Am 13. Juli werden die Baumaßnahmen der jeweiligen Ortsteile zur einfachen Dorferneuerung voraussichtlich beginnen und Ende Oktober sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein.
Vom zwischenzeitlichen Verlauf berichtete Architektin und Stadtplanerin Christine Schirmer am Donnerstagabend zur Bürgerinformationsveranstaltung im Kemmater Feuerwehrhaus. Beide Ortsbetreuer, Isolde Kalter (Kemmaten) und Gerhard Baudler (Boderndorf) sowie interessierte Bewohner wurden über den Stand der Dinge informiert. Architekt Horst-Dieter Göhring vom Bad Rodacher Planungsbüro erläuterte zudem die Pläne der Vorhaben.

Beschluss 2009 - und wie es dann weiterging

Im Januar 2009 hatten die städtischen Gremien beschlossen, den Antrag auf Aufnahme in das Bayerische Dorferneuerungsprogramm beim Amt für ländliche Entwicklung zu stellen, erinnerte die Architektin.
"Wir haben von dort Bescheid bekommen, dass diese Maßnahme mit 55 Prozent gefördert wird und das ist sehr erfreulich", so Schirmer. Gefördert wird die Maßnahme übrigens im Rahmen von Zuwendungen aus Fördermitteln des Freistaates Bayern und aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz für das Vorhaben Einfache Dorferneuerung. Zuvor erfolgte im Juni 2009 eine gemeinsame Begehung mit dem Amt für ländliche Entwicklung und bereits vier Monate später kam das Schreiben, man sei in die sogenannte "Vormerkliste" aufgenommen worden. Im April 2012 teilte das Amt für ländliche Entwicklung mit, die beantragte Dorferneuerung könne in Aussicht gestellt werden. Die städtischen Gremien fassten auch hierzu die notwendigen Beschlüsse und die Dorfgemeinschaft formulierte ihre Zielvorstellungen. Die Einigung auf ein gemeinsames "Einfaches Dorferneuerungsverfahren" dauerte ein weiteres Jahr. Mit dem Schreiben von Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) konnte die Stadt Neustadt dann den Antrag auf die Einleitung des "einfachen Dorferneuerungsverfahren" am 28. Oktober 2013 stellen. Mit dem Schreiben vom 26. November 2013 wurde das Verfahren vom Amt für ländliche Entwicklung dann offiziell eingeleitet.

Aufträge vergeben

Die Verdingungsunterlagen wurden je Los an acht Bewerber versendet und bei der Submission am 2. Juni 2015 lagen je Los drei Angebote vor. "Die Aufträge für die Tiefbau- und Landschaftsbauarbeiten sind getrennt an die mindestfordernden und wirtschaftlichsten Bieter vergeben worden", informierte Schirmer. Für Los 1 Boderndorf erhält die Fa. STL Sonneberg GmbH den Auftrag mit der Auftragssumme von 159 616,08 Euro brutto. Den Auftrag für Los 2 Kemmaten erhält die die Firma Schindhelm Straßen- und Tiefbau mit der Auftragssumme von 125 820,09 Euro brutto. So sollen in beiden Ortsteilen die Dorfbrunnen ins rechte Licht gerückt werden, Bepflanzungen angebracht, Bushäuschen, Pergola oder auch die Spielplätze zeitgemäß hergerichtet werden. Der Spielplatz in Boderndorf ist einschließlich Montage für 18 410,63 Euro bereits vergeben. Ebenso die Beleuchtung der Pergola in Kemmaten für 1741,74 Euro sowie die Beleuchtung des Freisitzes in Boderndorf für 4885,03 Euro. Offen stehen noch das Bushäuschen, die Pergola und der Spielplatz (alles in Kemmaten).

Nadine Winkler aus Boderndorf interessierte besonders die Spielplatzbepflanzung. "Ich finde, eine Traubenkirsche hat an einem Kinderspielplatz nichts verloren", betonte die Mutter einer dreijährigen Tochter. "Ich habe einen Walnuss- oder Nussbaum vorgeschlagen. Das wäre angebrachter." "Ich bin heute gekommen, weil ich mir die Informationen einfach nur anhören wollte. Wir haben ja bei uns in Kemmaten schon alles besprochen und wissen, was erfolgen wird", meine Ursula Löw. "Ich bin aus Interesse gekommen, da unser Grundstück mit Zufahrt an der Weggrenze liegt. Aber wie ich gehört habe, brauchen die Anlieger nichts dazu zahlen", war Monika Wittmann froh. "Wer ein Dorferneuerungsverfahren durchführen möchte, der braucht einen langen Atem und Durchhaltevermögen", hatte Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann (CSU) zur letzten Bürgerbesprechung gesagt. Doch die Boderndorfer und Kemmater Bürger ließen sich, trotz vieler Hindernisse, nicht von ihrem Ziel abbringen, konnte die Baubürgermeisterin Protzmann wohlwollend feststellen.