Coburg
Alexandrinum

Identität braucht Gedächtnis

Mit 98 Absolventen stellte das "Alex" den größten Abiturjahrgang der vier Coburger Gymnasien. Die Schüler verabschiedeten sich mit einem Bekenntnis.
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Die Jahrgangsbesten des Gymnasiums Alexanrinum mit schulleiter herbert Brunner (links) und Stufenbetreuer Thomas Lehmann (rechts). Foto: Simone Bastian
Die Jahrgangsbesten des Gymnasiums Alexanrinum mit schulleiter herbert Brunner (links) und Stufenbetreuer Thomas Lehmann (rechts). Foto: Simone Bastian
"Es war vielleicht die beste Zeit, die Zeit unseres Lebens..." Bei den Wise Guys hatten sich die Abiturienten des Gymnasiums Alexandrinum bedient, als sie ihr Lied zum Abschied dichteten. "Wir hatten eine gute Zeit" hatten die 98 erfolgreichen Prüflinge die Einladung zu ihrer Abschiedsfeier am Freitagnachmittag im Kongresshaus überschrieben. Die "gute Zeit" sahen sie freilich auch kritisch: "Danke an unser Schulsystem, dank dem wir die 3. Ableitung der Funktion Wurzel aus x3+2x2 bilden können, aber nicht einmal in der Lage sind eine Steuererklärung zu schreiben, geschweige denn ohne Mama eine Waschmaschine anzuschalten", sagte Schülersprecherin Anne Wicklein. Trotzdem kam sie mit ihren Mitsprechern Philipp Menzel und Jonas Zinke überein: "Wir haben in den acht Jahren Freundschaften geschlossen, unvergessliche Momente auf Klassenfahrten erlebt und zugegebenermaßen das ein oder andere gelernt, was wir für die Zukunft mitnehmen werden."


Verantwortung übernommen

Oberstudiendirektor Herbert Brunner, Leiter des Gymnasiums Alexandrinum, ging in seiner Rede auf das Motto der Schüler ein: Die Einschätzung, eine "gute Zeit" gehabt zu haben, rühre vermutlich daher, dass die Abiturienten ihr Gymnasium "als eine Art Schutz- und Lebensraum" erleben konnten, wo sie sich einbringen durften: in der Schülermitverantwortung, im Schultheater, in Gottesdiensten, Konzerten und Ausstellungen, bei der Schulhausgestaltung oder im Schulgarten. Aber selten sei ein Abiturjahrgang in einer solchen Phase "weltweit zunehmenden Verunsicherung" entlassen worden.

Auch Brunner warf einen kritischen Blick auf das Schulsystem: Erinnerungen und Gedächtnis seien die Grundlage für die kulturelle Identität. "Das Gedächtnis jedoch kann nicht ohne fachliche Inhalte auskommen, die Kritiker an der gegenwärtig weiter forcierten Kompetenzorientierung der neuen Lehrpläne vermissen", sagte er. Wer seine Kompetenzen entwickeln wolle, sei auf Wissen angewiesen, zeigte sich Brunner überzeugt.


Prämien und Noten

Von 100 Abiturienten, die zur Prüfung angetreten waren, hatten 98 die Prüfung geschafft. Eine Absolventin erfuhr am Freitag ihren Notendurchschnitt nicht, weil sie krankheitsbedingt erst nächste Woche ihre Prüfung abschließen kann. Auch den Noten-Zwischenstand erfuhr sie nicht.

Für eine Gesamtnote besser als 1,5 wurden folgende Schüler ausgezeichnet: Tobias Schrimpl, Sebastian Müller, Anna Dressel, Anna Keßler, Calvin Krämer, Anne Wicklein, Leonard Fink, Stella Rauscher, Jonathan Schmitt, Laura Dressel, Anastasiya Grinko. Für besonders gute Leistungen in der Abiturprüfung wurden Hanna Schnabel und Till Großmann gewürdigt.

Maximilian Scheller wurde für hervorragende Leistungen im Fach Chemie mit dem Abiturientenpreis Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet. Leonard Fink, Calvin Krämer, Sebastian Müller und Ines Rupprecht wurden für ihre Leistungen im Fach Mathematik mit dem Buchpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung bedacht, verbunden mit einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft.

Calvin Krämer erhält zudem für seine hervorragenden Leistungen im Fach Physik den Buchpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft sowie eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft. Roland Fredenhagen, Sebastian Müller, Tobias Schrimpl und Jonas Suchanek dürfen dank sehr guter Leistungen im Fach Physik jeweils ein Jahr kostenlos Mitglied sein.
Der Biozukunftspreis der Stiftung Natur Mensch Kulturging an Tobias Schrimpl für hervorragende Leistungen im Fach Biologie.


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