Rödental
Sanierung

In Rödental tropft es - aber nicht mehr lang

Während der Arbeiten am Dach des Lienhard-Fuchs-Kindergartens ist das Gebäude nicht ganz dicht. Bei Regen dringt Wasser ein. Stadt und Architekt beruhigen: Bald ist das neue Dach fertig und dann ist Schluss mit Wassereinbrüchen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Architekt Christian Wutke besichtigt die Arbeiten auf dem Dach des Lienhard-Fuchs-Kindergartens. Foto: Rainer Lutz
Architekt Christian Wutke besichtigt die Arbeiten auf dem Dach des Lienhard-Fuchs-Kindergartens. Foto: Rainer Lutz
Immer neue Wannen und Eimer im Eingangsbereich des Lienhard-Fuchs-Kindergartens in Rödental sollen Wasser auffangen, dass von der Decke tropft. Das machte unserem Leser Markus Ondra dann doch Sorgen, wenn er Tag für Tag sein Kind in die Einrichtung brachte. Vor Ort zeigte sich die Lage in dem Gebäude, das zurzeit mit erheblichem Aufwand saniert wird, entspannter als befürchtet.
Bürgermeister Marco Steiner (FW) hatte ebenfalls ein Schreiben von Markus Ondra erhalten, und sich der Sache sofort angenommen. Allerdings war er schon etwas überrascht, den erst vor einer Woche hatte er zusammen mit dem Bausenat der Stadt die Baustelle besucht. Von großen Problemen war da nicht die Rede gewesen. Im Gegenteil, Architekt Christian Wutke informierte über einen planmäßigen Fortgang der Arbeiten und Kindergartenleiterin Christine Raczek sprach auch nicht von Problemen, die über das Maß hinaus gehen, das zu erwarten ist, wenn ein Kindergarten bei laufendem Betrieb saniert wird.
Jetzt plötzlich also nicht mehr zu vertretende Zustände? Beim Besuch im Kindergarten bestätigt die Leiterin, dass bei starkem Regen noch immer an mehreren Stellen Wasser eindringt. Das war zu befürchten gewesen, wie Architekt und Bürgermeister wissen. Denn auf dem Dach wird ja gearbeitet. "Wir hatten gehofft, dass der Juni nicht ganz so verregnet werden würde", sagt Wutke. Es kam aber anders. Daher konnte oft am Dach nicht gearbeitet werden.
Dieses Dach beschäftigt den Stadtrat und seinen Bausenat schon sehr lange. "Undichte Stellen sind seit 40 Jahren ein Problem", sagt Christine Raczek. Architekt Wutke erklärt es genauer. Der Kindergarten wurde - wie viele Gebäude in den 70er Jahren - mit einer Flachdachkonstruktion errichtet. Allerdings liegen die Flachdächer der Gruppenräume erheblich höher als der Rest. Eine in Sachen Dichtheit eher problematische Konstruktion. Sie ließ auch den Aufbau eines Giebeldaches nicht wirtschaftlich erscheinen, so Wutke. "Damit hätten wir außerdem die Oberlichter über den Gemeinschaftsräumen und dem Eingangsbereich abgedunkelt", erklärt er. Jetzt wird also wieder ein Flachdach aufgebaut, diesmal aber mit einer leichten Neigung, damit sich kein Wasser in Pfützen halten kann.
Fertig sind die neuen Dächer über den Gruppenräumen, so dass dort kein Problem mehr auftritt. Die Flächen dazwischen sind in Arbeit. "Zwei trockene Wochen und das Problem ist Geschichte", ist Wutke überzeugt. Spätestens in vier Wochen aber auf jeden Fall.
"Die eingesetzte Baufirma arbeitet sehr sorgfältig und zuverlässig", lobt Wutke. Auch Kindergartenleiterin Raczek ist sehr zufrieden. "Wenn wir mal Ruhe brauchen, unterbrechen sie auch mal für eine Stunde die Arbeit auf dem Dach und sie unterstützen uns, wenn wir sie mal brauchen", sagt sie. Der Dachdecker komme jeden Morgen als erstes und frage, ob es irgendwo tropft. Ebenso helfe der Bauhof der Stadt, wenn etwa schwere Wannen voller Wasser aus dem Haus getragen werden müssen. Tatsächlich würden die Arbeiten von den Kindern oft eher als Attraktion gesehen und weniger als Störung.

Überprüfung angefordert

Trotzdem ist es aus Sicht von Marco Steiner eine ernst zu nehmende Sache, wenn im Kindergarten so oft Feuchtigkeit vorhanden ist. "Wir haben das Gesundheitsamt gebeten, sich die Sache anzusehen und die Kindergartenaufsicht am Landratsamt ist informiert", erklärt er.
Insgesamt stießen Stadt und Kindergartenleitung bisher eher auf Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen. Auch beim letzten Elternabend in der Einrichtung sei nichts von Empörung über die Begleiterscheinungen der Bauarbeiten zu spüren gewesen.
Größere Probleme gibt es ohnehin nur, wenn es stark regnet. Da richten sich jetzt die Hoffnungen auf den Wetterbericht für die kommenden Wochen. Bei der alten Dachkonstruktion war dagegen nicht einmal der Regen das größte Problem. Erst jetzt, als das alte Dach abgebaut wurde, erkannte Wutke die Ursache. Eine, die schon vermutet worden war. Bisher gab es nämlich vor allem dann Probleme mit eindringender Feuchtigkeit, wenn das Wetter sich änderte. Besonders schlimm war es in den Übergangszeiten im Herbst oder Frühjahr. "Das war schlicht Kondenswasser", stellt der Architekt fest. Auch das soll es künftig nicht mehr geben. Und für Bürgermeister Marco Steiner steht fest: "Alles was jetzt passiert, soll doch zu dem Ziel führen, dass wir einen ordentlichen generalsanierten Kindergarten bekommen." Christine Raczek dazu: "So sehen wir das auch."
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren