Neustadt bei Coburg
Jubiläum

Ketschenbacher starten kraftvoll ins neue Jahr

Doppelte Freude: Beim "Stärke antrinken" wurde das 700-jährige Bestehen Ketschenbachs gefeiert.
Artikel drucken Artikel einbetten
TSV-Vorsitzender Klaus Scheler (Dritter von links) fühlt sich genauso wohl wie die Besucher des "Stärke antrinkens". Foto: Manja von Nida
TSV-Vorsitzender Klaus Scheler (Dritter von links) fühlt sich genauso wohl wie die Besucher des "Stärke antrinkens". Foto: Manja von Nida
+9 Bilder
Vor 700 Jahren wurde die Gemeinde Ketschenbach - seit Januar 1972 ein Stadtteil Neustadts - urkundlich erwähnt. Dieses Jubiläum wurde heuer am Samstag gefeiert. Alle Ketschenbacher Vereine (TSV, Gesang- sowie Obst- und Gartenbauverein, Siedlergemeinschaft, 1. MC Mofaclub) präsentierten ihre erste Veranstaltung: "Stärke antrinken", einen alten, oberfränkischen Brauch, um gesund und kraftvoll ins neue Jahr zu starten. "Es ist richtig schön, dass so viele heute gekommen sind und uns Gesellschaft leisten. Lasst es euch gutgehen, trinkt euch Stärk' an, es kost' alles nix, fühlt euch wohl", wünschte Bernd Gärtner, Vorsitzender des Gartenbauvereins draußen im Sonnenweg zur Begrüßung.


Begeistert vom Novum

Gärtner freute sich, hatte er doch das "Stärke antrinken" bei der Planung für das Jubiläumsjahr vorgeschlagen. Nicht nur die "Feste-Macher" (alle fünf Ortsvereine) zeigten sich begeistert, auch die Besucher waren in Hochstimmung. "Ich finde das hier voll cool", rief Andrea Karl als waschechte Ketschenbacherin und Ehemann Klaus-Peter schmunzelte genussvoll. "Und ich finde es schön und wunderbar. Das ist alles so locker und lauter Nette sind hier. Diese Idee mit dem Stärke antrinken finde ich super", schwärmte auch Bettina Knauer. Sie habe diesen Brauch bisher nicht gekannt, "aber wenn hier schon was los ist, da müssen wir unbedingt hin", meinte Knauer. Bis die Füße einfrieren, so lange wolle sie es aushalten, versicherte Bettina Knauer lachend. Auch Patricia Wenzel gefiel die zauberhafte Atmosphäre mit dem Schnee und der Kälte und vor allem die fröhliche Stimmung, als alle mit dem Becher und einer Schmalzstulle in der Hand völlig unkompliziert umherspazierten, miteinander plauderten und lachten. Hubert Rose fand die Gemeinschaft schön. "So war das früher. Da haben sich die Neuen an den Festen mit den Alteingesessenen in lockerer Atmosphäre kennengelernt. Das hat sich mit den Jahren geändert, weil der ganze Lebensrhythmus anders geworden ist. Deshalb ist es wirklich eine schöne Gelegenheit, sich so zwanglos zu begegnen", sagte Hubert Rose.


Glühweinduft breitet sich in alle Richtungen aus

Über dem Feuer baumelte der Glühweinkessel und der Duft schwappte verlockend in alle Richtungen. TSV-Vorstand Klaus Scheler zwinkerte beim Ausschenken den Genießern zu. Das Feuer wärmte von außen und der Glühwein von innen. Für junge Besucher standen Kinderpunsch und Tee bereit. An der Brotzeittafel bediente sich das Publikum reichlich: Es gab Schmalz- und Leberwurstbrote. "Bei den Temperaturen braucht man unbedingt etwas Fetthaltiges, das schützt den Körper gegen Kälte", wusste Sportlervorsitzender Scheler. Geld brauchte niemand mitzubringen, alles wurde spendiert, und die Bedienung war zuvorkommend, die hatten die Vereinsvorsitzenden persönlich übernommen. Klaus Scheler war mit diesem Jahresauftakt genau so zufrieden wie die Vorsitzenden der anderen Ortsvereine. "Mit dem ,Stärke antrinken‘ haben wir den Versuchsballon gestartet. Bei diesem Erfolg heute hier wäre es doch glatt zu überlegen, das ,Stärke antrinken‘ vielleicht auch in Zukunft zu etablieren", nahm Klaus Scheler als Denkanstoß mit.

Am 24. März wird es historisch. Dann wird Heimatpflegerin Isolde Kalter um 18 Uhr im Lindenhof Ketschenbachs Geschichte in einem Vortrag präsentieren.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren