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Coburg
Jubiläum

Immer mit der Zeit gegangen

Seit 60 Jahren ist die Medau-Schule in Coburg beheimatet. Mit ihren Auftritten auf dem Albertsplatz machten die Medau-Schülerinnen auf das Jubiläum aufmerksam, das am Wochenende groß gefeiert wurde.
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Auf dem Tanzplatz mit der Veste Coburg im Hintergrund übten die Schülerinnen schon vor 60 Jahren.
Auf dem Tanzplatz mit der Veste Coburg im Hintergrund übten die Schülerinnen schon vor 60 Jahren.
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Hoch oben, über der Stadt Coburg, im klassizistischen Schloss Hohenfels ist sie seit 60 Jahren beheimatet, die Medau-Schule. Genau gegenüber der Veste liegt auch heute noch der Tanzplatz auf einer Wiese mit herrlicher Weitsicht. Diese zeigte auch der Musiker und Lehrer Hinrich Medau, als er im Jahre 1929 in Berlin eine Schule für Gymnastik gründete, um seine eigene, ganzheitliche Lehre zu vermitteln. Gemeinsam mit seiner Frau Senta und hervorragenden Mitarbeitern etablierte sich die Schule in kürzester Zeit.
Die Medau-Schule wurde "durch ihren eigenen Stil und ihre der Ästhetik und Schönheit, dem Bewegungsfluss, der Ganzheitlichkeit, dem Rhythmus und der Musik verpflichteten Vorführungsgruppe national und international bekannt", heißt es in der Geschichte der Schule. Von seinen Ideen ließ sich Hinrich Medau auch durch die Zerstörung seiner Schule im Zweiten Weltkrieg nicht abbringen.
Er baute seine Schule in Flensburg wieder auf.
Der ehemalige Coburger Oberbürgermeister Karl-Heinz Höhn, damals noch Kämmerer der Stadt, sei extra für eine Woche nach Flensburg gereist, um sich diese Schule anzusehen, erzählte der Sohn des Schulgründers, Jochen Medau. "Höhn kam begeistert zurück und der Umzug der Schule nach Coburg war perfekt."

Moderne Anforderungen

Diese Verbindung hält nun bereits seit 60 Jahren und in dieser Zeit hat sich die Medau-Schule auch immer wieder den modernen Anforderungen gestellt und sich entsprechend angepasst. Der erste große Schritt war die Integration einer Ausbildungsstätte für Physiotherapie, die - einzigartig in Deutschland - mit der Gymnastikausbildung gekoppelt ist.
"Es erscheint sinnvoll, nicht nur die Kenntnisse über die Pathologie der Motorik zu erfahren, sondern die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers zu erleben", erklärte Medau. Hinzu kam als Weiterentwicklung das Ausbildungsangebot um den Fachbereich Logopädie.
2010 übernahm mit Peer Medau nun die dritte Generation die Leitung der Medau-Schule und es kamen erneut neue Strukturen in das alte Schloss. Die heutige Ausrichtung dreht sich um die Kombination von Ausbildung und Studium, gleichzeitig wurde aber auch die Fort- und Weiterbildung weiter ausgebaut. "Wir stehen heute als sehr moderne Ausbildungsstätte da und haben Tradition und Moderne gut zusammengeführt", so das Resümee vom heutigen Leiter der Schule.

Performance in der Stadt

Zum Jubiläum gab es nun neben einem Festakt mit vielen Aktionen in und um Schloss Hohenfels auch eine Präsentation in der Innenstadt. Tanzlehrerin Sybilla Bund hatte mit den Schülerinnen eine besondere Performance zum 85-jährigen Bestehen der Einrichtung und zu 60 Jahren Medau-Schule in Coburg einstudiert. Der Tanz verbindet die alte Epoche aus der Gründungszeit von Hinrich Medau mit der heutigen Moderne.
Die jungen Damen sprangen vom Gefährt und belebten den Albertsplatz auf eine ganz besondere Weise. Natürlich war Hinrich Medau, in Person von Sybilla Bund, der Meister der gesamten Inszenierung. Umrahmt von den historischen Mauern rund um den Platz fühlte man sich fast wieder in die alte Zeit versetzt. Nach eindrucksvoll musikalisch und verbal untermaltem Muskelspiel zogen die Darsteller wieder zurück auf ihren Schlossberg, der seit 60 Jahren untrennbar mit der Schule verbunden ist.

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