Rödental
Ausbildung

In der Freizeit mitten ins Feuer

Nur wenige Feuerwehrleute bekommen die Chance, im Ausbildungscontainer eine Rauchgasdurchzündung hautnah zu erleben. Das Gelernte kann ihnen später im Einsatzfall das Leben retten.
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Feuerwehrleute erleben im Ausbildungscontainer eine Rauchgasdurchzündung. Im Ernstfalleinsatz ist das eine äußerst gefährliche Situation. Hier können die Atemschutzgeräteträger lernen, wie sie damit umgehen müssen, um heil wieder heraus zu kommen. Foto: Rainer Lutz
Feuerwehrleute erleben im Ausbildungscontainer eine Rauchgasdurchzündung. Im Ernstfalleinsatz ist das eine äußerst gefährliche Situation. Hier können die Atemschutzgeräteträger lernen, wie sie damit umgehen müssen, um heil wieder heraus zu kommen. Foto: Rainer Lutz
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Wenn Michael Hager einlädt, wird es heiß. Er ist im Landkreis für die Ausbildung der Feuerwehrmänner mit schwerem Atemschutz zuständig, die schon auf der Übungsstrecke in Ebersdorf regelmäßig tüchtig schwitzen.
Jetzt wurde es für einige von ihnen erst richtig heiß - sie durften in einen Übungscontainer, indem sie eine Rauchgasdurchzündung ("Flashover") hautnah erleben können.

Der Container, der vom Landesfeuerwehrverband und dem bayerischen Innenministerium finanziert wurde, ist im Freistaat einmalig. "Den bekommst du nur alle paar Jahre", sagt Hager. In den vergangenen Tagen stand der rote Kasten auf dem Gelände des Bauhofs im Rödentaler Schlossgrund. Acht Gruppen zu je acht Feuerwehrleuten aus verschiedenen Wehren des Landkreises wurden ausgebildet. "Insgesamt haben wir zurzeit 534 Atemschutzgeräteträger im Alter von 18 bis 63 Jahren bei 45 Feuerwehren und zwei Werksfeuerwehren", rechnet Michael Hager vor.

Ihre Grundausbildung dauert 26 Stunden. Danach gibt es verschiedene weitere Ausbildungsmodule. Eines davon ist der Container.


Hinter ihnen schließt sich die Tür

Ein Feuer aus Spanplatten, die mit viel Qualm brennen, sorgt im vorderen Teil für die Ausgangsbasis der Ausbildung: viel Hitze und Rauch. Wenn die Flammen ordentlich lodern, geht die Gruppe in den Container. Hinter ihnen wird die eiserne Tür verschlossen. Sie müssen mit der Enge, der Hitze und immer weniger Sicht klarkommen.

Nach einer Weile wird die Tür geöffnet. Die Flammen gewinnen wieder an Größe, sobald mehr Sauerstoff zur Verfügung steht. Doch im Qualm über den Köpfen der Atemschutzgeräteträger sind jede Menge brennbarer Gase enthalten. Sie lernen jetzt, zu erkennen, wie sich Feuer und Rauch verändern, ehe die gefürchtete Durchzündung als heiße gewaltige Lohe über ihre Köpfe hinwegfegt.

"Die Brände in der jüngeren Vergangenheit haben uns immer wieder gezeigt, wie wichtig Kräfte mit schwerem Atemschutz sind und wie wichtig ihre möglichst gute Ausbildung ist", sagt Kreisbrandrat Manfred Lorenz. Die Ausbildung zum Atemschutzträger ist fordernd. Im Einsatz sind die Leute mit der Maske und der Atemluftflasche diejenigen, auf die es ankommt.


Moderne Herausforderungen

"Heutige Materialien beim Bau und in Möbeln führen zu Einsatzsituationen, die nicht mehr ohne Atemschutz zu machen sind", weiß Michael Hager. Daher sollen möglichst viele Leute im Container ausgebildet werden. Doch den wollen viele Wehren im Freistaat nutzen. Bei 64 Teilnehmern im Jahr bräuchte der Landkreis etwa neun Jahre, um alle Atemschutzleute durchzuschleusen. Aber die Einrichtung steht nicht einmal jedes Jahr zur Verfügung. Es ist also gewissermaßen eine Auszeichnung für jeden, der sich Qualm, Hitze und Stichflammen aussetzen darf.
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