Coburg
Statistik

Jeder zehnte ohne Job ist unter 25 Jahre

Die Arbeitslosenquote ist im Mai auch in der Stadt und im Landkreis Coburg leicht gesunken. Doch es gibt weiterhin Sorgenkinder.
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Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an: In der Stadt Coburg sank im Mai die Arbeitslosenquote auf 5,9 Prozent - im April hatte sie noch bei 6,4 Prozent gelegen. Aber: Vor einem Jahr war sie auch schon einmal bei 5,3 Prozent.

Ganz ähnlich die Situation im Landkreis Coburg: Hier sank die Quote von 4,3 Prozent im April auf nunmehr nur noch 4,1 Prozent. Aber: Im Mai des Vorjahres waren es sogar nur 4,0 Prozent. Die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg hat der Landkreis Bamberg mit 2,8 Prozent, gefolgt von Forchheim mit 3,0 Prozent.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bleibt bei einzelnen Personengruppen allerdings recht unterschiedlich, wie es im Bericht der Agentur heißt. So habe sich erfreulicherweise die Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen gegenüber dem Vorjahresmonat um zwei Prozent verringert.
Die Situation bei der Gruppe der 15- bis unter 25-Jährigen sei dagegen "eher ungünstig", denn hier gab es einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 22,5 Prozent. Fast zehn Prozent, nämlich 1247 Personen, aller Arbeitslosen sind jünger als 25. "Die Agentur für Arbeit sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, die Verringerung der Arbeitslosigkeit der jungen Leute zu unterstützen", heißt es in dem Bericht. Hier seien aber auch die Personalverantwortlichen der Betriebe gefragt.

Dem Arbeitgeberservice der Agentur wurden seit Jahresbeginn fast 5600 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Der Rückgang dieser Zahl um gut zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum spiegelt laut Agenturbericht die vorsichtiger gewordene Stimmung der Wirtschaft wider. Die Unterbeschäftigung blieb gegenüber dem Vorjahresmonat relativ stabil (plus 1,3 Prozent). Mit der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, aber dennoch in keinem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen (etwa Teilnehmer an Maßnahmen, Altersteilzeit usw.). Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung können realwirtschaftliche Einflüsse auf dem Arbeitsmarkt besser erkannt werden.

Im Mai wurden der Agentur für Arbeit 1230 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Dies sind fast 16 Prozent mehr als im Vormonat, allerdings 18 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Zugang an Stellen war lokal betrachtet sehr unterschiedlich: Erhöhten sich die Stellen gegenüber dem Vorjahresmonat im Landkreis Coburg um gut 50 Prozent, verringerten sich diese im Landkreis Kronach um gut 46 Prozent.

Im Gegensatz zum April machte sich in diesem Monat auch bei den Jobcentern der Saisonaufschwung bemerkbar. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 3,2 Prozent. Insgesamt waren 6 216 Personen im Mai bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit allerdings nun auch in den Jobcentern deutlicher. In diesem Monat waren 191 Personen oder 3,2 Prozent mehr arbeitslos als im Mai des letzten Jahres. Der Vorjahresvergleich zeigt lokal Unterschiede: Stieg die Arbeitslosigkeit im SGB-II-Bereich in der Stadt Coburg um 14,9 Prozent, fiel sie im Landkreis Lichtenfels um 8,3 Prozent.
Und noch kurz die absoluten Zahlen: In der Stadt Coburg waren Ende Mai 1300 Menschen arbeitslos. Arbeitgeber meldeten 161 Stellen, was einer Abnahme gegenüber dem Vorjahresmonat von 19,1 Prozent entspricht. Im Pflegebereich gab es eine unverändert hohe Nachfrage nach Fachkräften. Gesucht bleiben aber auch Informatiker. Im Verkaufsbereich sind freie Stellen für Metzgereiverkäufer schwer zu besetzen.

Im Landkreis Coburg waren Ende Mai 2024 Menschen ohne Arbeit. Der Arbeitgeberservice konnte im März 239 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote aus dem Landkreis entgegennehmen. Dies waren 80 mehr als im Mai 2012. Neben der Zeitarbeit waren Stellen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handel dominierend. ct
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