Tambach
Tambacher Sommer

Justus kam, sah und siegte

Nach längerer Pause gab es in der Coburger Region endlich ein Wiederhören mit der Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz, der wie immer sehr schnell die Herzen der Zuhörer zu gewinnen wusste. Beim Open Air im Tambacher Schlosshof blieb es dabei auch trocken.
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Justus Frantz in Tambach.  Fotos: Albert Höchstädter
Justus Frantz in Tambach. Fotos: Albert Höchstädter
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Der Himmel meinte es gut an diesem Abend. Trotz niedriger Temperaturen und windigen Wetters blieb man im Tambacher Schlosshof von Regenschauern verschont und konnte sich ganz dem Musikgenuss hingeben. Der war nicht gering, hatte doch die Philharmonie der Nationen - sie gehört inzwischen zu den zehn besten Orchestern der Welt - ein zugkräftiges Programm mitgebracht, das unter der temperamentvollen Leitung ihres Dirigenten Justus Frantz zu optimaler Wirkung gelangte.
Frantz ist nicht nur ein fähiger Orchesterpädagoge, sondern auch ein charmanter Plauderer, der es versteht, mit wenigen Worten Kontakt zum Publikum zu schaffen. Auf dem Programm der Sommertour 2013, die in neun Städte führt, standen zugkräftige Werke von Wagner, Mozart und Brahms. Gefeierte Solistin war die russische Geigerin Xenia Dubrowskaja.
Es gab viel Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer.
Das Programm begann mit einer Huldigung an den Jubilar dieses Jahres Richard Wagner. Seine "Tannhäuser"-Ouvertüre ist ein effektvolles Stück, bestens geeignet für einen festlichen Konzertauftakt. Man hörte einen weihevollen Beginn in weichem Holzbläserklang, gefolgt von den expressiven tiefen Streichern, dann den Violinen und schließlich dem vollen Orchester. Brillant erklang auch im Mittelteil die kapriziöse, verführerische Venuswelt. Nach dem triumphalen Schluss gab es die ersten Beifallsstürme für Justus Frantz und seine famosen Musiker.
Es folgte das Violinkonzert G-Dur KV 216 von Wolfgang Amadeus Mozart mit der überragenden Solistin Xenia Dubrowskaja aus Moskau. Makelloser Ton und Strich, saubere Intonation, elegante Lagenwechsel, tragfähiger Ton und einfühlsame musikalische Gestaltung waren die Markenzeichen ihres Spiels, das in den virtuos gespielten Kadenzen gipfelte. Wertvolle Unterstützung erhielt sie durch die präzise, differenzierte Orchesterbegleitung unter der sorgsam gestaltenden Leitung von Justus Frantz. Stürmischer Beifall und eine virtuose Zugabe (Rezitativ und Scherzo von Fritz Kreisler) waren die "Folgen" dieser grandiosen Leistung.
Die "glücklichste" Sinfonie von Johannes Brahms ist seine während eines erholsamen Sommerurlaubs in der Schweiz entstandene "Zweite" in D-Dur, op. 73. Sie erlebte zum Abschluss des ohne Pause stattfindenden Konzerts durch den überlegen auswendig dirigierenden Justus Frantz eine großbögig gestaltete, eindringliche und orchestral äußerst perfekte Wiedergabe, die mit reichem Beifall belohnt wurde. Auch hier wurde eine Zugabe "erzwungen", die in Form eines feurigen Ungarischen Tanzes von Brahms sehr passend wirkte.

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