Neukirchen
Integration

Junge Flüchtlinge machen Schritte in das Berufsleben

Eine Berufsorientierungsklasse der Berufsschule I Coburg erlebte Interessantes in der Jugendbildungsstätte Neukirchen.
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Das Team der jungen Flüchtlinge lernte in der Jugendbildungsstätte Neukirchen, dass sich jeder auf den anderen verlassen können sollte. Foto: Günter Schiller
Das Team der jungen Flüchtlinge lernte in der Jugendbildungsstätte Neukirchen, dass sich jeder auf den anderen verlassen können sollte. Foto: Günter Schiller
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16 junge Menschen aus Syrien, Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und der Ukraine informierten sich vor kurzem über das Leben und Arbeiten in Deutschland. Informationen aus erster Hand bekamen die Jugendlichen vom Jugendkontaktbeamten der Polizei, Valentin Rose-Vetter. Er klärte über strafbare Sachverhalte und zu erwartende Sanktionen auf und sprach darüber, welche Formen von Gewalt es gibt und wo die Grenzen zu ziehen sind.


Rechte und Pflichten

Ein weiteres Thema waren Gewerkschaften, was diese tun, wie sie funktionieren. Claas Meyer, DGB-Gewerkschaftssekretär, erklärte die Aufgaben und Angebote von Gewerkschaften.
Die Teilnehmer erfuhren ihre Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung und setzten sich mit konstruktiven Konfliktlösungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz auseinander.

Sie erfuhren, worauf Unternehmen in der Berufsausbildung achten: nämlich auf Fachwissen und Schlüsselqualifikationen ihrer künftigen Auszubildenden. Mit Übungen und Filmbeiträgen erarbeiteten die Teilnehmer schließlich einen Katalog von Grundlagen und Basisqualifikationen, die für die Arbeitswelt notwendig sind, und erkannten insbesondere die Bedeutung von Sozialkompetenz in der Arbeitswelt.


Sich selbst einschätzen

Die Jugendlichen aus fünf Nationen konnten sich auch mit ihren Fähigkeiten und Interessen auseinandersetzen. An fünf Stationen mussten sie selbst einschätzen, ob sie eher technische, sprachliche, kommunikative, gestalterische oder handwerkliche Fähigkeiten haben.

Gleichzeitig erweiterten die Jugendlichen ihren Wortschatz im Bereich Berufsausbildung, indem sie die Tätigkeiten durchführten.


Berufskundliche Filme

350 Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Deswegen befassten sich die Teilnehmer mit Fragen wie: Welche Berufe kenne ich aus meiner Heimat? Welche passen zu mir? Diese Fragen wurde mit berufskundlichen Filmen beantwortet. In Kleingruppen schauten die jungen Leute Filme über die Berufsbilder und bewerteten diese nach ihrem Interesse.

Rainer Kissing von der IHK informierte über das duale Ausbildungssystem in Deutschland und erläuterte, warum eine Ausbildung so große Bedeutung hat. Am Schluss des Seminars wurde anhand von drei Berufen die Berufschancen in Handel, Industrie und Gastronomie vorgestellt.

Die jungen Leute mussten aber nicht nur sitzen und pauken. Im Seilgarten war körperlicher Einsatz gefragt, wobei Problemlösung in der Gruppe trainiert wurde mit der Erkenntnis: Ohne Teamfähigkeit und Kommunikation geht im Seilgarten und somit in der Arbeitswelt nichts.


Was bieten Organisationen?

"Acht Stunden sind kein Tag. Arbeit stellt einen wichtigen Teil der Integration von Geflüchteten dar, aber auch soziale Beziehungen in der Freizeit müssen aufgebaut werden", schreibt Jugendbildungsreferent Günter Schiller in einem Pressebericht über diese Veranstaltung. Der Kreisjugendring Coburg hatte hierzu Vertreter der Bayerischen Sportjugend, des ASB und der THW-Jugend eingeladen, um die Jugendlichen für ihr Wirken zu begeistern.

Auch die Theaterpädagogin Martina Krauß war nach Neukirchen gekommen. Ein Theaterstück befasste sich mit den Fragen, wie die Jugendlichen, die aus geografisch und kulturell entfernten Regionen nach Deutschland gekommen sind, ihre Eindrücke vom Leben im Gastgeberland verarbeiten und sie ihren Gastgebern klar machen können.

Die Jugendlichen setzten sich in Rollenspielen mit den Werten und Lebensweisen der Deutschen auseinander.
Das erarbeitete Theaterstück verschwindet aber nicht in einer Schublade. Es wird aufgeführt, und zwar am Samstag, 25. Juni, in der Reithalle Coburg.
Das Seminar wurde vom Bayerischen Jugendring und der Industrie und Handelskammer zu Coburg gefördert.

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