Kastner gibt das Ziel aus, aus einer Holding mit vier GmbHs künftig "ein Unternehmen" zu machen. Ausdrücklich warnt Kastner vor einer Rückkehr zur "Kleinstaaterei", die keinem Beteiligten helfen würde. Außerdem verrät er, warum es so wichtig für das Krankenhaus Neustadt sei, vom Klinikum Coburg übernommen zu werden.

infranken.de: Herr Kastner, Sie haben den Aufsichtsratsvorsitz bei Regiomed übernehmen müssen, nachdem Landrat Michael Busch ihn niedergelegt hatte. Er hatte damit Ihre Aufsichtsratskollegen wachrütteln wollen. Was war los?
Norbert Kastner: Wir hatten das Situation, dass das Vertrauensverhältnis der Hauptgeschäftsführerin und weiten Teilen des Aufsichtsrats zum Geschäftsführer der Medinos-Kliniken in Sonneberg massiv gestört war. In einer solchen Situation muss man handeln. Doch dazu sahen sich einige Mitglieder des Aufsichtsrats nicht in der Lage, was vielleicht auch mit der Thüringer Kommunalwahl im Frühjahr zu tun hatte. Deshalb ist Michael Busch zurückgetreten. Inzwischen ist die Situation aber geklärt.

Die Situation ist geklärt, und nun kommt auch noch das Neustadter Krankenhaus zum Verbund.
Ja, allerdings als Teil der Klinikum Coburg GmbH. Neustadt ist für Coburg wichtig, weil das Klinikum Coburg zum einen Platz braucht und Neustadt uns die Möglichkeit gibt, weitere Fachrichtungen anzubieten, die das Angebot von Regiomed ergänzen und abrunden. Wir wollten aber auch verhindern, dass ein Wettbewerber Neustadt übernimmt und dann gezielt Sonneberg Konkurrenz macht. Das hätte zu massiven negativen Auswirkungen geführt.

Erklärtes Ziel des Regiomed-Verbunds ist es, die Krankenhäuser in den Landkreisen Coburg, Lichtenfels, Hildburghausen und Sonneberg in kommunaler Hand zu halten. Dem stehen kapitalschwere Klinik-Konzerne gegenüber. Wie kann und soll sich Regiomed da im Wettbewerb behaupten?
Wir kennen die Region, wir sind hier verwurzelt. Dank Regiomed können wir ein größeres und besseres medizinisches Behandlungsspektrum anbieten. Wir hatten vor Regiomed in Lichtenfels keine Neurochirurgie, in Sonneberg keine Thoraxchirurgie. Im Verbund kommen wir auf so hohe Fallzahlen, dass solche Abteilungen auch für Fachärzte interessant werden, die wir sonst nicht für die Region gewinnen könnten. Dazu kommt, dass wir im Verbund den Ärzten bessere Fortbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten können. Sicherlich müssen auch wir dauerhaft Gewinne erwirtschaften, um die Entwicklung unserer Kliniken sicherstellen zu können, aber wir müssen nicht 10 oder 12 Prozent für irgendwelche Shareholder erwirtschaften.

Das vollständige Interview sowie Stellungnahmen weiterer Politiker dazu lesen Sie am Dienstag im Tageblatt (Printausgabe)