Ahorn
Interview

In Eicha bleibt die Tür der Kita zu

m Spagat zwischen Neubau und Schließung: Ahorns Bürgermeister Martin Finzel spricht über zwei Kindergärten im Gemeindegebiet und ihre unterschiedlichen Zukunftsaussichten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Betrieb ruht: Wie es - erst mit der geplanten Sanierung und dann mit dem zukünftigen Betrieb - im Kindergarten in Eicha weitergeht, steht in den Sternen. Ahorns Bürgermeister Martin Finzel bleibt optimistisch, dort eine Lösung zu finden. Foto: Michael Stelzner
Der Betrieb ruht: Wie es - erst mit der geplanten Sanierung und dann mit dem zukünftigen Betrieb - im Kindergarten in Eicha weitergeht, steht in den Sternen. Ahorns Bürgermeister Martin Finzel bleibt optimistisch, dort eine Lösung zu finden. Foto: Michael Stelzner
Es ist schon eine fast kuriose Situation in der Gemeinde, was die Situation in den Kindergärten betrifft. Einerseits läuft neben dem Rathaus mit dem Neubau des "Kinder-Campus", wie Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) einst bei der Vorstellung den neuen Kindergarten nannte, ein viel beachtetes und viel beneidetes Projekte. Andererseits kommt der ehemalige Kindergarten in Eicha nicht aus dem (Negativ-)Schlagzeilen heraus.
Am Rande der Bürgerversammlung für Ahorn nahm Martin Finzel Stellung zur aktuellen Situation vor Ort.

Die Situation rund um die Kindergärten sorgt für Gesprächsstoff - einerseits das gescheiterte Waldorf-Projekt in Eicha, andererseits der große Neubau in Ahorn.
Was sind die Hintergründe des Neubau-Projektes in Ahorn?

Martin Finzel: Nach der Schließung des Kindergartens in Eicha durch die katholische Kirche musste eine Lösung für die 30 Kinder gefunden werden. Gleichzeitig erhöhte sich in Ahorn der Bedarf nach Krippenplätzen. Der Gemeinderat beschloss daher, gemeinsam mit dem Kirchenvorstand und der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, neben dem Rathaus ein Gebäude für die Krippenbetreuung zu errichten. Es ist über den Garten direkt mit dem 2007 generalsanierten bestehenden Kindergarten verbunden. Die Förderung dieser 1,1 Millionen Euro teueren Baumaßnahme beträgt bis zu 90 Prozent. Die verbleibenden Kosten teilen sich die Kirchen- und die politische Gemeinde Ahorn. Das Umfeld der Bürgerscheune und des Parkplatzes hinter dem Rathaus wird neu gefasst und für 2014 ist der Bau von Parkplätzen entlang der Ringstraße und deren Sanierung vorgesehen. Alles mit 60 Prozent Förderung durch die Städtebauförderung.
Was entgegnen Sie Bürgern, die sich darüber erregen, dass einerseits "Millionen für einen Riesenneubau" direkt neben dem Ahorner Rathaus ausgegeben werden, andererseits der Kindergarten in Eicha zumindest vorübergehend geschlossen wurde"?
Mit Blick auf den Waldorf-Kindergarten in Eicha dürfen die Dinge bei uns in der Gemeinde nicht vermischt werden. Neben der Regelkinderbetreuung, die mit 42 Krippen- und rund 75 Kindergartenplätzen in Ahorn direkt abgedeckt wird, wäre der Waldorf-K
kindergarten eine Einrichtung für die gesamte Region. Aus diesem Grund hat sich der größte Teil der Coburger Landkreisgemeinden auf eine gemeinsame Vereinbarung zur Finanzierung der Sanierungsinvestitionen geeinigt. Ich bin froh, dass die Gemeinden unseres Landkreises mitgezogen haben. Je nach Umfang der Sanierung werden auch hier Fördergelder wie aus dem Krippenprogramm - also eine 90-prozentige Förderung - beantragt. Ahorn übernimmt die Abwicklung. Der Rahmen liegt jetzt beim Waldorfverein.

Was sind aus ihrer Sicht die Gründe für die Schließung in Eicha, obwohl die Landkreis-Gemeinden finanzielle Unterstützung Unterstützung zugesagt haben?
Im Waldorf-Kindergarten-Verein hat der Vorstand gewechselt. Zeitgleich sind personelle Wechsel eingetreten und die Verantwortlichen müssen sich wohl erst finden, mit bestehenden Absprachen und Projekten vertraut machen. Von meiner Seite aus habe ich den Vorstand zu einem Gespräch gebeten und die Rahmenbedingen deutlich gemacht und auf die einmalige Chance verwiesen. Im Ergebnis bin ich mir sicher, dass der Verein nun sehr zügig in die Planungen geht und sich vor allem mit einem Konzept und detaillierten Kosten beschäftigen wird.

Was muss passieren, damit die Einrichtung wieder geöffnet werden kann? Schließlich haben verschiedene Eltern die Tagesstätte bereits in ihre Planungen einbezogen.
Im besagten Gespräch habe ich dem Vorstand des Waldorf-Kindergartenvereins erläutert, dass für eine Förderung aus Mitteln des Krippenausbaus eine Frist bis Ende kommenden Jahres beachtet werden muss. Bis dahin müssen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Eine Sanierung im laufenden Betrieb würde allerdings Kinder, wie Eltern und Erzieher belasten. Aus diesem Grund ist die aktuelle Verlagerung für den Zeitraum der Baumaßnahme sicherlich sinnvoll. Wenn das Gebäude dann saniert werden sollte, ist ein Neubeginn möglich.

Wie schwierig sehen Sie die Situation in Eicha?
Man sollte beachten, dass die Kinder nicht auf der Straße stehen. Sie Kinder kommen aus dem gesamten Landkreis und werden momentan nur an einem anderen Ort betreut. Es handelt sich um ein regionales Angebot! Die Regelbetreuung - zum Beispiel in den Kindergärten Ahorn, Untersiemau und anderen Gemeinden - ist davon ganz unberührt.

Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten für Eicha?
Für alle betroffenen Bürgermeister ist es nun wichtig, zu wissen, ob das von ihnen für eine Sanierung gemachte Angebot vom neuen Vorstand angenommen und umgesetzt wird. Die Basis dafür, gerade auch durch die aktuelle Förderkulisse und die vorbereitete Zweckvereinbarung zur Finanzierung, ist gut.
Die Fragen stellte
Norbert Karbach
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren