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Neustadt bei Coburg
Brauchtum

In Neustadt bekommen Tiere Gottes Segen

Es ist eigentlich ein Bauch aus Südbayern und Österreich. Doch auch in Neustadt gibt es den Leonhardi-Ritt schon seit 29 Jahren. Seit 15 Jahren wird er gemeinsam mit dem Verein für Gebrauchshunde ausgerichtet.
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Religionspädagogin Martina Braun segnet nach dem Leonhardi-Ritt ein Pferdegespann. Fotos: Manja von Nida
Religionspädagogin Martina Braun segnet nach dem Leonhardi-Ritt ein Pferdegespann. Fotos: Manja von Nida
Zu Ehren des Heiligen Leonhard, dem Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere und insbesondere der Pferde, fanden am Wochenende in bayerischen Gemeinden die traditionellen Leonhardi-Ritte mit Tiersegnungen statt. Dieser alte, christliche Brauch wird jetzt bereits seit 29 Jahren auch in Neustadt gepflegt und zwar vom 1983 gegründeten Reit- und Fahrverein Neustadt bei Coburg.
Von der Polizei begleitet, zogen Samstagmittag prächtig geschmückte Pferdegespanne, Kutschen und Reiter hoch zu Ross sowie zahlreiche Hundehalter durch Neustadts Straßen.Seit Jahren wird nämlich der Leonhardi-Ritt mit der anschließenden Tiersegnung gemeinsam mit dem Verein für Gebrauchshunde (VfG) ausgerichtet. "Ursprünglich hatte der Reit- und Fahrverein den Leonhardi-Ritt nur mit Pferden initiiert und dies zunächst auf dem Schützenplatz ausgerichtet", erinnerte Matthias Knauer, erster Vorsitzender des Vereins für Gebrauchshunde.
"Seit fünfzehn Jahren ist auch unser Hundeverein dabei und wir feiern das Leonhardi-Fest gemeinsam auf unserem Vereinsgelände an der Krämere", und Knauer richtete seinen Dank an Katrin Petersen, erste Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, für diese gute Zusammenarbeit.
"Der 6. November ist der Todestag des Heiligen Leonhard. So sind wir kurz vor dem Jahresende unserem Schutzpatron dankbar, dass unsere Tiere, die für uns das ganze Jahr über ihre Arbeit geleistet haben, ohne größere Beeinträchtigungen oder Verletzungen gesund geblieben sind", sagte Matthias Knauer.
"Hat man in Pferden und Hunden früher vor allem Nutztiere gesehen, die das tägliche Leben erleichtert und beschützt haben, sind diese Tiere heute oft zu Lebensbegleitern geworden. Gefährten, die uns ans Herz gewachsen, uns begleiten und uns heilig sind. Was heilig ist, kommt von Gott, ist Gabe Gottes, der wir mit Achtung, Respekt und Dankbarkeit begegnen", erwähnte Religionspädagogin Martina Braun von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Ottilia in einer kleinen Andacht. Die Aufgabe des Menschen sei, alles, was man ihm anvertraue, in Ordnung zu halten, mit allem Geschaffenen verantwortungsvoll umzugehen und sich liebevoll darum auch zu kümmern. "Und so wollen wir für die Tiere, die uns wertvoll sind, heute Gottes Schutz und Segen erbitten", fuhr Braun fort.
Gott habe die Erde erschaffen, sie sei ein Wunder Gottes, welches er uns anvertraut habe. Die Heiligen Leonhard wie auch Franziskus von Assisi würden die Liebe und Fürsorge Gottes dem Menschen durchscheinen lassen. Möge Gott die Tiere vor Krankheiten, Seuchen und Gefahren bewahren und möge der Mensch sie als Mitgeschöpfe achten. "Die Liebe, die Zärtlichkeit, die Sorge, die Sie ihren Tieren erweisen, die Sie heute bewusst unter den Segen Gottes stellen wollen, gilt es auszuweiten auf alle Geschöpfe. Ihre Tiere sind uns gute Lehrmeister, wie wir mit unserer Erde und all ihren Geschöpfen umgehen sollen. Tiere sind eine Gabe und ein Segen für uns", sprach Braun.
Nach dem gemeinsamen Vaterunser spendete Martina Braun den Segen Gottes und weihte Ross und Reiter sowie alle Hunde mit ihren Besitzern. Im gemütlichen Kreis unter Tierfreunden, ließ das Publikum sein gelungenes Leonhardi-Fest ausklingen.


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