Coburg
Sozialsenat

Interventionsstelle soll misshandelten Frauen schneller helfen

Im nächsten Jahr wird es eine Interventionsstelle geben, die mit misshandelten Frauen Kontakt aufnimmt. Finanziert wird die Stelle vom Freistaat und von drei Landkreisen.
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Bislang mussten sich betroffene Frauen selbst an die entsprechenden Stellen wenden. Ab nächstem Jahr kann der Kontakt über die Polizei hergestellt werden.  Foto: Maurizio Gambarini/dpa, Archiv
Bislang mussten sich betroffene Frauen selbst an die entsprechenden Stellen wenden. Ab nächstem Jahr kann der Kontakt über die Polizei hergestellt werden. Foto: Maurizio Gambarini/dpa, Archiv
Werden Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, sollen sie künftig schnell Hilfe erhalten, ohne von sich aus auf Frauenhäuser oder Notrufstellen zu gehen zu müssen.
Dazu gibt die Stadt Coburg ab dem nächsten Jahr einen Zuschuss, der sich wegen der finanziellen Mitbeteiligung der Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels auf rund 500 Euro im Jahr belaufen wird. Mit 80 Prozent trägt der Freistaat Bayern den Hauptanteil der Kosten für die Interventionsstelle "pro-aktive Beratung". Gefordert hat die Beteiligung der Stadt Coburg der Verein zum Schutz misshandelter Frauen in einem Stadtratsantrag.


Neues Förderprogramm

Bislang mussten sich die von Gewalt betroffenen Frauen von sich aus an Frauenhäuser und/oder Notrufstellen wenden. "Häufig fehlen den Opfern jedoch der Mut und die Kraft, von sich aus tätig zu werden", hieß es am Dienstag in der Sitzung des Sozialsenates des Coburger Stadtrates. Um diese Frauen zu erreichen, hat das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) ein neues Förderprogramm aufgelegt. Damit sollen die Interventionsstellen geschaffen werden. Die Interventionsstellen werden von der Polizei über gewaltbetroffene Frauen informiert, sofern diese ihr Einverständnis hierzu erteilt haben, und setzen sich dann mit diesen Frauen in Verbindung.


Kontakt nach drei Tagen

Die Interventionsstellen werden nur dann tätig, wenn Frauen von häuslicher Gewalt, sexualisierter Partnergewalt sowie Stalking durch den (Ex)Partner betroffen sind. Dabei muss ein Kontakt innerhalb von längstens drei Tagen hergestellt werden. Nach drei persönlichen Beratungen springen dann Frauenhäuser und Notrufe ein. Die neue Interventionsstelle ist mindestens zehn Stunden in der Woche erreichbar und muss über qualifiziertes Personal (Sozialpädagogen und -arbeiter) verfügen.
Das Frauenhaus Coburg und die Notrufstelle Coburg werden gemeinsam von der Stadt Coburg und den Landkreisen Coburg, Lichtenfels und Kronach finanziert, wobei Stadt und Landkreis Coburg je 35 Prozent der Kosten tragen, die Landkreise Lichtenfels und Kronach je 15 Prozent.
Die drei beteiligten Landkreise haben bereits ihr Einverständnis dazu erteilt, dass sie den auf sie entfallenden Anteil auch für die Interventionsstelle übernehmen würden. Voraussetzung für den Zuschuss von der Stadt ist die staatliche Förderung von 80 Prozent der Kosten und ein Eigenanteil von 10 Prozent. Fällt die staatliche Förderung weg, gibt es auch kein Geld mehr von der Stadt.
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