Bad Rodach
Beschluss

Kein Pardon und keine Ausnahme in Bad Rodach

In der Schillerstraße darf auch weiterhin nicht halbseitig auf den Geh- und Radwegen geparkt werden. Der Bauausschuss sieht keine Lockerung vor.
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In der Bad Rodacher Schillerstraße bleibt das Parken auf Geh- und Radwegen verboten. Einen entsprechenden Antrag von Anwohnern lehnte der Bauausschuss ab. Foto: Henning Schuster
In der Bad Rodacher Schillerstraße bleibt das Parken auf Geh- und Radwegen verboten. Einen entsprechenden Antrag von Anwohnern lehnte der Bauausschuss ab. Foto: Henning Schuster
Ein Herzenswunsch vieler Anwohner und Besucher der Schillerstraße in Bad Rodach wird unerfüllt bleiben: Das halbseitige Parken auf den dort bestehenden Geh- und Radwegen bleibt verboten. Der Bauausschuss Bad Rodach lehnte am Montag einen sprechenden Antrag einstimmig ab.

Immerhin hatten bei einer Unterschriftenaktion mehr als 30 Rodacher und außerdem ihre Gäste ihren Wunsch geäußert. Das Parken auf den Geh- und Radwegen dort sei seit Jahren kein Problem gewesen und auch für die Allgemeinheit sinnvoller, weil Rettungsfahrzeuge besser durchkämen und auch der Begegnungsverkehr besser fließen könne. Die Straße dort ist nach Mitteilung der Stadt 6,60 Meter breit, die Geh- und Radwegen 2,10 beziehungsweise 2,20 Meter.


Auch die Polizei ist gegen eine Ausnahmeregelung

Bei einer Verkehrskontrolle im Rahmen einer Stichprobe für die ins Auge gefasste kommunale Verkehrsüberwachung seien dort die Parker erwischt worden, teilte Stadtbaumeister Dirk Hochberger mit. Die Verkehrspolizei Coburg habe bei einer Ortseinsicht zudem dazu geraten, keine Ausnahmegenehmigungen für das Parken auf Gehwegen zu schaffen. Die Bad Rodacher Feuerwehr will die Lage vor Ort erst noch prüfen.

Ernst-Wilhelm Geiling plädierte für eine Beibehaltung des Parkverbots auf Geh- und Radwegen: "Es ist klar geregelt. Autos gehören auf die Straße, Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Kinderwägen auf die Gehwege." Wenn der Bauausschuss den Antrag der Anwohner befürworte, fürchte er eine Antragsflut: "Da kommen wir vor lauter Anträgen nicht mehr hier raus!"

Auch Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) mahnte seine Stadtratskollegen: "Wir müssen in eine Richtung gehen. Ich verstehe jeden, der sich gewisse Gewohnheiten angeeignet hat. Wir können hier aber nicht mit dem Gehwegparken anfangen!"


Zehn statt neun Bauplätze

Das Baugebiet Heldritter Steig umfasst in Zukunft zehn statt neun Bauplätze. Dem stimmte der Bauausschuss geschlossen zu. Laut Bürgermeister Tobias Ehrlicher sei das Interesse für die Bauplätze vorhanden.
Für Diskussionen sorgte allerdings die am südlichen Rand geplante Einbeziehung eines Wirtschaftsweges in den Geltungsbereich des Bebauungsplans. Ein Anwohner des Gebiets südlich hatte beklagt, dass er dann nicht mehr direkt zu seinem Garten gelangen könne. Die Frage war nun, ob nur die Hälfte des Wirtschaftsweges für den Bebauungsplan eingezogen und das Gebiet um den Weg komplett verkleinert werden sollte oder aber alles so weiter bestehen könne wie vorgesehen.


Keinen Präzedenzfall schaffen

Aus dem Gremium kamen deutliche Worte: Der Wirtschaftsweg sei keine Erschließungsstraße, das habe jeder Bauherr von vornherein wissen müssen. Man dürfe hier keinen Präzedenzfall schaffen. Ernst-Wilhelm Geiling riet zum Verkauf des Geländes: "Wenn er den Weg kaufen will als Privatweg, dann soll er das machen." Das Gremium einigte sich schließlich darauf, den Plan zu belassen, wie er ist. Mögliche Käufer und der Anlieger könnten sich ja selbst darauf verständigen, wie sie eine Lösung finden. Verkauft werden sollte "zum bestmöglichen Preis nach dem Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters", aber auf jeden Fall der komplette Drei-Meter-Streifen entlang des Bebauungsplanes.

Das Bewerbungsverfahren für den Architektenwettbewerb Schlossplatz geht in die nächste Phase. Bisher hätten sich 14 Büros an der Ausschreibung beteiligt. Wie geschäftsleitender Beamter Uwe Schmidt allerdings einräumte, sei nicht sicher, ob alle auch eine Arbeit abgeben. Nächster Termin für weitere Entscheidungen sei der 10. Oktober.

Der Bauausschuss hat den Weg frei gemacht für die Umrüstung der Bad Rodacher Straßenbeleuchtung von HQL-Pilzleuchten auf LED-Lampen. Die Stadt erhofft sich so eine Energieeinsparung von 83 Prozent, die Voraussetzung für eine 25-prozentige staatliche Förderung ist. Für die Stadt verbleiben 150 000 Euro an Investitionskosten, die sich aufgrund der Energieeinsparungen aber schon in weniger als neun Jahren wieder rechnen würden. Insgesamt 319 Leuchten sind im Stadtgebiet betroffen.

Mit der Anschaffung einer modernen Lanze für die Ausbesserung von Rissen in Straßen soll weiteres Geld gespart werden. Bürgermeister Tobias Ehrlicher und Stadtbaumeister Dirk Hochberger hatten im August selbst ausprobiert ist, wie diese Reparaturen funktionieren, wie lange sie dauern und wie viel Geld sie kosten. Im Gegensatz zur Beauftragung einer Firma ließen sich pro Stunde mindestens drei Euro sparen, erklärte Tobias Ehrlicher sichtlich beeindruckt.

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