Heldritt

In Heldritt ist der Mogli los

Heldritt bringt in diesem Jahr im Kinderprogramm einen zauberhaften Disney-Klassiker auf die Waldbühne.
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Mit dem "Abenteuer aus dem Dschungelbuch" stellen sich die Laienschauspieler der Waldbühne Heldritt selbst vor eine große Herausforderung. Regisseurin Delia Schneider feilt gemeinsam mit ihrer Mannschaft noch an den Details der Aufführung.  Foto: Gabi Bertram
Mit dem "Abenteuer aus dem Dschungelbuch" stellen sich die Laienschauspieler der Waldbühne Heldritt selbst vor eine große Herausforderung. Regisseurin Delia Schneider feilt gemeinsam mit ihrer Mannschaft noch an den Details der Aufführung. Foto: Gabi Bertram
Drei Wochen vor der Premiere am 1. Juni wird noch auf Hochtouren geprobt, und Regisseurin Delia Schneider ist noch alles andere als zufrieden. Aber sie muss natürlich auch zugeben, dass die Inszenierung des Dschungelbuchs nach einem Kinderstück von Walter Edelmann eine echte Herausforderung ist, schon auf Grund der Vielzahl der Akteure auf der Bühne und des Altersunterschieds.
Die Kleinsten - Greta Jendis und Leo Maduche - sind gerade mal vier Jahre. Sie schlüpfen in die Rolle des kleinen Mogli, der gerade vom Krabbeln ins Laufen kommt und den Dschungel für sich erkundet. "Mit den Kleinen haben wir das Proben begonnen", sagt Delia Schneider, "es ist zwar nur eine kleine Szene im Stück, aber die muss sitzen, und mit den beiden Vierjährigen ist das nicht so einfach."
Die Rolle des Mogli ist übrigens fünfmal besetzt, zweimal mit Ersatz: Neben Greta und Leo üben sich auch Anton Jendis und Anton Maduche (jeweils die
größeren Brüder) als Mogli. Den großen Mogli spielt Charlotte Ritz, die heute 13 ist und schon als Dreijährige in Heldritt auf der Bühne stand.

Echte Herausforderung

Mit dem Dschungelbuch setzt Delia Schneider als Regisseurin nun schon das sechste Stück auf der Waldbühne in Szene. Was der Heimatverein und sie selbst heuer ausgesucht haben, nennt sie schlichtweg eine gewaltige Herausforderung.
"Ich merke schon, das ist ein richtig großes Ding. Aber irgendwie brauche ich auch den Stress und die Verantwortung. Davon krieg‘ ich gute Laune." So werden die Auf- und Abgänge immer wieder geprobt, geduldig erklärt Delia Schneider, wer wann von wo zu kommen und wohin zu gehen habe. Das sei deshalb so schwierig, erklärt sie, weil vieles ähnlich, aber eben doch immer wieder im Detail anders sei.
Bei den Proben wird zwar hart gearbeitet, aber es geht trotz allem lustig zu. Zeit bringt Delia mit, lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn eine Szene x-mal durchlaufen wird, und Schneider schickt schon mal die Eltern weg, die ihre Kinder abholen wollen: "Dauert noch ein Stündchen."
Für die großen Rollen im Dschungelbuch - den Mogli, den dicken Bären Balu und den Tiger Shir Khan - seien die perfekten Besetzungen gelungen. "Ja, finde mal einen, der groß und kräftig ist und dazu auch noch singen kann", lacht sie und freut sich über Sven Stubenrauch, der ins Bärenfell steigt. Stubenrauch ist kein Neuling auf der Waldbühne und war schon als Räuber Hotzenplotz zu sehen. "Probier's mal mit Gemütlichkeit" singt er live, und die Gemütlichkeit scheint der "Bär" auch gepachtet zu haben.
Besonders schwierig war auch, die Rolle des Shir Khan zu besetzen. Sportlich musste der sein, nicht zu jung und nicht zu alt, und eine tolle Stimme gehört freilich auch dazu. Perfekt in Rolle und Tigerkostüm passt Valentin Fruntke aus Weidach. Er spielt am Landestheater Coburg und hätte aus Zeitgründen schon eher Nein gesagt, konnte aber glücklicherweise überredet werden.
Ebenfalls nicht so einfach war die Besetzung solcher Tierrollen wie Stinktier oder Hyäne. Wer will als Kind schon als Stinktier auf die Bühne? Insgesamt wuseln 26 Schauspieler in aufwendig geschneiderten Tierkostümen über die Bühne. Unterstützt werden sie in bewährter Manier von den Tänzerinnen der Ballettschule Ketschendorf.

Alles im Blick

Aufwendig ist in diesem Jahr nicht nur die Probenarbeit, sondern auch die Gestaltung der Kulissen, der Kostüme und der Maske. Aus der Künstlerwerkstatt von Andrea und Peter Schnellhardt aus Mährenhausen kommen die Dschungelpflanzen und Lianen. Die Wolfshöhle wurde nach einem Entwurf von Rainer Schirmer umgesetzt. Kerstin Ritz, Sieglinde Ritz und Ingrid Heinze kümmern sich um die Schminke, und Dagmar Bär hat die Kostüme geschneidert. Die Musik hat Delia Schneider zusammengeschnitten und bearbeitet. Karin Bodirsky kümmert sich als Regieassistentin ums Detail, wie beispielsweise die Salzstangenregenwürmer oder die Bananen.
16 Aufführungen stehen vor der Schauspiel-Crew um Delia Schneider. "Wir kriegen das sauber hin", ist die Regisseurin sicher. Schließlich kennt sie die Heldritter - die Akteure und die, die hinter den Kulissen und rundherum wirbeln.

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