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Neustadt bei Coburg
Kirchengemeinden

Katholiken feierten gemeinsam unterm Himmelszelt in Neustadt

Die katholische Pfarrgemeinde St. Ottilia Neustadt richtete heuer die große Eucharistiefeier für den gesamten Seelsorgebereich aus.
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Die Kirchenband Joy begleitete die Feier im Freien. Foto: Manja von Nida
Die Kirchenband Joy begleitete die Feier im Freien. Foto: Manja von Nida
Das Wichtigste sei, dass die Menschen im Seelsorgebereich zusammenwachsen, sagte Pfarrer Peter Fischer bei einem besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel am Samstagabend im Pfarrgarten in Neustadt. "Das Besondere an diesem Gottesdienst ist, dass heute der gesamte Seelsorgebereich nach Neustadt eingeladen ist", sagte Fischer. Hatte früher jede Kirchengemeinde noch ihren eigenen Pfarrer, vergrößerte sich der Wirkungskreis der katholischen Geistlichen nach Zusammenlegungen. Pfarrer Fischer wirkt in den Pfarreien von Rödental, Dörfles-Esbach und Neustadt. Den festlichen Open-Air-Gottesdienst zelebrierte der Geistliche mit seinem Amtskollegen Pater Peter Uzor aus Nigeria, zuständiger Pfarrer für die Pfarrei Ebersdorf.


Es geht um die Gemeinsamkeit

Die Erwartungen an dieses Ereignis hatten die Geistlichen selbst heruntergeschraubt. "Zu diesem gemeinsamen Gottesdienst fühlen sich kaum mehr Gläubige angezogen als sonst", meinte Fischer und fügte hinzu, wie er das meint: "Ich denke eher, es werden die Menschen kommen, die mit der Pfarrei eh verbunden sind. Die große Auswirkung ist damit nicht gegeben." Aber das sei damit auch gar nicht beabsichtigt. Vielmehr sollten sich die Menschen im Seelsorgebereich kennenlernen und miteinander Gottesdienst feiern. "Wir sind miteinander verbunden, wir dürfen miteinander feiern. Das alles gemeinsam stärkt. Das ist eigentlich der Gedanke dieses Gottesdienstes", erklärte Fischer. "Wie kann man bei all den Ereignissen in der Welt, was Menschen zur Zeit erleben, munter Gottesdienst feiern, dann auch noch mit dem Slogan ,Da berühren sich Himmel und Erde‘, wo sich doch Erde und Unterwelt begegnen?", stellte der Pfarrer eine wichtige Frage in den Raum. Er erklärte es so: Gott sei da, wo sich Menschen begegneten. "Und das gibt es auch in dieser Zeit, wo so viele Dinge um uns herum passieren, beim täglichen Umgang der Menschen untereinander. Da ist das Reich Gottes. Diese Verbindung zu Gott dürfen wir in der Eucharistie feiern", sagte Fischer. In einem Kreis empfingen die Gläubigen die Hostie.

Die Kirchenband Joy begleitete die Feier im Freien. Schön fand nicht nur die pastorale Mitarbeiterin der Kirchengemeinde Sankt Ottilia, Martina Braun, dass die Menschen aus den verschiedenen Kirchengemeinden zusammengekommen waren. "Die Gemeinden sollen nicht nur auf dem Papier zusammengehören, sondern man soll es spüren: Wir sind eine Gemeinschaft", fügte Braun hinzu. Und so brachten sich die einzelnen Pfarreien mit Gebeten und Fürbitten beim Gottesdienst ein. Diese Form könnte sich als Alternative anbieten, wenn immer weniger Geistliche immer mehr Pfarreien zu betreuen hätten, kann sich Braun vorstellen.

Das jährliche Zusammentreffen wandert seit Jahren reihum durch die Kirchengemeinden. Heuer war Neustadt Ausrichter und bot Getränke an, Selbstgebackenes steuerten die Gäste bei. Und nach der Eucharistiefeier saßen alle noch gemütlich zusammen, und das gefiel nicht nur Braun.