Coburg
Wechsel

Historische Orientierung gibt es im Coburger Staatsarchiv

Johannes Haslauer hat die Leitung des Coburger Staatsarchivs nun offiziell an seinen Nachfolger Alexander Wolz übergeben.
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Johannes Haslauer (links) hat Coburg in Richtung Bamberg verlassen. Seit Dienstag leitet Alexander Wolz nun offiziell das Coburger Staatsarchiv in der Herrngasse. Foto: Ulrike Nauer
Johannes Haslauer (links) hat Coburg in Richtung Bamberg verlassen. Seit Dienstag leitet Alexander Wolz nun offiziell das Coburger Staatsarchiv in der Herrngasse. Foto: Ulrike Nauer
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Es ist fast auf den Tag genau vier Jahre her, dass Johannes Haslauer die Leitung des Coburger Staatsarchivs von Horst Gehringer übernommen hatte. Schon damals stand fest, dass Haslauer nicht lange in Coburg bleiben würde, weil es hier für ihn keine Aufstiegsmöglichkeiten gegeben hätte. Nun ist Haslauers kurze Zeit in Coburg auch schon um. Am Dienstag wurde der offizielle Amtswechsel zwischen dem 36-jährigen Münchner und seinem Nachfolger, Alexander Wolz, offiziell vollzogen. Inoffiziell arbeiten beide allerdings schon seit einigen Wochen an ihrem jeweils neuen Arbeitsplatz. Johannes Haslauer ist nun stellvertretender Amtsleiter des Staatsarchivs Bamberg.

Der neue Coburger Archivchef, Alexander Wolz, hat - wie sein Vorgänger - die Staatliche Archivschule in München besucht. Wolz' Heimat ist allerdings Dettelbach in Unterfranken. Oberbürgermeister Norbert Tessmer gratulierte dem Neu-Coburger daher gleich zur "Beförderung vom Unter- zum Oberfranken".

2013, als Horst Gehringer das Coburger Staatsarchiv Richtung Bamberg verlassen hatte, habe man hier noch gemunkelt, die Stelle werde vermutlich irgendwann ganz aus Coburg abgezogen, sagte Tessmer in seinem Grußwort. Doch es blieb beim Gerücht. Inzwischen gelte Coburg als "besonderes Archiv" und "wer hier Leiter war, der hat ein großes Plus in seiner Personalakte", betonte der OB.


Ein Münchner in Franken

Als Haslauer vor vier Jahren sein Amt in Coburg antrat, sei er anfangs durchaus kritisch beäugt worden, berichtete die Generaldirektorin der Staatlichen Archive, Margit Ksoll-Marcon schmunzelnd. Das kann Haslauer bestätigen. Als er in einem seiner ersten Gespräche in Coburg erwähnte, dass er aus München stamme, erhielt er zur Antwort: "Macht doch nichts!"

Doch natürlich fand sich der Oberbayer hier zurecht und hat die Entscheidung, sich für Coburg zu bewerben, nie bereut, wie er beteuerte. In den "vier Jahren voller Bewegung" habe er den Weg, den seine Vorgänger schon eingeschlagen hatten, weiter verfolgt. Die Bestände seien stetig weiter gewachsen. Nicht zuletzt durch immer mehr Familienarchive, die dem Staatsarchiv überlassen würden, berichtete Haslauer. Über verschiedene Portale im Internet würden die Bestände kontinuierlich auch nach außen hin sichtbar gemacht. Über Präsentationen, etwa bei der "Nacht der Kontraste", Ausstellungen und Beiträge im digitalen Stadtgedächtnis habe sich das Archiv geöffnet, sich "erlebbar gemacht" und sich auch aktiv an Zielgruppen gewandt.


Emotionen und "gefühlter Wahrheit" etwas entgegensetzen

Die Vermittlung von Information sei gerade im "postfaktischen" Zeitalter sehr wichtig, betonte auch Alexander Wolz. Dort, wo Fakten durch Emotionen und die "gefühlte Wahrheit" ersetzt würden, sei es Aufgabe von Archiven, Orientierung zu geben und verlässliche Quellen zu nennen. "In Coburg wohnen interessierte Bürger, die sich nicht auf Emotionen verlassen, sondern die Wahrheit herausfinden wollen", hat Wolz schon in den wenigen Wochen festgestellt, in denen er das Coburger Archiv leitet.

Eine größere Baumaßnahme wartet auch gleich auf den neuen Archiv-Chef: Der Lesesaal und Verwaltungsräume sollen umgebaut werden, wie Generaldirektorin Margit Ksoll-Marcon am Rande der Veranstaltung berichtete. Bis es so weit ist, werde es aber noch etwas dauern. "2018 oder 2019", schätzt Margit Ksoll-Marcon. "Wir sind aber jetzt schon dabei, ein Konzept zu erstellen."
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