastelten, ließen ihrer Kreativität freien Lauf, und die Farben explodieren. Aber ohne Eva, das betont Gabriele Oehrl, wäre das nicht geschafft worden.

Vor der Kunst kommt die Arbeit

Viel Freizeit hat die Erzieherin investiert, war stundenlang unterwegs gewesen und hat alles gesammelt, was man so für die Kunst braucht. Getrocknet hat sie Blattwerk und Co. zu Hause. Die Arbeiten waren ins Jahresmotto "Vierjahreszeiten" eingebettet.

Mit Begeisterung hat auch der Elternbeirat unter Regie von Christian Vogt das Projekt unterstützt und eine Vernissage vorbereitet, die ihrem Namen alle Ehre macht: Apfelschorle und Orangensaft für die Kinder, Sekt und leckere Häppchen für die Erwachsenen, eben alles, was so eine Vernissage ausmacht.

Und die Kinder erzählen und zeigen, ganz so wie eben Künstler es tun, den Gästen der Vernissage - darunter auch Landrat Michael Busch (SPD) und Bürgermeister MartinMittag (CSU) - , was sie da so ein Jahr lang jeden Donnerstag im Atelier geschaffen haben. Und das wird dann auch verkauft. Milo zeigt seiner Oma Regina Jasmund stolz, welchen der Elche, die auf dem Tisch stehen, er selbst gestaltet hat. Und auch die Oma ist ganz überwältigt.

Yvonne Schramm lässt sich von ihrem Sohn Hugo zu dessen Werken führen. "Hugo hat ja immer viel erzählt, was er da so macht, aber dass es so schön geworden ist, das hätte ich nicht gedacht", sagt die Mama. Hugo malt gern und zeigt sein Bild, das er mit Glitzersteinen verziert hat. Helga Biesecker ist begeistert, was ihr Enkel Finn gestaltet hat. "Also erzählt hat er ja immer eine Menge, dass er mit dem Nagel irgendetwas gekratzt hat, geklebt und ausgeschnitten. Jetzt kann ich mir das alles vorstellen."

Sie kaufen und kaufen und schleppen und schleppen Bilder

Die Eltern und Großeltern kaufen und kaufen und schleppen Bilder und Basteleien erst mal zum Auto. Alles Erinnerungen an die Kindergartenzeit!

Farben explodieren

Höhepunkt der Vernissage ist die Auktion, bei der die beiden Gemeinschaftswerke des Projekts versteigert werden. Gemeinsam haben die Kinder in einer Collage die Farben explodieren lassen, so wie Seo, eine südkoreanische Künstlerin, von deren Bildern sich Eva Ereth hat inspirieren lassen. Auf Reispapier hat Seo das Weltall in seinem Farbrausch gemalt, auf schwarzem Transparentpapier haben die Kinder bunte Farbfetzen aufgeklebt. Die zwei entstandenen Bilder, offeriert Eva Ereth dem Publikum, seien laut Meinungsforschungsinstitut "Kikuwepro" zu den schönsten Werken des Projekts gekürt worden.

Vielleicht ist ja ein künftiger Picasso dabei?

Elternbeiratsvorsitzender Christian Vogt ist Auktionator und weiß, wie er den Preis treiben kann. Der Einstieg liegt bei 15 Euro, und wer die Hand hebt, legt einen Euro drauf. Schnell geht's aufwärts. "Wer weiß", gibt Vogt zu bedenken, "ob nicht vielleicht tatsächlich ein Picasso unter den kleinen Künstlern ist, der eines Tages den Wert des Bildes in die Höhe schnellen lässt."
Robert Voit hängt mit dem Gebot von 35 Euro fürs erste Bild Bürgermeister Martin Mittag ab. Doch das zweite Bild hat sich Mittag dann doch für 30 Euro gesichert. "Klar, das wird bei mir im Büro hängen", freut er sich.
Das Geld aus der Versteigerung und aus dem Verkauf der kleinen Kunstwerke kommt dem Kindergarten zugute.
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