Coburg
Spatenstich

Neuer Edeka-Markt: Hingucker für den Kanonenweg in Coburg

Noch in diesem Jahr soll der neue Einkaufsmarkt auf dem ehemaligen Milchhof-Areal fertig werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine zweigeschossige Glasfassade für den Cafébereich, eingefasst von Cortenstahl-Platten: So soll sich der neue Edeka-Markt zum Kanonenweg hin präsentieren. Mit Ulrich Müller zeichnet ein Coburger Architekt für die Planungen verantwortlich. Grafik: Ulrich Müller Architekten
Eine zweigeschossige Glasfassade für den Cafébereich, eingefasst von Cortenstahl-Platten: So soll sich der neue Edeka-Markt zum Kanonenweg hin präsentieren. Mit Ulrich Müller zeichnet ein Coburger Architekt für die Planungen verantwortlich. Grafik: Ulrich Müller Architekten
+9 Bilder
Spatenstiche sind für Stephan Köhler Routine. Für den Regionalleiter Expansion bei der Edeka Nordbayern Bau- und Objektgesellschaft mbH gehört der Bau neuer Einkaufsmärkte zum Berufsbild. Aber den Termin am Montag in Coburg sieht auch er als außergewöhnlich an: "Wir bauen ja nicht jeden Tag einen neuen Stadtteil."

Die Stadt knüpfte die Genehmigung für den neuen Einkaufsmarkt (2000 Quadratmeter, hauptsächlich Lebensmittel) an die Bedingung, dass das gesamte Areal des früheren Milchhofs und der Baufirma Brockardt bebaut und neu genutzt wird. Vorgesehen sind auf dem rund vier Hektar großen Areal nun unter anderem ein Studentenwohnheim, eine Senioreneinrichtung und Wohnungen. Der Spatenstich am Montag markierte den Start für den Bau des Supermarkts sowie für die Erschließungsanlagen (Straße, Versorgungsleitungen) für das Areal dahinter.


Jahrelange Gespräche

Einfach und kurz war der Weg zu diesem Konzept freilich nicht: Köhler selbst erinnerte gestern daran. Erste Gespräche über den Bau eines neuen Supermarkts hätten schon 2012 stattgefunden, sagte er. 2013 erwarb die Edeka eine Option auf das ehemalige Brockardt-Areal, für das damals noch Thomas Linse als Insolvenzverwalter zuständig war. Es folgten weitere Gutachten und Planungen - und es gab einen Konkurrenten: Ein anderer Investor hatte den Bereich des früheren Milchhofs erworben und plante dort ebenfalls einen Einkaufsmarkt. Dabei handelte es sich um den Eigentümer des Gebäudes, in dem sich - noch - der Edeka-Markt am Floßanger befindet. Die Edeka hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon angekündigt, dass dieser Markt zugunsten eines neuen aufgegeben werden sollte.

Offiziell war von diesen Problemen gestern keine Rede mehr. Das Konzept der Edeka überzeugte im März 2015 erst den Bau- und Umweltsenat, im April 2015 auch den Stadtrat, und im Oktober darauf konnte die Edeka auch das ehemalige Milchhofgelände erwerben.

Seit November 2016 liegt der Bebauungsplan vor, und damit begannen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände. Unter anderem musste ein neues Quartier für die Zauneidechsen gefunden werden, die sich auf der Brachfläche niedergelassen hatten. Außerdem wird der Rottenbach ein Stück verlegt, und derzeit sind noch Firmen zugange, die belastetes Erdreich ausbaggern und abfahren. Ein Teil der abgerissenen Brockardt-Gebäude wird dagegen eine neue Verwendung finden: Als Unterbau für Parkplatz und Supermarkt.

Seit vergangener Woche steht auch die künftige Betreiberin des neuen Supermarkts fest, der noch in diesem Jahr eröffnen soll. Ina Brehm hat Vorbilder in der Familie: Ihre Eltern betreiben den Markt am Postweg. Sie werde den Markt am Kanonenweg als selbstständige Kauffrau führen, sagte sie am Rande der Veranstaltung.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) richtete das Augenmerk auf alles Übrige, was in den nächsten Jahren auf der ehemaligen Industriebrache entstehen soll und sprach von einem "Generationen-Areal": "Es werden sich hoffentlich auch ein paar Familien ansiedeln". Die Stadt Coburg setze darauf, dass Wohnen in der Stadt wieder beliebter werde - auch, weil Einkaufsmöglichkeiten nahe liegen.

Die Edeka will diese Bereiche für Wohnungsbau, Studentenwohnheim und Seniorenheim anderen Bauträgern übertragen. Auch das Parkhaus errichtet ein anderer Investor. Er rechne damit, dass die Bebauung der Restfläche noch drei bis fünf Jahre dauern werde, sagte Stephan Köhler. Tessmer nannte einen Zeitrahmen bis 2022. Das Investitionsvolumen allein der Edeka beläuft sich Köhler zufolge auf 15 Millionen Euro.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren