LKR Coburg
Kriminalität

Internetbetrüger sitzt in U-Haft

Bei einem Coburger aus dem Landkreis fand die Polizei eine regelrechte Fälscherwerkstatt. Gegen den 30-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen.
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Eine Auswahl der Gegenstände und gefälschten Dokumente, die die Polizei bei dem 30-Jährigen gefunden hat. Foto: Polizei
Eine Auswahl der Gegenstände und gefälschten Dokumente, die die Polizei bei dem 30-Jährigen gefunden hat. Foto: Polizei
Ein hartnäckiger Internetbetrüger ist den Spezialisten für Internetkriminalität von der Coburger Kriminalpolizei im September ins Netz gegangen. Das teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Coburg am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Nachdem über auswärtige Dienststellen zahlreiche Betrugsfälle mittels gehackter Konten-, Packstations- und PayPal-Daten bekannt geworden seien, habe sich der Verdacht gegen den 30-Jährigen aus dem Landkreis Coburg erhärtet, heißt es in der Mitteilung. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Coburg sitzt der Betrüger seitdem in Untersuchungshaft.
Nach mehrtägigen intensiven Observationsmaßnahmen, gemeinsam mit der zivilen Einsatzgruppe und dem Einsatzzug, an Packstationen und Paketshops im Raum Coburg wurde der Betrüger schließlich vor seiner Wohnung, kurz vor Abholung eines weiteren Paketes, festgenommen.
Im Fahrzeug fand die Polizei noch Artikel in Originalverpackung, die der Mann betrügerisch erlangt hatte, darunter auch Betäubungsmittel.
Bei der Wohnungsdurchsuchung stießen die Beamten auf eine regelrechte Fälscherwerkstatt. Der Beschuldigte habe sich über das sogenannte "Darknet" verschiedenste Utensilien wie Stempel, Hologramme und Druckvorlagen beschafft und selbstständig Ausweisdokumente auf diverse existierende und Fantasie-Personalien hergestellt. Zudem seien zahlreiche Listen mit gehackten Kontodaten, betrügerisch bestellte Artikel und weitere Betäubungsmittel gefunden worden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der Mann auch "Auftragsarbeiten" für gefälschte Ausweisdokumente über einschlägige Foren im "Darknet" entgegengenommen und deutschlandweit verschickt haben.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg erging gegen den 30-Jährigen am Tag nach seiner Festnahme Haftbefehl. Seitdem befindet er sich in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Die umfangreichen Ermittlungen der Kripo und der Staatsanwaltschaft zu den bundesweit begangenen Straftaten dauern an. Bislang konnten die Ermittler dem Betrüger einen verursachten Schaden von rund 16 000 Euro nachweisen.

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