Creidlitz
Eröffnung

High-Tech im Creidlitzer Schützenhaus

Die Creidlitzer Schützen sind zu Recht stolz auf ihre neue Schießanlage. Mit allerhand Computertechnik wird aber nicht nur vieles erleichtert: Mit dem jetzt auch möglichen Laserschießen können bereits Achtjährige angesprochen werden.
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Kai und Michael, hier beim Training, hoffen auf viele neue junge Interessierte am Schießsport. Foto: Astrid Hess
Kai und Michael, hier beim Training, hoffen auf viele neue junge Interessierte am Schießsport. Foto: Astrid Hess
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Sie steht in Creidlitz im Schützenhaus: die modernste Schießanlage im weiteren Umkreis. Das neuartige und patentierte Messsystem vermisst die Schüsse mit sehr hoher Präzision. Aus dem für das menschliche Auge unsichtbaren Licht zahlreicher Infrarot-Leuchtdioden wird dank einer speziell entwickelten Linse ein gleichmäßiger Messlichtvorhang erzeugt. Diese innovative Technik macht eine Messauflösung von 1/1000 mm möglich. Das Geschoss wird beim Durchdringen des Messlichtvorhanges von zwei Highspeed-Optiken erkannt und erfasst. Um alle Unzulänglichkeiten bestehender Systeme zu verbessern, kommen hier Optiken mit einer Geschwindigkeit von rund 40 000 Bildern pro Sekunde zum Einsatz. Diese erlauben, das Geschoss während des Durchfluges durch den Messlicht-Vorhang mehrfach zu erfassen. Somit erhält man - im Unterschied zu anderen Systemen, nicht nur einen Wert, sondern eine ganze Messreihe. Dies wirkt sich natürlich positiv auf die Messgenauigkeit des zu ermittelten Schusswertes aus.

Exakte Ergebnisse

Was im ersten Moment technisch sehr kompliziert klingt, soll den Schießsport nicht nur in Creidlitz attraktiver machen. Auch die Nachbarvereine sind zum Training herzlich willkommen. Mit diesem neuen System kann man alle Schützen neu begeistern, vom Kind bis zum Senior. Host Angermüller ist mit seinen 86 Jahren einer der aktiven Oldies im Verein: "Die neue Anlage macht richtig Spaß und ist auch sehr einfach zu bedienen" - mit diesen Worten zeigt er, dass er keine Scheu vor der neuen Computertechnik hat. Für die jungen Leute sind die Monitore mit Touchscreen sowieso alltäglich, erhöhen aber trotzdem das Schießerlebnis.

Der 14 jährige Kai Schumann schießt seit zwei Jahren Luftgewehr im Schützenverein Creidlitz und ist begeistert: "Im Verein macht es mir richtig Spaß und die neue Anlage ist ein besonderes Erlebnis."

Die Jugend für den Schießsport zu begeistern ist eines der großen Ziele des Vereins und Oberschützenmeister Michael Eck ist besonders auf seinen "Red Dot"-Bereich. Er erklärt: "Die Altersbeschränkung - ab zwölf Jahren - macht es vielen Schützenvereinen schwer, Kinder und Jugendliche zu gewinnen und für den Schießsport zu begeistern. Das Laserschießen bietet nun die Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Ohne die vom Waffengesetz geforderte Altersbeschränkung können schon Kinder und Jugendliche ab acht Jahren die Faszination Schießsport erleben. Das Laserschießen ist ein Muss für jeden zukunftsorientierten Verein."

Projekte mit Schulen

So wird der Creidlitzer Schützenverein bald auch die Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendverbänden verstärken.

Bereits einen Schritt weiter ist man bei Integration behinderter Sportler. Der 15-jährige Michael Schnabel sitzt im Rollstuhl und kann dank der niedrigeren Schießstände nun seinem Hobby, dem Pistolenschießen, ohne Einschränkung nachgehen. Mit dem stufenlosen Zugang zur Schießanlage und der Fertigstellung des Behinderten-Toiletten wird der Schießsport im Schützenhaus in Creidlitz für Jedermann möglich.

Die Eröffnung der neuen Anlage wurde am Samstag auch gleich mit einem ersten Wettkampf und somit einer ersten Tauglichkeitsprüfung verbunden. Auch hier gibt es angenehme Verbesserungen für die Teilnehmer und die Ausrichter gleichermaßen. Die Ergebnisse werden direkt an den zentralen Computer geschickt und dort ausgewertet. Auch für das Training gibt es laut Oberschützenmeister Michael Eck eine Verbesserung: "Jeder Schütze kann sich auch nach dem Training seine Schussbild ausdrucken und damit auch eine bessere Fehleranalyse machen."



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