Coburg
1. Handball-Bundesliga

In Sachsen war für den HSC nichts zu holen

Der HSC Coburg verlor in Leipzig mit 28:33. Florian Billek traf elf Mal, doch das reichte nicht.
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Romas Kirveliavicius wurde von den Leipziger hart genommen. Zwar erzielte der Nationalspieler von Österreich fünf Treffer, doch zu einer Überraschung in Leipzig reichte es für den HSC 2000 Coburg nicht. Fotos: Iris Bilek
Romas Kirveliavicius wurde von den Leipziger hart genommen. Zwar erzielte der Nationalspieler von Österreich fünf Treffer, doch zu einer Überraschung in Leipzig reichte es für den HSC 2000 Coburg nicht. Fotos: Iris Bilek
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Es wurde nichts aus der erhofften Überraschung in Leipzig. Mit 28:33 (14:18) verlor der HSC 2000 Coburg am Mittwochabend sein Auswärtsspiel in Sachsen. Selbst ein überragender Florian Billek mit insgesamt elf Toren konnte die Niederlage nicht verhindern.
Personell gab es kurzfristig noch zwei Rückschläge: Neben Stefan Lex und Tom Wetzel musste der HSC auch noch auf die erkrankten Girts Lilienfelds und Philipp Barsties verzichten. Trotzdem wehrte sich der Außenseiter tapfer, musste jedoch früh erkennen, dass die Qualität an diesem Abend nicht ausreicht, um den zweiten Sieg in Folge zu landen.
Auffallend war vor allem in der ersten Halbzeit, dass der in der Vorrunde noch so groß auftrumpfende Spielgestalter Nico Büdel derzeit seiner Bestform weit hinterherläuft.
Überragend präsentierte sich vor knapp 3000 Zuschauer dagegen Florian Billek. Denn egal ob er, wie zu Beginn der Partie, im rechten Rückraum zum Zug kam, oder auf seiner Stammposition von Außen - er traf fast immer. Schon nach 30 Minuten hatte er acht "Buden" zu Buche stehen und hielt damit seine Mannschaft fast im Alleingang einigermaßen im Spiel. Letztlich konnte aber auch er die sich schon bald abzeichnende Niederlage nicht verhindern.


SC DHfK Leipzig gegen
HSC 2000 Coburg 33:28 (18:14)

Der Tabellensiebte hatte den besseren Start und ließ von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass man den Tabellenletzten nicht unterschätzen wird. Weil sich Coburg aber trotz der personellen Probleme mit allen Mitteln wehrte, entwickelte sich eine kampfbetonte erste Hälfte, in der die Schiedsrichter öfters unglückliche Entscheidungen aus HSC-Sicht trafen.
Weil aber Billek sein Visier optimal eingestellt hatte, Hagelin als Abwehrchef immer wieder gut und entschlossen hinlangte, Torsteher Oli Krechel einen Siebenmeter parierte und Harmandic effektiver agierte als der unglückliche Büdel blieb de HSC in Schlagdistanz. Über 9:12 und 10:13 aus Coburger Sicht bauten die Gastgeber ihre Führung auf 17:13 und 18:14 bis zur Pause aus. Vor allem das Umschaltspiel dauerte bei den Coburgern nach eigenen Toren zu lange, so dass Leipzig zu einfachen Toren kam. Außerdem erwischte Krechel ab Mitte der ersten Hälfte eine Schwächephase, so dass vor allem Linksaußen Lukas Binder mehrfach davon profitierte und bis zu diesem Zeitpunkt schon fünf Mal einlochte.
Nach der Pause stand Jan Kulhanek zwischen den HSC-Pfosten, doch am Spielverlauf änderte sich für die "Gelben" vorerst nichts. Im Gegenteil: Jetzt erhöhten die Leiziger, angetrieben von ihren treuen Fans, das Tempo und zogen auf sechs Tore davon 24:18 (40.). Damit war das Spiel im Prinzip vorzeitig entschieden, weil den qualitativ und quantitativ limitierten Coburgern jetzt auch die Kräfte fehlten, um dem Duell noch eine entscheidende Wende zu geben. Selbst in einer doppelten Überzahl konnten sie den Rückstand nicht mehr verkürzten. Beim Stand von 23:28 zehn Minuten vor dem Ende nahm Jan Gorr noch eine Auszeit, um seine Jungs noch einmal wach zurütteln, und wechselte erneut den Torhüter. Doch letztlich konnten auch diese gut gemeinten Maßnahmen nichts mehr am Spielverlauf und der drohenden Niederlage ändern.
Die Coburger erlitten nach der Galavorstellung am Sonntag gegen Erlangen einen herben Rückschlag im Abstiegskampf und sind jetzt fast schon zum Siegen am Samstag in Balingen verdammt.

SC DHfK Leipzig gegen HSC Coburg 33:28 (18:14) SC DHfK Leipzig: Jens Vortmann, Milos Putera; Franz Semper, Christoph Steinert, Andreas Rojewski, Aivis Jurdzs, Lucas Krzikalla, Lukas Binder, Maximilian Janke, Niclas Pieczkowski, Marvin Sommer, Bastian Roscheck, Benjamin Meschke, Roman BecvarTrainer: Christian Prokop.
Zeitstrafen: 4.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Oliver Krechel - Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig (2), Dominic Kelm, Sebastian Weber (1), Steffen Coßbau (2/2), Florian Billek (11), Till Riehn, Nico Büdel (2), Adnan Harmandic (5), Romas Kirveliavicius (5), Philipp Barsties.
Trainer: Jan Gorr
Es fehlten: Stefan Lex, Tom Wetzel (beide verletzt), Girts Lilienfelds.
Zeitstrafen: 6. - Rote Karte: Hagelin (3 x 2 Minuten)
SR: Marcus Hurst / Mirko Krag
Spielaufsicht: Wolfgang Jamelle (Oberursell).
Beste Spieler: Binder, Pieczkowski, Semper / Billek.

Stimmen zum Spiel

Jan Gorr (Trainer HSC 2000 Coburg): Die Mannschaft hat sich der schwierigen Situation hier gestellt und 60 Minuten extreme Gegenwehr gezeigt. Dass es nicht knapper war, lag an der Phase in der ersten Halbzeit, als Leipzig zu viel Möglichkeiten über ihr Tempospiel bekam. So sind wir entscheidend in Rückstand geraten und dem sind wir dann hinterher gelaufen.
Aber wichtig war, dass wir auch in der zweiten Halbzeit eine echte Energieleistung gezeigt haben und uns nicht abschütteln ließen. Das war ein sehr, sehr guter Aspekt von diesem Spiel.
Steffen Ramer (Geschäftsführer HSC 2000 Coburg): Es ist schade, aber über die Leistung unserer Jungs kann man heute nicht meckern. Wir waren natürlich auf einigen Positionen ersatzgeschwächt, aber im Großen und Ganzen war es eine vernünftige Leistung. Wir haben in der ersten Halbzeit im Angriff und in der Abwehr nicht aggressiv genug gespielt. Leipzig war am Ende einfach zu abgeklärt, zu clever. Man kann aber nicht böse sein und wir müssen jetzt nach vorne schauen. ct
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